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	<title>Solokarpfen &#187; Kinderpornografie</title>
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		<title>Ursula von der Laien</title>
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		<pubDate>Mon, 04 May 2009 21:30:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Eber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Internetsperren]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderpornografie]]></category>
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		<category><![CDATA[Zensur]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Familienministerin will mit einem neuen Gesetz gegen das Gesch&#228;ft mit der Kinderpornografie k&#228;mpfen. Doch die Wirkung ist mehr als umstritten und &#246;ffnet der Zensur die Hintert&#252;re.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Wut hat sie sogar auf die Stra&#223;e getrieben. Jene, die gerne den ganzen Tag vor dem Monitor verbringen,  und deren bevorzugtes Kommunikationsmittel digitaler Natur ist, hatten Plakate gemalt und waren demonstrieren gegangen. Rund 250 Netzaktivisten sind vor wenigen Tagen in Berlin zum Bundespresseamt gezogen. Der Anlass der Demo fand im Geb&#228;ude statt. Die f&#252;nf gr&#246;&#223;ten deutschen Internetanbieter, darunter auch die Deutsche Telekom, unterzeichneten in Anwesenheit von Familienministerin Ursula von der Leyen einen Vertrag mit dem Bundeskriminalamt (BKA). In diesem verpflichten sich die Netzanbieter, mit der Polizeibeh&#246;rde zu kooperieren. Identifiziert diese Webseiten mit kinderpornografischen Inhalten, verpflichten sich die Provider, die Seiten sofort zu sperren.</p>
<p><div id="attachment_333" class="wp-caption alignleft" style="width: 176px"><a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Ursula_von_der_Leyen_2008.jpg&#038;filetimestamp=20090124230019"><img class="size-medium wp-image-333" title="Bild: (cc) Michael Panse @ wikipedia.org" src="http://www.solokarpfen.de/wp-content/uploads/2009/05/ursula_von_der_leyen_2008-166x250.jpg" alt="Bild: (cc) Michael Panse @ wikipedia.org" width="166" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">Ursula von der Leyen</p></div> Die Familienministerin hat ein (Wahlkampf-)Ziel ausgegeben: Dem Gesch&#228;ft mit der Kinderpornografie soll die Grundlage entzogen werden. Das klingt engagiert, da kann jeder zustimmen, das bringt Sympathie &#8211; m&#252;sste man meinen. Es ist aber nicht so. Im Internet hat Ursula von der Leyen eine Welle der Emp&#246;rung losgetreten. Blogschreiber und Internetexperten stellen sich gegen die Initiative. &#8222;Zensursula&#8220; wird die Familienministerien dort sp&#246;ttisch genannt. Denn die Kritiker bef&#252;rchten die schleichende Einf&#252;hrung von Zensur im Netz. Auch weil sie es nicht beim freiwilligen Vertrag zwischen BKA und Netzbetreibern belassen will. Im Kabinett hat sie bereits gegen den Widerstand von Justizministerin Brigitte Zypris ein <a href="http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/Gesetz/entwurf-gesetzes-zur-bekaempfung-der-kinderpornographie-in-kommunikationsnetzen,property=pdf,bereich=bmwi,sprache=de,rwb=true.pdf">Gesetz</a> durchgebracht, das die Internetanbieter verpflichten soll, mit dem  Bundeskriminalamt  zusammenzuarbeiten. Am Mittwoch, den 6. Mai, kommt es mit der ersten Lesung in den Bundestag.</p>
<p>Der heftige Widerstand gegen das Vorhaben  verwundert. Denn wer ein Gesetz gegen Kinderpornografie bek&#228;mpft, l&#228;uft Gefahr, in die P&#228;dophilie-Ecke gestellt zu werden. Aber dort w&#252;rden die Kritiker zu Unrecht stehen. Der Widerstand ist berechtigt. Das Gesetz ist laienhaft,m&#246;glicherweise verfassungsfeindlich und vermutlich weitgehend unwirksam. Wahrscheinlich w&#252;rde es dem Kampf gegen Kinderpornografie sogar einen B&#228;rendienst erweisen.</p>
<p>Denn erstens findet der Tausch von kinderpornografischem Material heute kaum noch im Internet statt. Bilder und Videos werden auf dem Postweg verschickt. Von einem Millionengesch&#228;ft, das es auszutrocknen gelte, wie es aus dem Familienministerium gerne t&#246;nt, kann nicht die Rede sein. Die Szene ist &#252;berschaubar gro&#223;. Man kennt sich. Es geht meist nicht um Gesch&#228;fte, sondern um &#8222;Freundschaftsdienste&#8220;.</p>
<p>Zweitens: Die geplanten Internet-Sperren sind einfach zu umgehen. Mit dem Gesetz sollen n&#228;mlich die entsprechenden Seiten nicht entfernt, sondern lediglich der Zugriff auf sie verwehrt werden. Wie man an diesen  Sperren vorbei kommt, l&#228;sst sich &#252;ber Google in Sekundenschnelle finden und lernen. Und die Erfahrungen anderer L&#228;nder zeigen: Sind die Sperren erst einmal implementiert, l&#228;sst der Eifer der  Strafverfolgungsbeh&#246;rden, solche Seiten vollst&#228;ndig aus dem Netz zu nehmen, deutlich nach.</p>
<p>Drittens, und das ist der wichtigste Kritikpunkt: Das Gesetz von Ursula von der Leyen sieht vor, dass nicht Richter dar&#252;ber entscheiden, welche Seiten gesperrt werden, sondern lediglich das Bundeskriminalamt. Die Beh&#246;rde soll die Liste der zu sperrenden Webseiten eigenm&#228;chtig erstellen. Nicht einmal r&#252;ckwirkend d&#252;rften dann Gerichte kl&#228;ren, ob eine Sperrung rechtens war.  Das entspricht nicht den Spielregeln eines Rechtsstaats.</p>
<p>Hier liegt das Risiko im Kampf gegen Kinderpornografie: Weil das Verbrechen so widerlich ist, nimmt man es mit den Mitteln der Bek&#228;mpfung nicht so genau. Das ist auch deswegen gef&#228;hrlich, weil ein einmal implementiertes Gesetz zur Ausweitung neigt. Heute will der Staat mit Internet-Sperren gegen Kinderpornografie k&#228;mpfen, morgen wird damit die unrechtm&#228;&#223;ige Verbreitung urheberrechtlich gesch&#252;tzten Materials verhindert und &#252;bermorgen ganz allgemein gegen unerw&#252;nschte Inhalte vorgegangen. Die Machthabenden sind stets trickreich, wenn es darum geht, missliebige Meinungen zu unterdr&#252;cken. Es braucht die Kontrollinstanz der Gerichte, damit die Freiheitsrechte des Einzelnen gewahrt bleiben. Nur dann hat Zensur keine Chance.</p>




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