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Pixel-Jacko: Videogames mit dem King of Pop

Nach seinem Tod bleibt Michael Jackson nicht nur auf ewig in den Herzen der Fans, sondern auch in den Erzeugnissen der Videospiel-Industrie eingesperrt. Sein Weiterleben im digitalen Nirgendwo würde der King of Pop mit Sicherheit begrüßen, war er doch selbst ein großer Games-Fan.

von Achim Fehrenbach

veröffentlicht am 28. Juni 2009

You can’t win, you can’t break even
And you can’t get out of the game
(Michael Jackson – You can’t win)

Jacko eignete sich bestens als Videospiel-Figur: Seine Moves ließen sich leicht in Kampfbewegungen umdeuten, einen packenden Soundtrack lieferten seine Songs gleich mit. Mit dem Aufkommen der Musikspiele wurden Michaels Sanges- und Tanzkünste zunehmend zur Messlatte für partyfreudige Gamer-Meuten. Die echte postmoderne Basisarbeit aber leisteten jene Fans, die Jacko in ihre Lieblings-Spiele integrierten – auch wenn die Ergebnisse nicht immer überzeugen konnten.

Moonwalker (Arcade)

Michaels Debüt in der Games-Welt fand gleich doppelt statt: Sega veröffentlichte das Game zum Film „Moonwalker“ sowohl für den Daddel-Automaten System 18 als auch für die Genesis-Konsole. Jackos Videospiel-Geburt auf System 18 wurde von seinem typischen markerschütternden „Wooo Hooo“ begleitet – und der reichlich nüchternen Aufforderung, doch bitte Münzen einzuwerfen. Die Story – Jacko befreit Kinder aus den Händen des Mr. Big – lässt sich aus der Perspektive späterer Skandale sicher auch anders deuten.

Rein spieltechnisch betrachtet machte „Moonwalker“ für damalige Verhältnisse einiges her: Zu Songs wie Smooth Criminal ballerte man sich (gerne auch zu zweit als Doppel-Jackson) durch gegnergefüllte Level. Michaels Geheimwaffe war ein Tanzschritt, der einen Lichtkegel aktivierte, in dem Michael mehrere Special Moves zum Besten gab, was schließlich zur völligen Vernichtung der Feinde führte. Hin und wieder verwandelte er sich auch in einen Roboter mit doppelter Feuerkraft. Das Spiel ist heute ein Klassiker.

Moonwalker (Sega Genesis)

Etwas weniger spektakulär war die Genesis-Version. Statt pseudo-dreidimensionaler Isometrie-Perspektive gab es hier nur eine zweidimensionale Sidescroller-Ansicht. Der Soundtrack bestand aus MIDI-sierten Jackson-Hits, die Story war die selbe, auch hier „befreite“ Jackson Kinder aus Schurkenklauen. Beeindrucken konnte die Konsolenfassung mit trickreichen Michael-Mooves wie Hut-Bumerang, Kicks und Pirouetten. Wooo Hooo!

Space Channel 5

Dies war endlich mal ein Videospiel, bei dem der Spieler als MJ seine musikalischen Fähigkeiten zur Geltung bringen konnte. Oder besser gesagt, seine rhythmischen. Die Story ist reichlich verworren: Fiese Aliens, die Rhythm Rogues, kidnappen tausende von Menschen – und zwingen sie zum Tanzen, woraufhin sich eine Aufständischen-Bewegung um die Space-Channel-Reporterin Ulala formiert. Den Rebellen gelingt die Befreiung mehrerer Geiseln, unter ihnen „Space Michael“, der sein Talent daraufhin in den Dienst der guten Sache stellt und beispielsweise einen singenden Roboter besiegt. Hüstel.

SingStar

Michael Jackson war vor allem deshalb so erfolgreich, weil er a) sehr viel Talent hatte und b) sich blendend zu ikonisieren vermochte. Aus der Tatsache, dass die Welt nicht von Michael Jacksons wimmelt, lässt sich nur schließen, dass niemand außer ihm a) und b) derart gut zu kombinieren wusste. Dennoch gibt es speziell auf Youtube immer Zeitgenossen, die ihren Punkt a) für sehr ausgeprägt halten. Das wird dann schnell mal unangenehm. Erträglicher sind Zeitgenossen, die ihre Talente realistisch einschätzen und das Beste daraus machen – wie die beiden Herren nachfolgenden Video. Sie singen zu SingStar Vol. 3, das seit November 2008 die Verkaufsregale unsicher macht. In jedem Fall ist ihre Performance erbaulicher als das hier.

Plants vs Zombies

Grünzeug, das gegen Untote kämpft – mit diesem denkbar abwegigen Spielkonzept hat Plants vs Zombies 2009 den Casual-Markt erobert. Mittendrin: Der gute Michael als fauliger Zombie-Animateur – Thriller lässt grüßen. Aber seht selbst …

Super Mario World

Momentchen, was hat MJ in der Welt von Super Mario zu suchen? Ach ja, richtig: Er muss zwei fiese Prinzessinnen besiegen, die ihn unter anderem mit einem Maschinengewehr attackieren. So eine Grundkonstellation ist natürlich nicht massenmarkttauglich. Aber wozu haben wir denn die Videoröhre, auf der Untergrundfans ihre Fantasien ausleben können?

Dragonball Z

Bei diesem Video stand das Prinzip „Promi-Battle“ Pate: Ein Fan des Manga-Games Dragonball Z lässt den King of Pop gegen Prince Frieza antreten. Fragt mich jetzt nicht, warum dieser Frieza so berühmt ist, dass er gegen MJ battlen darf. Dass er der Sohn von King Cold ist, dürfte als Qualifikation alleine noch nicht ausreichen. Egal: Gegen MJ hat er im Video ohnehin keine Chance.

Dass Jacko aber auch verlieren kann, zeigt dieses Video.

Game-Musik

Mesu Kasumai

Mesu Kasumai ist der selbsternannte König des „Electrochip Wobblefunk“. Was auch immer das genau sein soll: Der Elektrofrickler hat sich auf 8bit-Covers von 80er-Jahre-Hits spezialisiert. Mit Beep it (MP3) gelingt ihm eine überzeugende, weil eigenständige Version des Jackson-Hits Beat it.

Dieser Text ist auch auf lordsofzock.com erschienen.

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