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	<title>Solokarpfen &#187; Facebook</title>
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		<title>Und f&#252;hre uns nicht in Versuchung</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Sep 2009 13:30:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Eber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Warum verweigern sich manche Menschen neuen Kommunikationsm&#246;glichkeiten radikal? Vielleicht, weil Freiheit Angst macht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>H&#228;tte ich als Jugendlicher in die Zukunft sehen k&#246;nnen, die Gegenwart h&#228;tte mich in den Wahnsinn getrieben. Es waren die 80er, eine Zeit mit viel Neon, vor allem aber eine Zeit, in der das Wort Handy noch nicht als Substantiv gebraucht wurde. Dabei w&#228;re f&#252;r keinen ein Mobiltelefon geeigneter gewesen als f&#252;r mich. Ich war bekannt f&#252;r meine Unp&#252;nktlichkeit, und gerade weil ich daf&#252;r bekannt war, verschwand in meinem Freundeskreis mit zunehmender Adoleszenz die Bereitschaft, an vereinbarten Treffpunkten auf mich zu warten. Mir w&#228;re mancher &#8222;Wetten, Dass..?&#8220;-Abend erspart geblieben, h&#228;tte ich schon damals per Handy herausfinden k&#246;nnen, auf welche Party, in welche Disko, in welchen Kinofilm die P&#252;nktlichen gezogen waren.</p>
<p>Es ist bekanntlich nicht beim Mobil-Telefonieren geblieben. Es folgte die Kurznachricht SMS, die Informationsverbreitung in Echtzeit &#252;ber Twitter, die Verkn&#252;pfung des gesamten Bekanntenkreises mit Hilfe sozialer Netzwerke. </p>
<p>Das ist nun einigen zu viel geworden. Auf<a href=" www.ausgestiegen.com "> ausgestiegen.com </a>kann man der Welt mitteilen, dass man seine Mitgliedschaft bei Facebook, studiVZ, MySpace, Xing und Co beendet hat. Chronologisch listet die Seite Namen und Gr&#252;nde auf: &#8222;Helmut Ottacher ist ausgestiegen, weil &#8218;ich mein Zeitkonto im Internet reduzieren m&#246;chte&#8216;&#8220;; &#8222;Amalia Bauer ist ausgestiegen, weil &#8218;ich wieder leben will&#8216;&#8220;; &#8222;Johann Striemitzer ist ausgestiegen, weil &#8218;ich lieber mit meinen Freunden und Freundinnen rede.&#8216;&#8220;</p>
<p><div id="attachment_1742" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://www.flickr.com/photos/swimboy1/2049864446/"><img src="http://www.solokarpfen.de/wp-content/uploads/2009/09/keyboard-250x187.jpg" alt="Besser die Finger davon lassen?" title="Bild: (cc) swimboy1 @ flickr.com" width="250" height="250" class="size-medium wp-image-1742" /></a><p class="wp-caption-text">Besser die Finger von lassen?</p></div> Es gibt Menschen, die werfen ihren Fernseher aus der Wohnung mit der Begr&#252;ndung, sie w&#252;rden eh selten fernsehen. Mir sind diese Menschen suspekt. Man entsorgt ja auch nicht seinen Staubsauger, weil man nur ein Mal die Woche Staub saugt. Warum verweigern sich manche den Medien radikal? Warum m&#246;chten sie nicht bisweilen einen spannenden  Film schauen, einen interessanten Artikel im Internet lesen, mit ihrem weit verstreuten Bekanntenkreis in Kontakt treten? Woher r&#252;hrt diese Alles-oder-Nichts-Mentalit&#228;t? Ich habe daf&#252;r zwei Erkl&#228;rungen, und um es vorweg zu nehmen: beide manchen mir diese Menschen nicht sympathischer. </p>
<p><em>Technik kann s&#252;chtig machen.</em> Dieses Ph&#228;nomen ist in den Medien selbst reichlich beschrieben worden: das dauerhafte Versinken in Online-Spielewelten, die gef&#252;hlte Notwendigkeit stetiger Erreichbarkeit, das st&#228;ndige Bed&#252;rfnis nichts zu verpassen. Wer dieser Suchtgefahr unterliegt, f&#252;r den kann es durchaus ratsam sein, die Finger von der Technik zu lassen, keine Frage. Viel besser w&#228;re es allerdings, es f&#228;nde eine Auseinandersetzung mit den Ursachen der Sucht statt. Die radikale Abstinenz ist n&#228;mlich auch eine Kapitulation vor der Schwierigkeit, verantwortungsvoll mit den vielf&#228;ltigen M&#246;glichkeiten umzugehen, die der technische Fortschritt bietet. Wer seinen Fernseher bei Ebay versteigert, entgeht der Verlockung, jeden Tag faul vor der Glotze zu liegen, er nimmt sich aber auch die M&#246;glichkeit, durch gezielte Programmauswahl bisweilen einen unterhaltsamen, bildenden, lustigen Abend zu verbringen. Freiheit hei&#223;t, w&#228;hlen k&#246;nnen. Wer sich diese Freiheit beschneidet, raubt sich &#8211; selbst wenn er dies freiwillig tut &#8211; Lebenserfahrung.</p>
