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	<title>Solokarpfen &#187; Titel1</title>
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	<description>Bestimmte Artikel</description>
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		<title>Wann geht es eigentlich mit Solokarpfen weiter?</title>
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		<comments>http://www.solokarpfen.de/blog/1959-wann/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 07 Jan 2010 23:42:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Strobel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Titel1]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine berechtigte Frage. Wir haben das neue Jahr zum Anlass genommen, eine vorl&#228;ufige Antwort zu formulieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Je &#246;fter wir diese Frage h&#246;ren, desto mehr schmerzt die Tatsache, dass wir uns im September* des vergangenen Jahres gezwungen sahen, dieses Projekt auf Eis zu legen. Damit befanden wir uns 2009 zwar in guter <a href="http://blogbar.de/archiv/2009/12/28/was-2009-nicht-gekommen-oder-aber-gegangen-ist/">Gesellschaft</a>, aber das tr&#246;stet nicht dar&#252;ber hinweg, dass unsere urspr&#252;ngliche Idee nicht erfolgreich war (und es vielleicht auch nicht sein konnte).</p>
<p>Bezeichnend f&#252;r dieses Krisenjahr 2009 ist ein Beitrag von <a href="http://www.malte-welding.com/2009/11/26/und-ewig-sterben-die-blogs/">Malte Welding</a> f&#252;r die <a href="http://www.netzeitung.de/">Netzeitung</a> im November, der das Ende von Solokarpfen am Rande erw&#228;hnte. Nur wenige Wochen sp&#228;ter ist der Artikel nicht mehr auffindbar, weil die Netzeitung in Zukunft auf Autorenbeitr&#228;ge sowie eine menschliche Redaktion verzichtet und seit Jahresbeginn als Zombie durchs Netz taumelt. Wir erinnern uns: 2005 war die Netzeitung das meistzitierte Online-Medium.</p>
<p>Mit den Tr&#228;nen kamen aber auch die Clowns, die selbstverst&#228;ndlich und vor allem im nachhinein alles besser wussten. Und es gab aber auch jene, die Masterpl&#228;ne oder Manifeste entwarfen, nach denen Online-Journalismus oder Medien im allgemeinen heute funktionieren k&#246;nnten. Zum Beispiel <a href="http://www.internet-manifest.de">hier</a>, <a href="http://www.slow-media.net/">hier</a> oder <a href="http://blogs.journalism.co.uk/editors/2010/01/04/ten-things-every-journalist-should-know-in-2010/">hier</a>.</p>
<p>Und viele fragen sich, warum jene, die es, ach, so gut meinen, nicht mit gutem Beispiel vorangehen und als Hasardeur die Medienlandschaft aufmischen. F&#252;rchten Sie im Fall des Scheiterns die H&#228;me? Halten sie ihre Konzepte wom&#246;glich f&#252;r unbrauchbar? Oder ist ihre Zeit noch nicht gekommen? &#8211; Ein Grund ist, dass die Ratschl&#228;ge eher f&#252;r den laufenden Betrieb einer bestehenden Publikation gelten oder aber ihre crossmediale Ausdehnung in einer sich wandelnden Medienlandschaft unterst&#252;tzen.</p>
<p>Die Voraussetzungen f&#252;r die Gr&#252;ndung einer Publikation sind so dagegen so simpel wie vor dem Medienwandel. Es braucht den Dreiklang aus</p>
<ol>
<li>einer mitrei&#223;enden publizistischen Idee,</li>
<li>dem Glauben an diese Idee und</li>
<li>den Mitteln, um diese Idee zu verwirklichen.</li>
</ol>
<p>Jedes der in den vergangenen Monaten gescheiterten Medienprojekte wird seinen Misserfolg mit dem Fehlen mindestens einer dieser Faktoren begr&#252;nden k&#246;nnen. So ist Aggregation allein als Idee letztlich so uninspiriert wie der Glaube, mit Geld k&#246;nne man Inhalte um jeden Preis schmackhaft machen. Willenskraft allein hilft leider auch nicht, wenn am Ende die finanziellen Kr&#228;fte versagen.</p>
