Ich hatte einmal einen Vermieter, der war wie Frank-Walter Steinmeier. Unser Verhältnis endete damit, dass ich seiner Sekretärin sagte, sein Bild stehe unter Korinthenkacker im Lexikon, aber zu Beginn war ich von seiner Männlichkeit beeindruckt. Er war dieser Typ Mann, der Dinge geregelt bekommt ganz ohne Prokrastinationsratgeber. Geradeaus, deutlich, dabei sehr kräftig gebaut und mit der achtenswerten Eigenschaft gesegnet, sehr enge Hemden tragen zu können, die Arme ausdauernd hinter dem Kopf zu verschränken und auch im Hochsommer nicht das geringste Schweißtröpfchen zu zeigen.
Dieser Mann war belastbar und liebte sowohl Schriftliches als auch kleine Geldbeträge. Wenn man an mich als Wähler nun also die Frage heranträgt, ob mir Frank-Walter Steinmeier sympathisch ist, so kann ich nur sagen: „Um Gottes Willen, nein. Dieser Typ Mann ist mir körperlich unangenehm. Diese tiefe Stimme, dieses keinen Moment Zweifelnde und doch dieses Alles noch einmal Überprüfende, dieses in sich Ruhende. Aber Wilhelm II soll ja überaus effiminiert gewirkt haben, zieht also nicht als Idiotenkriterium.“
Felix war beim Bundesparteitag und sagt:
Bleiben wir aber noch einen Moment beim Persönlichen. Sympathisch ist er mir also nicht, dieser Frank-Walter Steinmeier. Aber man sollte nicht vergessen: Er tritt gegen Angela Merkel an. Der Kanzlerin wiederum gleicht niemand, den ich kenne. Wo immer sie ist, wirkt sie, als wäre sie lieber woanders. Möchte sie überhaupt Kanzlerin sein? Natürlich. Aber nur, weil sie sich nicht fragt, warum eigentlich. Wenn der Läufer, der losgeschickt worden war, um von dem Sieg der Griechen bei Marathon Kunde zu tun, in Athen angekommen gesagt hätte: „Wie schön, dass ich gelaufen bin, darüberhinaus gibt es nichts zu erzählen“, dann wäre dieser Mann der Prototyp der Merkelschen Natur. Merkel ist an Unlockerheit, innerer Zerrissenheit, der ungeheuren Diskrepanz zwischen eigentlichem Wesen und öffentlichem Auftritt nur noch vom wächsernen Westerwelle zu überbieten. Beide privat wahrscheinlich recht unterhaltsame Eigenbrödler, verkörpern sie Volksnähe so authentisch wie ein Karpfen einen Head&Shoulders-Werbespot.steinmeier wirkt wie ein mitläufer der laut schreit: „wenn ich allein laufe, wird alles besser!“. (…) steinmeier ist 4 jahre lang mit angela merkel händchenhaltend im wald herumgeirrt und meint irgendwer würde ihm glauben, wenn er plötzlich behauptet: „jetzt weiss ich wo es langgeht.“ das schlimmste ist, steinmeier glaubt er könne orientierungslos wie alle anderen im wald stehend den wahlkampf auf die frage zuspitzen in welche richtung man von nun an marschiere.
Auch Steinmeier fremdelt zwischen den Mensch gewordenen Mettbrötchen der SPD, kann aber schon ganz gut eine Currywurst darstellen. Bei Johannes B. Kerner, einem der wenigen Menschen, die eine wahnsinnigere Vornamenskombination ihr Eigen nennen als Frank-Walter Steinmeier, sagte der Kanzlerkandidat in einem Einspieler den Kirchentagssatz: „Kinder sind unsere Zukunft.“ Das ist so ein Satz, den muss man können als Politiker. Es gibt nur einen Mann in der deutschen Politik, der politisch überleben könnte, wenn er sagen würde: „Kinder halte ich für überbewertet.“ Gregor Gysi, in seinen Ansichten von mir denkbar weit entfernt, hat es geschafft, wählbar zu bleiben, obwohl noch nie eine Frau neben ihm saß und sagte: „Der kann alles.“ Gregor Gysi kann sogar problemlos 10 Dinge aufzählen, die er nicht kann (Finanzsenator zum Beispiel) und man glaubt immer noch, dass es eine Menge Dinge gibt, die er kann.
Wie aber umgehen mit der hochnotpeinlichen Situation, als Ehepaar im deutschen Gefühlsfernsehen zu sitzen? Soll man da sagen: „Frank-Walter kann nicht bügeln. Frank-Walter schnarcht.“? Muss man nicht tatsächlich Zeugnis ablegen von der papstartigen Unfehlbarkeit des Gatten, weil sonst in der Irrenzeitung stünde „Dieser Mann beherrscht nicht einmal seine Frau!“? Wie erscheint man menschlich, wenn man gerade menschlich nicht sein darf? Amtierender Weltmeister in dieser Disziplin ist selbstverständlich Obamas Barrack. Der hat gekifft, na klar, und rumgehangen und seine Frau ist ihm hoch überlegen, aber wenn er nicht gerade im Haushalt versagt, dann regelt er mal gerade den Scheiß in Nahost oder ruft Gott an, um ihm zu erklären, wie man Planeten zukunftsfähiger baut.
Merkel oder Steinmeier, kein Manifest, aber Trallala, Kinderknutschen und von Blinden befühlt werden, noch 100 Tage, und das von zwei Leuten, von denen die eine wahrscheinlich am besten ist, wenn sie mit zwei, drei Mitarbeitern Szenarien durchspielt und der andere sehr gut und sehr männlich die Arme hinter dem Kopf verschränken kann. Ohne auch nur ein Tröpfchen Schweiß durchschimmern zu lassen. Im Hochsommer. Mann.









7 Kommentare
„Der Kanzlerin“? Ist das Dein Ernst oder ein Typo?
So aus dem Bauch raus würde ich ja sagen, es ist weder Ernst noch Typo, sondern Dativ.
Der Dativ ist dem Naivsein sein Not.
Guten Tag, wo kann man hier gegen Felix Schwenzel unterschreiben?
Nach dem ersten Satz dachte ich, wow, Martenstein hat das Bloggen angefangen, doch dann, o Schreck, bussi-ness as usual von Deutschlands Dandy-Blogger #1. Es kann nur besser werden.
@Frank, malte:
LOL. Naja, zu meiner Entschuldigung sei vorgebracht dass es noch sehr früh war …
Haha. Hahahahahahahaha! MUAHAHAHAHAHAHAHAHA!
Danke. :D
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[...] Dieser Mann war belastbar und liebte sowohl Schriftliches als auch kleine Geldbeträge. Weiter bei Solokarpfen […]
[...] Steinmeier, die SPD und insgesamt und überhaupt. Nicht nur hier, sondern auch da und endlich auch da (Malte Welding debütiert als Solokarpfen). 9 Kommentare « Skandal!!! Fragwürdiges […]
[...] er wie gestern den Heidelberger Appell in der Jungle World. Zwischendurch macht er noch auf Solokarpfen. Welding hat von Lobo gelernt. Und von Lobo lernen, heißt, sich zu vermarkten lernen, auf vielen […]