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	<title>Solokarpfen &#187; Urlaub</title>
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	<description>Bestimmte Artikel</description>
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		<title>Sie nennen es Urlaub</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Aug 2009 21:30:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Eber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gerede]]></category>
		<category><![CDATA[Ostsee]]></category>
		<category><![CDATA[Urlaub]]></category>
		<category><![CDATA[Zingst]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich war im Urlaub an der Ostsee. In Zingst. Dort verbringen viele Menschen in meinem Alter die Ferien. Auch deshalb werde ich dort nie mehr hinfahren. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Fazit kam mir in Form zweier Teenager entgegen. Ich war auf dem Weg zur Strandpromenade, als zwei M&#228;dchen vorbei liefen. &#8222;Zingst ist schei&#223;e&#8220;, sagte die eine zur anderen. Mehr habe ich von der Unterredung nicht mitbekommen. Aber wer schon mal in dem St&#228;dtchen an der Ostsee  weilte, dem f&#228;llt es nicht schwer, den Grund der auf SMS-L&#228;nge zusammengek&#252;rzten Urlaubsrezension zu erahnen. </p>
<p><div id="attachment_1387" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://picasaweb.google.com/lh/photo/7Wtf3Xt7nlm0CTkf-SkuOw"><img src="http://www.solokarpfen.de/wp-content/uploads/2009/08/zingst1-250x125.jpg" alt="Zingst. Wo meine Laune baden ging." title="Bild: (cc) Mue @ picasa" width="250" height="125" class="size-medium wp-image-1387" /></a><p class="wp-caption-text">Zingst. Wo meine Laune baden ging.</p></div> Unter den Zingst-Touristen fehlt n&#228;mlich die Alterskohorte der Teenager. Hier sind noch jene pubertierenden Kinder, die im Restaurant schweigend neben ihren Eltern sitzen und Schnipo mit Ketchup essen. Sie fahren mit ihren Eltern in Urlaub, weil  es schon immer so war. Aber just in jenem Urlaub wird ihnen klar (so klar zumindest, wie einem in der Pubert&#228;t etwas klar werden kann), dass sich im n&#228;chsten Urlaub irgendwas &#228;ndern muss und dieses &#8222;irgendwas&#8220; vor allem darin zu bestehen hat, dass die Eltern nicht mehr dabei sein sollen. Erst wenn man mit dem ersten Freund oder der ersten Freundin in die gemeinsame Wohnung gezogen ist, &#8222;sie&#8220; vielleicht schon ans erste Kind denkt, erst dann l&#228;sst man sich wieder in Zingst blicken. Zwischen 15 und 25 ist in Zingst keiner. </p>
<p>Bis auf die beiden Teenager eben. Die den Absprung von den Eltern verpasst hatten. Die vermutlich auf der Strandpromenade nach Jungs in ihrem Alter Ausschau gehalten hatten. Die vielleicht Flyer gesucht hatten oder ein Plakat, das eine Party am Abend versprochen h&#228;tte. Sie werden nichts gefunden haben. Am Abend gibt es nur Tanzmusik mit &#8222;Willi Freibier&#8220; im &#8222;Blauen Peter&#8220;.</p>