<p>Eine neue Publikation muss mehr befriedigen als den Wunsch, Herausgeber zu sein. Sie muss vor allem authentisch sein. „Kein unpolitisches Hochglanz-Wischi-Waschi“, r&#228;t Oliver Gehrs im <a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/ich-glaube--dass-zeitschriften-eine-groe-zukunft-haben_100025434.html">Meedia-Interview</a>. Sein <a href="http://www.dummy-magazin.de/">Dummy-Magazin</a> imponiert uns wie auch nach wie vor Markus Peichls <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tempo_%28Zeitschrift%29">Tempo</a> von einst, ebenso <a href="http://www.brandeins.de/">brand eins</a> oder die Art, wie die Macher von <a href="http://byte.fm/">byte.fm</a> an das schwierige Thema Radiomachen herangehen.</p>
<p>Wir planen einen Neustart, der diesen Anspr&#252;chen gerecht wird.</p>
<p><em>* Solokarpfen.de ist zur Ver&#246;ffentlichung dieser Erkl&#228;rung wieder freigeschaltet. Eine Aktualisierung der &#252;brigen Inhalte hat seit dem Zeitpunkt der Projekteinstellung im September 2009 nicht mehr stattgefunden.</em></p>
<p>Aufmacherbild/Startseite: <a href="http://www.flickr.com/photos/rs-foto/3281415527/">(cc) Ralf Schulze @ flickr.com</a></p>




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<br/><br/>]]></content:encoded>
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		<title>Oder bin ich von gestern?</title>
		<link>http://www.solokarpfen.de/kultur/1914-gestern/</link>
		<comments>http://www.solokarpfen.de/kultur/1914-gestern/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 16 Sep 2009 18:33:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Eber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Album]]></category>
		<category><![CDATA[CD]]></category>
		<category><![CDATA[Element of Crime]]></category>
		<category><![CDATA[iTunes LP]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Titel1]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei "Platte" denken heute die meisten an missgl&#252;ckten sozialen Wohnungsbau. Es gab aber mal eine Zeit, da verstand man darunter einen Tontr&#228;ger. Welche Zukunft hat das Musikalbum? ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der kommende Freitag wird ein guter Tag. Ich werde mir eine CD kaufen. Wo, das wei&#223; ich noch nicht. Einen Plattenladen meines Vertrauens gibt es nicht. Schon lange nicht mehr. Ich kaufe n&#228;mlich keine CDs mehr. Eigentlich. Nur bei absoluten Lieblingsbands &#252;berkommt mich das Verlangen, eine Ausnahme machen zu m&#252;ssen. Bei der Berliner Band Element of Crime zum Beispiel. Am Freitag erscheint ihre neue Platte.</p>
<p>Ich werde also ein Gesch&#228;ft mit CD-Abteilung aufsuchen, knapp 20 Euro zahlen, wieder nach Hause gehen und die CD in den Laptop schieben. Parallel zum ersten H&#246;ren werde ich die Musik auf den Rechner laden, dazu das Booklet durchbl&#228;ttern, die Texte mitlesen. Vermutlich wird die CD dann noch ein paar Tage auf dem Wohnzimmer-Tisch liegen bleiben, bevor sie in den Schrank zu den anderen CDs wandert. Dort wird sie &#252;ber Jahre unber&#252;hrt verweilen. Denn Musik h&#246;re ich nur noch &#252;ber den Computer. </p>
<p><div id="attachment_1924" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><img src="http://www.solokarpfen.de/wp-content/uploads/2009/09/marillion-misplaced1-245x250.jpg" alt="Meine erste selbstgekaufte Platte: &quot;Misplaced childhood&quot; (1985) von Marillion" title="" width="250" height="250" class="size-medium wp-image-1924" /><p class="wp-caption-text">Meine erste selbstgekaufte Platte: 'Misplaced childhood' (1985) von Marillion</p></div> Der Kauf einer CD scheint im doppelten Sinne antiquiert. Erstens ist das Speichermedium “Compact Disc” gar nicht mehr n&#246;tig. Es stammt aus einer Zeit, als die &#220;bertragung von Dateien via Internet und die Speicherung gro&#223;er Datenmengen auf Computern noch in den Kinderschuhen steckte. Diese Zeiten sind vorbei. Es ist ziemlich egal, ob die digitale Musik auf einer extra daf&#252;r angefertigten Plastikscheibe gespeichert wird oder auf der nicht weniger runden Festplatte des eigenen Computers. Der einzige Unterschied ist monet&#228;r: CDs sind teuer. Zweitens ist der Speicherplatz auf einer CD beschr&#228;nkt. Maximal 80 Minuten passen darauf. Zwar ein Fortschritt zur LP (auf der ist nur f&#252;r rund 45 Minuten Musik Platz), aber dennoch eine technische Beschr&#228;nkung, die von gestern ist. Auf heutige Festplatten passen tausende Stunden Musik.  </p>
