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„Oskar Lafontaine wird Chef der Deutschen Bank“

Als der Künstler Erwin Wurm in die „Zeit“-Redaktion kam, hat er die Political Correctness an der Garderobe abgegeben. Seinem Beitrag im Feuilleton hat das nicht geschadet. Der wurde ausgezeichnet.

von Nadine Lantzsch

veröffentlicht am 19. Juni 2009

Ein Redakteur wird täglich mit hunderten Agenturmeldungen überflutet. Viele Dinge sind so schrecklich oder absurd, dass man nicht mehr als Zynismus für sie übrig haben kann, um sie nicht zu sehr an sich heranzulassen. Die gleiche Reaktion lösen auch jene heuchlerische wie anbiedernde Artikel aus, die über Randgruppen unserer Gesellschaft verfasst werden.

Für eine angenehme Abwechslung im täglichen Zeitungswahnsinn sorgte dagegen der Künstler Erwin Wurm. Die „Zeit“ bot ihm im vergangenen Jahr an, das Feuilleton-Buch in Ausgabe 49 zu füllen. Unter dem Titel “44 Vorschläge – eine Sozialskulptur” entstand ein Portfolio, das in verschiedenen Schriftbildern die Medienbranche karikierte und konterkarierte. Mit Erfolg. Der Art Directors Club (ADC) hat Wurms spezielles und wundervolles Zusammenspiel von Editorial Design und grandioser Aussage in der Kategorie „Editorial – Zeitungsbeiträge“ mit Gold ausgezeichnet.

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