<p>Zingst ist ein Traum. Das &#8222;staatlich anerkannte Seebad&#8220;, wie es auf dem Ortsschild hei&#223;t, liegt auf der gleichnamigen Halbinsel zwischen Rostock und Stralsund. Und weil die Halbinsel sehr schmal ist, hat Zingst am s&#252;dlichen Ende  nicht nur einen romantischen Hafen, von wo die Touristenschiffe fast im Stundentakt zu Bodden-Rundfahrten aufbrechen, sondern auch im  Norden eine Seebr&#252;cke, die  270 Meter weit in die Ostsee ragt. Rechts und links davon erstreckt sich kilometerweit wei&#223;er Sandstrand, von dem aus man abends zusehen kann, wie die feuerrote Sonne im Meer versinkt.</p>
<p>Aber: Mir gef&#228;llt Zingst nicht. Obwohl es dort an Menschen meines Alters nicht mangelt. Nein, gerade deshalb! Diese Menschen sehen alle gleich aus. Sie tragen Urlaubskleidung! Lieblingsfarbe: braun. Die haben sie kurz vor Reiseantritt gekauft, vorzugsweise im Doppelpack,  bei KiK (&#8220; .. &#8211; Der Textil-Diskont&#8220;). Die betuchteren haben sich  bei S.Oliver eingedeckt.  Vielleicht sind die gestreiften Oberteile, die Drei-Viertel-Hosen und die Ringelsocken aber auch vom letzten Jahr, oder dem Jahr davor. Die &#8222;Mode&#8220; hier ist in gewisser Weise zeitlos. </p>
<p>Mir gef&#228;llt nicht, dass hier alle in der Wir-Form reden. &#8222;Wir machen hier zwei Wochen Urlaub. Wissen sie, wir kommen aus Stuttgart. So eine lange Fahrt muss sich ja auch lohnen. Hihi. Und das Zimmer f&#252;r n&#228;chstes Jahr haben wir schon gebucht.&#8220;</p>
<p>Diese Wir-Menschen stehen am Abend am Strand und lecken Eis. Vanille-Eis vorzugsweise. Jeder eine Kugel. Und der Vater h&#228;lt in der anderen Hand  die Kamera. Und dann wird ein Foto gemacht. Damit diese sch&#246;nen Erlebnisse weitergetragen werden. Zur Verwandtschaft, zu den Freunden zu Hause. Und dann f&#228;llt dem Kleinen pl&#246;tzlich eine Eiskugel auf den Boden. Und das Geschrei ist gro&#223;. </p>
<p>Mir gef&#228;llt nicht, dass die Menschen hier in ihren Ferienwohnungen verschwinden, sobald es dunkel wird, obwohl es drau&#223;en noch warm ist. Weil die Kinder ins Bett m&#252;ssen. Und weil die Eltern froh sind, wenn die Kinder im Bett sind. Dann nehmen die Eltern noch ein Buch in die Hand und schlafen nach einer Seite ein. Und auch die Alten sind dann schon zu hause (bis auf jene, die im &#8222;Blauen Peter&#8220; schunkeln). Obwohl sie keine Kinder haben. Aber sie sind ja alt. Was soll man da drau&#223;en. Schlie&#223;lich hat jede Ferienwohnung einen Fernseher. </p>
<p>Mir gef&#228;llt es in Zingst nicht. Um genau zu sein, regt mich Zingst auf. Hier ist die  Unbek&#252;mmertheit Lethargie und der Wunsch nach Erholung ein Zwang. Vielleicht macht mir Zingst aber auch nur Angst, ein wenig zumindest. Angst vor dem Familienleben. Vor dem Alter. Zu werden, wie man nicht sein will: kindfixiert, sich-gehen-lassend, langweilig. Ich sollte in Zingst keinen Urlaub mehr verbringen. Sicherheitshalber.</p>




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<br/><br/>]]></content:encoded>
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		<title>Die Kreuzigung des Fleisches</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Aug 2009 18:55:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kurt Molzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gerede]]></category>
		<category><![CDATA[Autos]]></category>
		<category><![CDATA[GQ]]></category>
		<category><![CDATA[Penthouse]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>
