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	<title>Solokarpfen &#187; DDR</title>
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	<description>Bestimmte Artikel</description>
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		<title>Generation NDW</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Jun 2009 22:05:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Thiele</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Mauerfall]]></category>

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		<description><![CDATA[In den 80ern stand NDW f&#252;r "Neue Deutsche Welle". Heute ist die Generation "Nach Der Wende" gefordert, sich von Vorurteilen zu verabschieden und Geschichte neu zu schreiben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwanzig Jahre Mauerfall – das sind zwanzig Jahre voller Missverst&#228;ndnisse. Auf beiden Seiten des vierzig Jahre lang geteilten und m&#252;hevoll wieder zusammengeklebten Deutschlands herrscht auch heute noch viel Unwissen und Unverst&#228;ndnis &#252;ber die jeweils anderen Deutschen. Die aktuell gef&#252;hrte Debatte &#252;ber unsere Vergangenheit f&#252;hrt das Kommunikationsdesaster deutlich zutage. Immer wenn es darum geht, &#252;ber die DDR zu sprechen, f&#228;ngt einer an zu stammeln, ein anderer ist unheimlich emp&#246;rt und ein dritter t&#246;dlich beleidigt.</p>
<p>Das Gespr&#228;ch &#252;ber die DDR wird ma&#223;geblich bestimmt von zwei Seiten: Die Seite derjenigen, die mit aller Vehemenz darauf bestehen, dass man dieses monstr&#246;se System in all seinen Auspr&#228;gungen verdammen m&#246;ge. So beispielsweise die CDU Mecklenburg-Vorpommerns, die die j&#252;ngsten Aussagen des SPD-Ministerpr&#228;sidenten Erwin Sellering in der FAS <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,614790,00.html">&#8222;unertr&#228;glich&#8220; und &#8222;gef&#228;hrlich&#8220;</a> fand. Zur Erinnerung: Sellering hatte verlangt, die DDR nicht als <a href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E4BF957B1C42C4134A2149A466C52D053~ATpl~Ecommon~Scontent.html">&#8222;totalen Unrechtsstaat&#8220;</a> zu verdammen.</p>
<p><div id="attachment_535" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><img src="http://www.solokarpfen.de/wp-content/uploads/2009/06/img_1179-250x166.jpg" title="Bild: (c) Solokarpfen" alt="Ost-Plattensammlung" width="250" height="250" class="size-medium wp-image-535" /><p class="wp-caption-text">Ost-Plattensammlung</p></div>Die andere Seite ist die der trotzigen Ossis. Der trotzige Ossi ist einer, der sich von niemand anderem seine Geschichtsauffassung vorschreiben lassen will, schon gar nicht, wenn es um die eigene Geschichte geht. Und auch wenn er in der DDR unter Reisebeschr&#228;nkungen, NVA oder mangelnder Berufswahl gelitten hat oder Menschen kannte, die darunter litten, schw&#246;rt er heute Stein und Bein darauf, dass in der DDR nun wirklich nicht alles schlecht war. Jedenfalls nicht viel schlimmer als heute im vereinigten Deutschland. Klar, der Staat hat uns unterdr&#252;ckt, aber heute unterdr&#252;ckt uns der Boss, das Kapital, die Wirtschaft. Und wenn der trotzige Ossi diese Art Geschichtsrelativierung betreibt, dann wei&#223; der Gegner von der anderen Seite sich nicht anders zu helfen, als die DDR mit dem Dritten Reich zu vergleichen. Woraufhin der trotzige Ossi sich noch mehr emp&#246;rt.</p>
<p>Grunds&#228;tzlich ist es ja gut, dass wir in diesem Jahr viel &#252;ber die Vergangenheit reden. Es ist nun 20 Jahre her. Anlass genug, um zur&#252;ck zu blicken und Bilanz zu ziehen. Wie sind wir mit unserer Geschichte umgegangen, welche Fehler haben wir gemacht und was k&#246;nnen wir aus ihnen lernen? Doch in diesem Jahr 20 nach dem Mauerfall sollten wir uns auch fragen: Was k&#246;nnen wir tun, um in Zukunft weiter zusammenzuwachsen? Um auch die viel zitierte „Mauer in den K&#246;pfen“ einzurei&#223;en? Hierbei spielt die Art, wie wir miteinander reden eine entscheidende Rolle. Aber k&#246;nnen wir es schaffen, ohne Bevormundung, ohne Emp&#246;rung, ohne st&#228;ndiges Unverst&#228;ndnis aneinander vorbei zu reden? Eines ist klar: die Generation, deren Biografie zu einem Gro&#223;teil von den Erfahrungen der deutschen Teilung gepr&#228;gt ist, wird es nicht schaffen, ohne Emotionen dar&#252;ber zu sprechen.</p>