<p><em>Technik kann Angst machen.</em> Seit tausenden Jahren versuchen die Menschen, Kommunikation von Zeit und Raum zu trennen. Die Rauchzeichen der Indianer, die Erfindung des Papierdrucks, der Fernschreiber, Radio, Fernseher, Internet: Jede dieser Neuerungen hat das Leben der Menschen ver&#228;ndert. Und immer gab es welche, die davor eindringlich warnten. Manche hatten nachvollziehbare Beweggr&#252;nde (der Kutscher, der vor den Gefahren der Eisenbahn warnt), andere einfach nur Angst. Es sind jene, denen der Status Quo &#252;ber alles geht, die das Neue zu allererst als Bedrohung sehen, weil ihnen die Neugierde f&#252;r das Unbekannte abhanden gekommen ist. Sie wollen ihr Leben bewahren, wie es ist, und f&#252;hlen sich doch immer unwohler, weil der Wandel, der um sie herum stattfindet, darauf keine R&#252;cksicht nimmt.</p>
<p>Wie gesagt: Radikalverweigerer sind mir nicht sympathisch. Auch weil diese Menschen h&#228;ufig meinen, sich als Gegen-den-Strom-Schwimmer pr&#228;sentieren zu m&#252;ssen. Was die Masse macht, ist nichts f&#252;r mich, ich wei&#223; es besser, ich bin einzigartig &#8211; denken sie. Ich kenne diese Einstellung. Ich war selbst ein wenig so. Meine Unp&#252;nktlichkeit habe ich gerne als Anpassungsverweigerung verkauft. Wahrscheinlich war es schlicht Faulheit. Im &#220;brigen: Ich habe mir irgendwann ein Moped gekauft. Als Handy-Ersatz, sozusagen. Ich konnte damit die potenziellen Orte, an die meine Freunde entschwunden waren, schneller abklappern.</p>




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		<title>&#8222;Solokarpfen&#8220; macht sich breit</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Jun 2009 17:52:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Strobel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
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		<category><![CDATA[Radio Fritz]]></category>
		<category><![CDATA[Soli]]></category>
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		<description><![CDATA[Den ersten Monat hat "Solokarpfen" &#252;berstanden. Mittlerweile sind wir bekannt aus Funk und Print. Warum uns trotzdem alles nicht schnell genug geht, wir uns amerikanische Verh&#228;ltnisse w&#252;nschen und Spenden nichts mit Hilfsbed&#252;rftigkeit zu tun haben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein bisschen unabh&#228;ngiger als Verlagsredaktionen, vielf&#228;ltiger als Blogs oder Bloggergemeinschaften, ein Hauch cooler im Inhalt, dabei offener f&#252;r neue Textformen &#8211; das waren in etwa unsere Motive, als wir &#8222;Solokarpfen&#8220; vor etwas mehr als einem Monat auf die &#214;ffentlichkeit loslie&#223;en. Erstaunlich schnell ist &#8222;Solokarpfen&#8220; auch als das wahrgenommen worden, was es sein soll. Als ein Ort f&#252;r lesenswerte Texte &#8211; als ein Online-Magazin.</p>
<p>F&#252;r ein bisschen Aufmerksamkeit au&#223;erhalb unseres Netzwerks sorgten ein Artikel in der Branchenzeitschrift &#8222;Kontakter&#8220; und eine Einladung von &#8222;Radio Fritz&#8220; in die Sendung &#8222;<a href="http://trackback.fritz.de/2009/06/13/protokoll-vom-130609/">Trackback</a>&#8220; am 13. Juni. Es war ein sch&#246;nes Kompliment, dass Moderator Christoph Schrag &#8222;Solokarpfen&#8220; als Versuch deutete, Print und Online zu verschmelzen. Vielleicht liegt das an unserem Design, das sich nicht an herrschenden, vermarktungsoptimierten Online-Layouts orientiert, vielleicht an unserem Wunsch, neben Blogposts auch Inhalte von Journalisten und Autoren zu ver&#246;ffentlichen, die &#8211; vorsichtig gesagt &#8211; den Medienwandel noch nicht wahrnehmen wollen. So soll es beispielsweise &#8222;Neon&#8220;-Redakteure geben, die Ver&#246;ffentlichungen auf der eigenen Webseite immer noch als nicht standesgem&#228;&#223; ansehen.</p>