		<category><![CDATA[Urlaub]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Chefredakteur des "Penthouse" und "GQ"-Kolumnist hatte ich einst nur zwei Dinge im Kopf: Sex und schnelle Autos. Vier Wochen Enthaltsamkeit sollten mir den inneren Frieden wiederbringen. Ein Protokoll.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Erster Tag<br />
Gestern noch ergiebig und nach allen Regeln der Kunst das Liebesspiel betrieben &#8211; auf Vorrat sozusagen. Wo und auf Kosten welcher Frau, das tut ausnahmsweise nichts zur Sache. Tag eins verl&#228;uft total entspannt. Ich h&#246;re Johann Strau&#223; und lese ein Buch &#252;ber die Kurtisanen Roms im 16. Jahrhundert: &#8222;T&#246;chter der Venus&#8220;.</p>
<p>2. Tag<br />
Besichtige einen Gutshof bei Salzburg; m&#246;chte das Anwesen zur Miete bewohnen, obwohl ich bettelarm bin. Die Immobilienmaklerin erinnert mich an ungarisches Kesselgulasch: &#252;ppiges Fleisch, Haare wie Paprikagew&#252;rzpulver. Aber welcher Mann will schon in einen Kessel Gulasch steigen?</p>
<p>3. Tag<br />
Unternehme eine Bergwanderung, die mich &#252;ber den gr&#252;n glitzernden Fuschlsee f&#252;hrt. Setze mich auf einer Alm neben drei K&#252;he und denke mir: &#8222;Eigentlich seid ihr sch&#246;ner als die Weiber in der Gegend.&#8220; Bilde mir ein, frei zu sein von Gedanken an jedwede Form der Liebe. Bin gl&#252;cklich.</p>
<p>4. Tag<br />
Erwache mit der &#252;blichen Morgenlatte. Das tun die meisten M&#228;nner, es kommt von der vollen Blase und der Tr&#228;umerei und hat nichts mit dem Bed&#252;rfnis nach Sexualit&#228;t zu tun. Aber irgendwas stimmt nicht mehr: versp&#252;re neben der gewohnten Spannung ein deutliches Kribbeln im Lendenbereich.</p>
<p>5. Tag<br />
Flug LH 448 von Frankfurt nach Phoenix, Arizona. Bin in meiner Eigenschaft als Motorjournalist auf dem Weg zu Testfahrten von General Motors. An Bord befindet sich keine einzige brauchbare Stewardess. Das Kribbeln geht trotzdem nicht mehr weg.</p>
<p>6. Tag<br />
Phoenix, Sanctuary-Hotel. Auf meiner Terrasse hat es 44 Grad. Die junge indianische Zimmerkellnerin h&#228;lt mein Sandwich in der Hand und fragt, wo ich es essen m&#246;chte. &#8222;Von deinem K&#246;rper, Nschotschi&#8220;, denk ich mir. Der sechste Tag ohne Sex zeigt seine Wirkung. Ich stelle mir die H&#228;uptlingstochter im knappen Wildledermini und mit gefesselten H&#228;nden am Marterpfahl vor. Dann sage ich: &#8222;Die Hitze macht mich ganz durstig, bring dem Bleichgesicht bitte was zu trinken. Am besten einen Becher Rum, Myers oder Bacardi.&#8220; Rum sei nicht gut, wenn es so hei&#223; sei, sagt sie mit besorgter Miene. Ich bestehe darauf. Der Pirat Long John Silver habe auch immer nur Rum getrunken, sage ich ihr. Ich bestelle Nschotschi an diesem Tag unter irgendwelchen Vorw&#228;nden noch dreimal in mein Zimmer.</p>
<p>7. Tag<br />