<p>Warum also noch Musikalben auf CD? Aus Nostalgie? Aus Gewohnheit? Kaufen die Silberscheibe nur noch jene, die mit ihr gro&#223; geworden sind? Oder liegt dahinter ein tieferes, grunds&#228;tzlicheres Bed&#252;rfnis?</p>
<p>Vergangene Woche hat der Computer- und Softwarehersteller Apple auf seiner Musikplattform iTunes eine neue Funktion gestartet. Wer dort unter dem Namen &#8222;iTunes LP&#8220; Alben kauft, erh&#228;lt mehr als nur die Songs. Illustrierte Texte, Kommentare zur Entstehung, Booklets, Interviews, Videos und Bandfotos gibt es zur Musik dazu. <a href="http://www.heise.de/newsticker/iTunes-9-mit-ueberarbeitetem-Shop-und-LP-Feeling--/meldung/145108">Es ist der Versuch</a>, dem Album zum Comeback zu verhelfen. Einzig das haptische Erlebnis fehlt. </p>
<p><a href="http://www.readwriteweb.com/archives/forget_the_itunes_lp_apps_are_the_new_album.php">Die Kritik</a> lie&#223; nicht auf sich warten. Der Musikfan verlange nach einzelnen Songs, statt nach Alben und &#252;berhaupt sei das LP-Konzept nicht auf das tontr&#228;gerlose Zeitalter &#252;bertragbar. — Ich glaube das nicht. Die CD mag aussterben, das Album-Format nicht. Es ist unabh&#228;ngig vom technischen Fortschritt, so meine begr&#252;ndete Hoffnung. </p>
<p>Andere Unterhaltungsformen st&#252;tzen meine These. Spielfilme haben sich in den vergangenen 100 Jahren stetig ver&#228;ndert. Sie wurden schneller, ausgereifter, authentischer. Was weitgehend gleich blieb: die L&#228;nge. 90 Minuten haben sich als f&#252;r die Zuschauer angenehme Zeitspanne erwiesen. &#196;hnlich ist es bei Konzerten, Opern, Theaterst&#252;cken. Diese Formen der Unterhaltung m&#246;gen sich, was Inhalt und Pr&#228;sentation betrifft, ver&#228;ndert haben &#8211; die &#8222;Menge&#8220; aber blieb weitgehend gleich. </p>
<p>Denn der Mensch liebt das Erlebnis. Es beginnt mit der Vorfreude (z.B. Ank&#252;ndigung der CD-Ver&#246;ffentlichung, Kauf der Konzertkarte), es folgt die Vorbereitung (Fahrt zum Konzert, Kauf eines Buches); die Anspannung vor dem Start (Auspacken des Buches, Erl&#246;schen der Lichter im Konzertsaal); dann das Ereignis selbst, mit H&#246;hen und Tiefen, Anspannung und Entspannung; gegen Ende gern ein dramatischer H&#246;hepunkt, gefolgt vom  Ende, der Erl&#246;sung, gepaart mit Ersch&#246;pfung. </p>
<p>Wie gesagt: Wir Menschen lieben solche Erlebnisse. Sie passen in unseren Tagesablauf, in den Zeitrahmen unserer Freizeit. Wir wollen diese vier, f&#252;nf Stunden pro Tag auch mit Nachhaltigem f&#252;llen. Es soll sich etwas im Langzeitged&#228;chtnis einnisten. Was uns Erinnerung schenkt. Und: Wir wollen eintauchen k&#246;nnen, aus dem Alltag entf&#252;hrt werden. Ein einzelner Song schafft das nicht. Er ist zu kurz. Einem Album, das wir lieben, gelingt es. Es ist nicht so lang wie ein Konzert oder ein Film. Aber nicht aufgrund technischer Beschr&#228;nkungen, sondern weil beim Menschen der Seh- den H&#246;rsinn dominiert. Wo die Augen nichts zu tun haben, geht die Aufmerksamkeit schneller verloren. Deswegen sind Musikalben k&#252;rzer als Spielfilme, aber noch lange genug, dass sich Vorfreude einstellt, man den Weg zum Media-Markt auf sich nimmt und es sich zu Hause erst gem&#252;tlich macht, bevor man die Playtaste dr&#252;ckt. So, wie auch ich es am kommenden Freitag tun werde, bevor die ersten T&#246;ne von &#8222;Immer da wo du bist bin ich nie&#8220; erklingen werden. In <a href="http://www.freitag.de/kultur/0937-element-of-cime-cd">Vorbesprechungen</a> dieser Platte habe ich gelesen, die Musik solle schwer depressiv machen. Ich freu’ mich schon drauf.</p>




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