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Das neue alte Album

Noblesse Oblige veröffentlichen ihr erstes Album nun zum zweiten Mal. Ein paar Fragen an Songwriter Sebastian Lee Philipp.

von Philipp Strobel

veröffentlicht am 13. September 2009

Als das deutsch-französische Duo Noblesse Oblige 2006 sein Debüt-Album „Privilege Entails Responsibility“ beim britischen Label Horseglue Records veröffentlichte, war es längst kein Geheimtipp mehr. Die Single „Bitch“ lief bereits in den Clubs rauf und runter – sowohl auf Elektro-Partys, als auch auf New-Wave- und Post-Punk-orientierten Events. Leider war „Privilege Entails Responsibility“ die letzte Veröffentlichung auf Horseglue, bevor das Label schließen musste.

Bild: (c) Noblesse Oblige Für die Wahlberliner war mit RepoRecords schnell eine neue Heimat gefunden. Mit ihrem dort immer noch aktuellen zweiten Album „In Exile“ konnten sie ihre Fangemeinde und Bekanntheit noch mal deutlich vergrößern. Kein Wunder also, dass RepoRecords sich die Mühe gemacht hat, auch das nicht mehr erhältliche Debüt-Album wieder aufzulegen. Natürlich darf bei einer solchen Wiederveröffentlichung ein wenig Bonusmaterial nicht fehlen: So wurde „Privilege Entails Responsibility“ – übrigens die englische Übersetzung des Bandnamens – um ingesamt 10 Tracks ergänzt.

Vor allem live sind Valerie Renay und Sebastian Lee Philipp im In- und Ausland sehr umtriebig. Und als wären die beiden mit Noblese Oblige noch nicht genug ausgelastet, sind sie solo mit den Projekten Femme Façade (Valerie) und Der Räuber und der Prinz (Sebastian) beschäftigt. Gemeinsam treffen sie sich dann auf DJ-Gigs irgendwo zwischen Berlin, Paris und London wieder. Die männliche Hälfte von Noblesse Oblige war so nett, uns ein paar Fragen zum Rerelease zu beantworten.

Sebastian, welche sind deine Lieblingsstücke auf dem „neuen“ alten Album „Privilege Entails Responsibillity“?

Mir gefallen vor allem unsere Coverversionen unter den Bonustracks, da wir es – finde ich – geschafft haben, die Stimmung und Energie der Originale, vor allem die Texte, auf eine neue, andere Weise zu interpretieren. Außerdem hat sich über die vergangenen paar Jahre einiges an Bonusmaterial angesammelt, darunter viele Remixe von befreundeten Bands und Kollegen, die wir nun auf diesem Wege auch endlich veröffentlichen konnten. Besonders gefällt mir Mark Reeders Remix unseres Stücks „Duell“. Es handelt sich dabei eigentlich um ein Lied unseres zweiten Albums „In Exile“. Wir wollten es aber unbedingt jetzt veröffentlichen und haben uns deshalb entschieden, es zusammen mit unserem eigenen Remix von „Tanz Mephisto“ – die zwei einzigen Remixe des „In Exile“ Albums – hier auch noch draufzupacken.

Zwischen dem ersten und dem zweiten Album „In Exile“ hat sich euer Sound doch sehr hörbar weiterentwickelt. Wann ist denn mit eurem nächsten Album zu rechnen? Und was wird uns dort erwarten?

Wir haben schon viele neue Lieder geschrieben und werden demnächst im Studio unser drittes Album aufnehmen. In den vergangenen paar Monaten haben wir uns viel mit dem Thema Okkultismus auseinandergesetzt, der Idee des „Moonchild“ von Aleister Crowley, aber auch den anthropologischen Studien Edward Evan Evans-Pritchards über Magierituale in afrikanischen Stämmen, sowie dem Voodoo. Unser Plan ist es, diese Themen in ein Konzeptalbum einzubauen. Technisch werden wir mit einem reduzierterem Set-up als zuvor arbeiten, dafür aber die einzelnen Elemente voll ausschöpfen, vor allem mit Live-Percussion und einem neuen Gitarrensound.

Fühlt ihr euch noch wohl in Berlin? Wollt ihr hier bleiben?

Bis ans Lebensende werde ich hier nicht bleiben, aber momentan gefällt mir die Stadt noch gut genug. Bei mir dauert es immer 5 Jahre, bevor ich das Bedürfnis habe, woanders hinzuziehen. Es bleiben mir also noch ein paar hier in Berlin.

Dieser Text ist auch im Negatief Magazin erschienen.

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