Wann hatte ich zuletzt sechs Tage und sechs N&#228;chte ohne eine einzige sexuelle Handlung durchgemacht? Das muss in der Krabbelgruppe gewesen sein. Im Kindergarten fing ich damit an, den M&#228;dchen Schokolade oder winzige Geldbetr&#228;ge zu versprechen, wenn ich daf&#252;r meinen Kopf unter ihre Kleider stecken durfte. Lerne am Abend in der Hotelbar eine kalifornische Weinh&#228;ndlerin kennen. Sie ist Mitte 30, tr&#228;gt einen weit aufgekn&#246;pften Jeansrock und steckt mir ihre gebr&#228;unten Schenkel entgegen. &#8222;Gute Nacht, Mom, ich bin nun schon sehr m&#252;de&#8220;, verabschiede ich mich sp&#228;ter. Ich kann selbst nicht glauben, was ich da sagte. Zum ersten Mal &#252;berhaupt lasse ich eine Frau allein an der Bar zur&#252;ck. Kann nicht mehr wie sonst auf dem Bauch einschlafen; w&#252;rde sonst anstatt der Weinh&#228;ndlerin die Matratze knallen.</p>
<p>8. Tag<br />
Abendessen mit Bob Bondurant und seiner Frau. Der Ami fuhr Mitte der 60er Jahre neun Rennen in der Formel 1. Man sagt, er sei so langsam gewesen, dass die M&#252;cken an seinem Helm hinten geklebt seien. Heute betreibt er in der N&#228;he von Phoenix die School of High Performance Driving. Neben mir sitzt Miss Bondurant. Am Nachmittag hatte ich sie mit einem kolossalen Crash in einem Go-Cart-Rennen beeindruckt. Ich blutete am Arm wie K&#246;nig Argamemnon im Kampf um Troja &#8211; aber alles, wonach ich verlangte, war ein Ersatzcart, mit dem ich die Jagd auf die Spitze wieder aufnehmen wollte. &#8222;You are such a crazy guy, K&#246;rt&#8220;, sagt sie bei der Vorspeise. Das reicht, ich krieg ein hartes Glied. Miss Bondurant ist Anfang 60, es steht nicht gut um mich.</p>
<p><a href="http://www.ullsteinbuchverlage.de/ullsteintb/buch.php?id=8979&amp;page=suche&amp;auswahl=a&amp;pagenum=1&amp;page=buchaz"></a><a href="http://www.solokarpfen.de/wp-content/uploads/2009/08/molzer2.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1319" title="Bild: (c) Ullstein-Verlag" src="http://www.solokarpfen.de/wp-content/uploads/2009/08/molzer2.jpg" alt="Bild: (c) Ullstein-Verlag" width="250" height="379" /></a> 9. Tag<br />
Fliege von Phoenix nach Indianapolis zum Indy 500, wo allj&#228;hrlich die weltweit gr&#246;&#223;te Versammlung von Boxenludern stattfindet. Am Abend vor dem Rennen kommt in der Lotus-Bar eine Frau mit langen, schwarzen Haaren auf mich zu: &#8222;You are so beautiful, are you from Italy?&#8220; Solchen Frauen sage ich unter normalen Umst&#228;nden jedes Mal: &#8222;Si, bella, von wo du m&#246;chtest: Milano, Roma, Firenze, Napoli &#8230;&#8220; Jetzt sage ich nur: &#8222;Nein, ich bin Exjugoslawe.&#8220; Das m&#252;sste sie eigentlich total abt&#246;rnen, aber sie l&#228;sst nicht locker: &#8222;Are you a racer?&#8220; &#8211; &#8222;No, I’m just Slobodan, arbeitslos&#8220;, sage ich achselzuckend. Dieses Biest gibt nicht auf. Sie kommt mir so nah, dass ich ihre Br&#252;ste sp&#252;re. Ich entschuldige mich und gehe aufs Klo. Eigentlich m&#252;sste ich jetzt einen Handstand machen, um mit der Erektion vern&#252;nftig urinieren zu k&#246;nnen. Ich steh also da wie ein Idiot und warte, bis die Schwellung zur&#252;ckgeht. Dabei sage ich mir leise vor: &#8222;Du darfst sie nicht bumsen, du darfst sie nicht bumsen &#8230;&#8220; Im Gew&#252;hl schleiche ich mich dann unbemerkt an ihr vorbei, zahle am anderen Ende der Bar und verschwinde.</p>
<p>10. Tag<br />