<p>Bis heute haben 15 Autoren 45 Artikel auf &#8222;Solokarpfen&#8220; ver&#246;ffentlicht &#8211; im Schnitt rund 1,4 neue Artikel pro Tag. Um den Aufbau des Portals und die publizistische Idee zu f&#246;rdern, schreiben die Autoren derzeit freiwillig, ohne Honorar. Jeder von den Herausgebern investiert neben den Jobs, die die Miete zahlen, so viel Zeit wie m&#246;glich in die Entwicklung und die Optimierung des Angebots. Auch wenn &#8222;Solokarpfen&#8220; quasi als Null-Budget-Veranstaltung durchaus sympathisch r&#252;berkommt, haben wir uns zum Ziel gesetzt, mit dem Angebot m&#246;glichst bald auch Erl&#246;se zu erwirtschaften.</p>
<p>Es ist nicht einfach, in der Medienkrise Sponsoren f&#252;r ein Projekt wie &#8222;Solokarpfen&#8220; zu finden. Nutzer, die f&#252;r die Idee, den Erhalt und die Weiterentwicklung des Portals einen &#8222;<a href="http://www.solokarpfen.de/spenden/">Soli</a>&#8220; spenden wollen, k&#246;nnen dies via &#220;berweisung oder Paypal tun. So genannte &#8222;Donate&#8220;-Aufforderungen sind f&#252;r journalistische Online-Angebote in den USA oder Kanada &#8211; zum Beispiel &#8222;<a href="http://www.minnpost.com/">MinnPost</a>&#8220;, &#8222;<a href="http://spot.us/">Spot.us</a>&#8220; oder &#8222;<a href="http://www.canadiancentreinvestigates.org/">CCIR</a>&#8220; &#8211; nichts ungew&#246;hnliches mehr. <a href="http://www.businessweek.com/technology/content/dec2008/tc20081223_783996.htm">Douglas MacMillan</a>, Redakteur der &#8222;BusinessWeek&#8220;, prophezeit steigende Einnahmen durch Spenden.</p>
<p>Der Einsatz und Nutzen einer Spendenfunktion f&#252;hrte unter uns &#8222;Solokarpfen&#8220;-Gr&#252;ndern durchaus zu Diskussionen. Warum sollte jemand, der Gratisinformation gewohnt ist, bereit sein, einen Artikel zu honorieren? Ferner ist die Rolle der US-Medien nicht mit Journalismus in Deutschland vergleichbar. Amerikaner haben ein gr&#246;&#223;eres Interesse an investigativen Recherchen als B&#252;rger hierzulande, wo die Spendenbitte mit Hilfsbed&#252;rftigkeit gleichgesetzt wird.</p>
<p>Das journalistische Spendenmodell unterscheidet sich aber grundlegend von karitativen Hilfeaufrufen. Wer spendet, erh&#228;lt eine konkrete Gegenleistung &#8211; entweder schon eine fertige Story oder bei Modellen wie &#8222;Spot.us&#8220; die Aussicht auf einen Scoop. Die Spende ist das Honorar. Es wird vermutlich noch eine Weile dauern, bis dieses Ph&#228;nomen auch in der deutschen Internetkultur angekommen ist. Einen Grund, den &#8222;Solokarpfen&#8220;-Autoren diese Einkunftsm&#246;glichkeit jetzt noch nicht anzubieten, gibt es nicht.</p>
<p>Um den Anreiz zur freiwilligen Honorierung zu erh&#246;hen, werden wir den Autorenstamm kontinuierlich ausbauen, damit die Leser noch regelm&#228;&#223;iger und in k&#252;rzeren Abst&#228;nden neue und hochwertige Inhalte erhalten. Die Anzahl der Autoren wird aber begrenzt sein, um eine bestm&#246;gliche und nachvollziehbare Aussch&#252;ttung der Erl&#246;se pro Autor zu erreichen. Ein entsprechender Verteilschl&#252;ssel wird mit Abschluss der Beta-Phase vorliegen.</p>
<p>Um &#8222;Solokarpfen&#8220; und die Inhalte bekannter zu machen, sind wir seit einigen Tagen auch bei &#8222;<a href="http://www.facebook.com/pages/Solokarpfen/214940235499">Facebook</a>&#8220; vertreten. Knapp 200 Nutzer haben sich dem Auftritt bereits als &#8222;Fan&#8220; angeschlossen. Nat&#252;rlich sind wir ungeduldig. Nichts geht schnell genug, und oft genug fragt man sich: Wozu das alles? Dann hilft es, so einen Text zu schreiben und einen Monat &#8222;Solokarpfen&#8220; im R&#252;ckspiegel zu betrachten. Und was ich dann sehe, ist doch schon ganz ordentlich.</p>




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