<p>Ein Diskurs aber, der dazu beitragen soll, das Wissen &#252;ber die DDR und die deutsch-deutsche Geschichte zu vermehren, ein produktiver Diskurs also, kann nur in einer sachlichen Analyse bestehen. Dazu ist Distanz notwendig – eine Distanz, zu der nur nachfolgende Generationen in der Lage sind. Wir 20- bis 30-J&#228;hrigen haben die Chance und auch die Pflicht, jetzt &#252;ber die DDR nachzudenken und zu diskutieren. Denn den Diskurs allein den &#196;lteren zu &#252;berlassen hie&#223;e, Vorurteilen die M&#246;glichkeit zu geben, unbeschwert weiter zu wuchern und die &#246;ffentliche Meinung zu dominieren. Es ist also noch lange nicht an der Zeit, die Geschichtsb&#252;cher zuzuschlagen und Gras &#252;ber die Sache wachsen zu lassen. Im Gegenteil. Wir Jungen m&#252;ssen die Geschichtsb&#252;cher neu schreiben.</p>
<p>Dazu m&#252;ssen wir uns aber in erster Linie erstmal daf&#252;r interessieren. Und uns bewusst werden, dass eben noch l&#228;ngst nicht alles gesagt wurde. Dass da eine <a href="http://www.solokarpfen.de/gesellschaft/348-luecke-koepfen/">riesige L&#252;cke im Wissen</a> &#252;ber die 40-j&#228;hrige Geschichte herrscht. Dass wir die Meinung unserer Elterngeneration nicht ungefiltert &#252;bernehmen k&#246;nnen. Wir tun inzwischen vieles daf&#252;r, dass Deutschland zusammenw&#228;chst: wir studieren und arbeiten im Osten und im Westen, wir bringen Freunde aus dem „anderen Deutschland“ mit nach Hause und zeigen unseren Eltern, dass die eigentlich genauso sind wie wir. Wir sorgen f&#252;r eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Ost und West – ganz automatisch. Aber ist das schon genug? Geben wir Interviews in den Feuilletons? Werden wir zu Polittalks eingeladen? Bloggen wir dar&#252;ber? Bestimmen wir die &#246;ffentliche Meinung? Sind wir uns eigentlich &#252;berhaupt der historischen Bedeutung dieses 9. November 1989 bewusst? Wissen wir, was wir durch ihn gewonnen haben – oder vielleicht auch verloren haben?</p>
<p>Wir tun es nicht. Wir haben mit der Gegenwart genug zu tun – mit Studium, Jobsuche, unbezahlten Praktika. Aber es wartet da ein gewaltiges Kapitel auf Aufarbeitung. Wenn wir es ignorieren, verstaubt es ungelesen auf dem Dachboden der Geschichte. Und die Chance, etwas daraus zu lernen, wird von Tag zu Tag geringer.</p>




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		<title>Die L&#252;cke in den K&#246;pfen</title>
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		<pubDate>Thu, 07 May 2009 11:26:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simon Frost</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Einheit]]></category>
		<category><![CDATA[Hohenschönhausen]]></category>
		<category><![CDATA[Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Stasi]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein deutscher Regierungschef besucht die Gedenkst&#228;tte Hohensch&#246;nhausen. 20 Jahre nach dem Mauerfall. Ein Medienereignis? Ja, denn in den 19 Jahren zuvor hat es kein Kanzler an diesen historisch hochbrisanten Ort geschafft. Und da wundern wir uns &#252;ber die Verkl&#228;rung der DDR.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Angela Merkel besucht die <a href="http://www.stiftung-hsh.de/">Gedenkst&#228;tte Hohensch&#246;nhausen</a>. Sie spricht mit ehemaligen H&#228;ftlingen des Stasi-Gef&#228;ngnisses, schaut sich Verh&#246;rr&#228;ume und Zellen an, steht Sch&#252;lern aus den Altbundesl&#228;ndern Rede und Antwort zu ihrem Leben in der DDR und mit der Stasi.</p>
<p>Angela Merkel ist nicht allein in dem riesigen Geb&#228;udekomplex an der Genslerstra&#223;e, tief im Berliner Osten, an diesem 5. Mai 2009, im 20. Jahr nach dem Fall der Mauer. Die Bundeskanzlerin wird umringt von Kamerateams, Reportern und Fotografen. An diesem recht nachrichtenarmen Tag ist ihr Besuch in der Gedenkst&#228;tte ein Mediengro&#223;ereignis. Und das durchaus zu Recht. Denn es ist das erste Mal, dass ein deutscher Regierungschef diesen Ort offiziell besucht.</p>