Auf dem riesigen Parkplatz von dem Indy-Speedway parken tausende von Wohnmobilien. Vor einem ist ein Bettlaken aufgespannt, auf dem steht in gro&#223;en Lettern: &#8222;I show my tits for a Bud. Now it’s your turn&#8220;. Selbst wenn ich eine Flasche Budweiser dabei h&#228;tte &#8211; ich k&#246;nnte es nicht tun. Ich wei&#223; nicht, was ich mit der Dame in dem Wohnmobil anstellen w&#252;rde, wom&#246;glich sogar gegen ihren Willen. In den Boxen sehe ich drei Extremluder. Ich lasse mich mit ihnen fotografieren und kralle mich in ihren H&#252;ften fest. Es gelingt mir aber nicht, wirklich entspannt dabei auszusehen.</p>
<p>11. Tag<br />
Irgendwo im Norden von Indiana. Ich fahre mit einem Chevrolet SSR durch die Gegen. Komplett irres Ding, der erste Pick-up-Roadster der Welt. So was erregt Aufmerksamkeit &#8211; auch bei einem weiblichen Officer. Ich bin nat&#252;rlich zu schnell. &#8222;This is not the Autobahn, Sir!&#8220;, ermahnt sie mich, nachdem sie meinen deutschen F&#252;hrerschein gesehen hat. Ich verliebe mich auf der Stelle in den Officer. Sie erwidert aber meine Gef&#252;hle nicht, sondern hat nur Augen f&#252;r den Mann auf dem Nebensitz: meinen Kumpel Christof, PR-Manager von General Motors Europa.</p>
<p>12. Tag<br />
Fliege &#252;ber Detroit zur&#252;ck nach Europa. Nix mit easy going in der Boeing. Wache schwei&#223;gebadet aus einem Traum auf. In meinem Kopf hallt es noch: &#8222;Oh yeah, baby, come on, fuck me, fuck me harder!&#8220; Ich hab bei einer Orgie mit US-Beauties mitgemacht. Der Notstand hat sich bereits tief im Unterbewusstsein festgesetzt.</p>
<p>13. Tag<br />
Fahre nach Wien zu meinen Br&#252;dern, um auf andere Gedanken zu kommen. Fehlentscheidung: Jochen und Thomas haben nichts wie Weiber im Sch&#228;del. Sie sagen mir, dass mein Experiment der gr&#246;&#223;te Bl&#246;dsinn sei, und fragen: &#8222;Kurt, bitte, was ist geil dran, vier Wochen nicht zu v&#246;geln?&#8220; Sie stellen mich in allen m&#246;glichen Bars absichtlich den nuttigsten Frauen der Stadt vor. Ich falle auf ihre Taktik nicht herein und bleibe hart, im Wortsinn. Trinke aber heftig, um mein Elend zu vergessen.</p>
<p>14. Tag<br />
Leide wegen der Sauftour jetzt zus&#228;tzlich an den Symptomen der postalkoholischen Geilheit: Das ganze Becken f&#252;hlt sich an wie ein erigierter Riesenschwanz.</p>
<p>15. Tag<br />
Fahre mit dem Zug nach M&#252;nchen. Im Speisewagen frisst mich eine Frau mit ihren Blicken auf, obwohl ihr Typ mit am Tisch sitzt. Frauen sind so schlecht. Die Erkenntnis macht meine Lage nicht einfacher.</p>
<p>16. Tag<br />
Andrea tritt wieder in mein Leben. Wir hatten eine Aff&#228;re und ein Jahr nichts mehr voneinander geh&#246;rt. Sie schreibt mir eine E-Mail: &#8222;Hallo, Herr Kurt, w&#252;rde dich gern wieder sehen &#8211; was trinken, nett plaudern.&#8220; Ja, klar, trinken, plaudern &#8211; sie will ins Bett mit mir. Wir gehen in eine Cocktailbar. Andrea tr&#228;gt einen geschlitzten Rock. Ich sage ihr, dass sie sich anders hinsetzen solle, weil ich sonst verr&#252;ckt w&#252;rde. Dann erz&#228;hle ich ihr von meinem Experiment. Sie s&#228;uselt: &#8222;Das h&#228;ltst du nie durch. Au&#223;erdem w&#252;rde ich dich so gerne sp&#252;ren.&#8220; &#8211; &#8222;Du darfst mich nur k&#252;ssen&#8220;, lasse ich mich auf einen Kuhhandel ein. Ich begleite Andrea nach Hause. Im Treppenhaus will sie den kleinen Molzer aus seiner Isolation befreien. &#8222;H&#228;nde weg!&#8220;, befehle ich. Ich &#252;bernachte bei einem Kumpel. Es ist zum Heulen.</p>
<p>17. Tag<br />
Reise zu BMW-Testfahrten nach Sardinien. Sitze im Flieger neben Radio-Charivari-Moderator Oliver Luxenburger. Er zeigt mir auf seinem Communicator ein paar Aktfotos, die er in der Freizeit von blutjungen Sch&#246;nheiten geschossen hat. Obwohl es meinen Zustand verschlimmert, will ich sie alle sehen. BMW hat Nadja Auermann f&#252;r Fotoaufnahmen und Interviews eingeflogen. Ich finde sie umwerfend, aber die einzige Frage, die mir einfiele, w&#228;re: &#8222;Frau Auermann, w&#252;rde es Ihnen etwa ausmachen, sofort mit mir zu schlafen &#8211; und zwar heftig?&#8220;</p>
<p>18. Tag<br />
&#220;bernachte auf dem Heimweg von Sardinien im Designhotel Es in Rom. Das Geb&#228;ude besteht nur aus Glas, man kann fast jedes Zimmer einsehen. Und was muss ich sehen? Ein kopulierendes Paar. Sie presst ihre Unterschenkel gegen seinen affenartig behaarten Hintern. Ich w&#252;nsche dem Typen, dass er seine Erektion nicht halten kann und sie frustriert einschlafen muss. Aber erh&#228;lt sie verdammt lange &#8211; und ich halte das bestimmt nicht mehr l&#228;nger aus.</p>
<p>19. Tag<br />
Es ist jetzt ganz schlimm. Ich darf meine H&#228;nde nicht mehr in die Hosentaschen stecken &#8211; sonst: gigantischer Orgasmus. Andrea mailt wieder: &#8222;Hallo , Herr Kurt, hast du Lust, zu mir zu kommen? Ich k&#246;nnte uns was kochen.&#8220; Ich stelle mich tot.</p>
<p>20. Tag<br />
Zwei Testautos stehen vor meine T&#252;r: ein silberner Lotus Elise und ein hellblauer Lamborghini Murcièlago. Schnelles Autofahren ist immer noch die beste Ersatzhandlung f&#252;r Sex; die aufgestauten Hormone werden in Speed umgewandelt. Man bremst sp&#228;ter und ist fr&#252;her wieder am Gas. Zw&#228;nge mich in den winzigen Engl&#228;nder und f&#252;hle mich befreit wie schon lange nicht mehr.</p>
<p>21. Tag<br />
Heute ist der Lambo dran. In der M&#252;nchner Innenstadt stolpern die Schickeria-Miezen beim Anblick des Murcièlago &#252;ber ihre eigenen High Heels. Ich wei&#223;, was sie denken: NIMM. MICH. MIT. Ich m&#252;sste nur die rechte Fl&#252;gelt&#252;r hochklappen und k&#246;nnte am n&#228;chsten Parkplatz &#8230; Ich tu es nicht, der Leidensdruck kann noch erh&#246;ht werden.</p>
<p>22. Tag<br />
Bin mittags im Swingerclub. Setze mich an die Bar und h&#246;re mehrere Frauen st&#246;hnen. Wird wohl die h&#228;rteste Pr&#252;fung. Ich folge dem Gest&#246;hne, lande in einem Séparée. Noch sechs Tage Askese? Ich packe mir irgendwas und sto&#223;e zu wie ein Pornok&#246;nig. Ich bin doch nicht bl&#246;d.</p>
<p><em>&#8222;Kurts Geschichten &#8211; Aus dem Leben eines grandiosen Frauenhelden&#8220; von <a href="http://www.ullsteinbuchverlage.de/ullsteintb/autor.php?id=7553&amp;page=buchaz&amp;sort=autor&amp;auswahl=A&amp;pagenum=1">Kurt Molzer</a> sind im <a href="http://www.ullsteinbuchverlage.de/ullsteintb/buch.php?id=8979&amp;page=suche&amp;auswahl=a&amp;pagenum=1&amp;page=buchaz">Ullstein-Verlag</a> erschienen.</em></p>