<p>1992 wurde das Gel&#228;nde unter Denkmalschutz gestellt, 1994 die Gedenkst&#228;tte eingerichtet. Doch Gerhard Schr&#246;der, dessen SPD einst die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ostvertr%C3%A4ge#Ostvertr.C3.A4ge:_Ein_.C3.9Cberblick">Ost-Vertr&#228;ge</a> schloss, war ebensowenig hier wie sein Vorg&#228;nger Helmut Kohl, der sich gerne als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kanzler_der_Einheit#Der_.E2.80.9EKanzler_der_Einheit.E2.80.9C">Kanzler der Einheit</a> sieht. Den Medien, die &#252;ber Merkels Besuch berichten, sind diese Umst&#228;nde allenfalls eine Fu&#223;note wert. Sie erw&#228;hnen diese Fakten lediglich, um zu betonen, wie besonders dieses Ereignis ist und warum sie ausgerechnet an diesem Tag hier sind.</p>
<p>Und das ist der eigentliche Skandal. Seit Jahren lamentieren Politiker und Politologen, dass die Ostdeutschen das Bild von der DDR verkl&#228;ren. Sie picken sich lediglich die guten Seiten an dem 1990 verschwundenen Staat heraus, hei&#223;t es – Vollbesch&#228;ftigung, soziale Sicherheit, Rundum-Kinderbetreuung. Gleichzeitig wollten sie nicht wahrhaben, dass die DDR eine Diktatur oder zumindest ein Staat mir diktatorischen Z&#252;gen gewesen sei, der seinen B&#252;rgern das Reisen nicht erlaubte – und sie bei Zuwiderhandlung in den Knast steckte, zum Beispiel nach Hohensch&#246;nhausen. Historiker und P&#228;dagogen bem&#228;ngeln, dass Kinder und Jugendliche in ganz Deutschland nichts &#252;ber die deutsche Teilung und das unterschiedliche Leben in den beiden Staaten wissen, Erich Honecker etwa f&#252;r einen ehemaligen Bundeskanzler halten.</p>
<p>In der Tat: All diese L&#252;cken – in der Erinnerung wie im Geschichtswissen der Menschen – sind belegbar, teilweise erschreckend und zu kritisieren. Nur erstaunen d&#252;rfen sie eigentlich keinen der lauten Kritiker. Denn eine Aufarbeitung der deutsch-deutschen Vergangenheit findet – auch 20 Jahre nach dem Mauerfall – nicht oder nicht im ausreichenden Ma&#223;e statt. W&#228;hrend an den Schulen der Zeit des Dritten Reiches noch immer und zu Recht ein gro&#223;er Teil der Geschichtsstunden gewidmet wird, f&#228;llt die Zeit der deutschen Trennung und der Wende in der DDR deutlich dagegen ab. Direkte Kontakte mit der j&#252;ngsten Geschichte, wie ein Besuch der Gedenkst&#228;tte Hohensch&#246;nhausen, sind noch immer die Ausnahme.</p>
<p>In den Stadtpl&#228;nen Ost-Berlins existierte das Gel&#228;nde des Stasi-Gef&#228;ngnisses nicht. Dort fand sich ein leerer Fleck, eine L&#252;cke. Der Staat war sich also durchaus bewusst, dass das, was in Hohensch&#246;nhausen den haupts&#228;chlich politischen Gefangenen angetan wurde – von der chinesischen Wasserfolter bis zum systematischen Schlafentzug – nicht dem bunten, sorgenfreien und demokratischen Bild entsprach, den er so gern von der DDR nach au&#223;en vermittelte. Der Staat lie&#223; den Otto-Normal-B&#252;rger wohlwissend nicht an seinem Tun dort teilhaben.</p>
<p>Ein leerer Fleck, eine L&#252;cke findet sich auch in vielen K&#246;pfen der heutigen Bundesb&#252;rger. Zum Teil wollen sie die grausamen Wahrheiten aus DDR-Zeiten nicht wahrhaben, weil sie 40 Jahre ihres Lebens nicht einfach auf ein paar Schlagworte wie Diktatur, Spitzelei und Unfreiheit reduziert sehen wollen. Eine L&#252;cke aus Verdr&#228;ngung. Zum Teil haben sie gar keine Ahnung, weil sie weder vor noch nach der Wende den jeweils anderen Teil Deutschlands besucht oder sich mit ihm besch&#228;ftigt haben. Eine L&#252;cke aus Desinteresse. Und zum Teil haben sie keine Ahnung, weil ihnen die j&#252;ngste Vergangenheit nicht oder nicht in angemessener Weise von denen, die sie erlebt haben, vermittelt wird. Eine L&#252;cke aus Unwissenheit.</p>
<p>Noch einmal: Diejenigen, die diese L&#252;cken kritisieren, haben Recht. Doch sie kritisieren an der falschen Stelle. Solange es 20 Jahre dauert, bis ein deutscher Regierungschef an einen hochbrisanten historischen Ort kommt, um eine L&#252;cke zu schlie&#223;en, die seine Vorg&#228;nger – bewusst oder unbewusst und von den Medien v&#246;llig unkommentiert – offen gelassen haben, darf sich niemand &#252;ber die L&#252;cken in den K&#246;pfen der Deutschen wundern.</p>




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