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		<title>Sommer ohne Sommer</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Jul 2009 11:12:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simone Schelk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gerede]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Sommer]]></category>
		<category><![CDATA[Urlaub]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Wetter ist immer ein Thema – gerade im Sommerloch. Nur: Wo bleibt der Sommer? Eben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gef&#252;hlt ist es drau&#223;en April oder September, je nach Gro&#223;wetterlage wechseln sich an einem Tag die Jahreszeiten auch mal ab. T&#252;rmen sich am Morgen die Wolken noch am Himmel, ist es am Mittag schw&#252;lhei&#223;, bevor am Abend der Winterdienst ausr&#252;ckt, um die golfballgro&#223;en Hagelk&#246;rner von den Stra&#223;en zu schaffen.</p>
<p>Einen richtigen Sommer stellt man sich anders vor. Vor allem, wenn man Urlaub hat und diesen – sei es aus Verbundenheit dem eigenen Land oder Geldbeutel gegen&#252;ber – in heimischen Gefilden verbringt. Wo in der Republik – das ist dieses Jahr fast egal. Im s&#252;dlichen Bayern und Baden-W&#252;rttemberg gie&#223;t es ebenso wie in Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg, Orkanb&#246;en ziehen quer &#252;ber Deutschland hinweg und Hagelst&#252;rme machen selbst vor der wetter- wie fiskalneutralen Schweiz keinen Halt. Eine Sch&#246;nwetterperiode dauert neuerdings nur einen Tag, bevor sie von Gewittern wieder verjagt wird. Rund zwei Millionen Blitze hat der &#8222;Blitzinformationsdienst&#8220; bis heute gez&#228;hlt – das sind bereits fast so viele wie im gesamten Sommer 2006. Das war der WM-Sommer, als alle in Deutschland strahlten und auch die Sonne keine Ausnahme sein wollte.</p>
<p>Vorbei die Zeiten. Das Wetter wird immer extremer, ebenso wie die Abl&#246;sesummen der Fu&#223;ballspieler. Ein kausaler Zusammenhang besteht zwischen diesen beiden vermutlich nicht. Wohl aber zwischen einem hei&#223;en Tag und einem sintflutartigen Regenguss: Beide sind Symptome der Klimaerw&#228;rmung, zwei Seiten der einen Medaille. H&#246;here Temperaturen erzeugen mehr Energie in der Atmosph&#228;re, die sich in den zahlreichen Gewittern lautstark entl&#228;dt. &#8222;Unwetter&#8220; nennt die deutsche Sprache das dann, &#228;hnlich wie &#8222;Unkraut&#8220;, wogegen sich besonders aktive Umweltsch&#252;tzer vehement wehren. Das Wetter hat solche F&#252;rsprecher allerdings nicht – wer wollte sich schon f&#252;r den Erhalt der Starkniederschl&#228;ge mitten in der Urlaubssaison aussprechen? Gut, es gibt ein paar Gewitterj&#228;ger, die von einem &#8222;perfekten Sommer&#8220; sprechen. Aber die haben ja auch keinen Urlaub.</p>
<p>Es gibt also nur zwei M&#246;glichkeiten, dem diesj&#228;hrigen Sommer eine positive Seite abzugewinnen. Entweder, man arbeitet den ganzen Tag und lacht sich im Gedenken an all die armen Urlauber schadenfroh ins F&#228;ustchen, wenn es drau&#223;en mal wieder kracht und blitzt. Oder man versucht, die Klimaerw&#228;rmung aufzuhalten. Und dagegen erscheint Arbeiten ja fast wie Urlaub.</p>




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