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Portmans neue Rolle

Die Schauspielerin als Journalistin: Natalie Portman hat auf dem New Yorker Tribeca Film Festival ihr neues Online-Portal Makingof.com präsentiert – eine Webseite mit Insiderwissen übers Filmemachen.

von Hannah Müller

veröffentlicht am 2. Juni 2009

Hat ein neues Online-Portal unter vielen anderen heute die Chance, sich durchzusetzen? Und brauchen wir es überhaupt? Nun, wenn es eine neue Idee ins Spiel bringt und gut gemacht ist – dann ja, auf jeden Fall.

So denken all jene, die von ihrer Online-Idee überzeugt sind. Und so denkt offensichtlich auch Schauspielerin Natalie Portman – präsentierte sie doch erst kürzlich auf dem Tribeca Film Festival Ende April in New York die Beta-Version ihres neuen Online-Portals „Makingof.com“.

Bild: (cc) mondi @ flickr.com

Dreht, produziert, interviewt: Natalie Portman

Dabei ist es ja nicht so, als hätte Portman nichts zu tun: Vergangenes Jahr erst gründete sie mit Handsomecharlie Films ihre eigene Produktionsfirma, deren erstes eigenes Projekt, ein schwarzhumoriges Familiendrama mit dem Titel „Hesher“, soeben in Los Angeles gedreht wird. Im Winter dieses Jahres wird „Brothers“ in den Kinos erwartet, in dem Portman neben Jake Gyllenhaal und Tobey Maguire spielt, und auch in dem Episodenfilm „New York, I love you“ wird sie ab Januar 2010 in deutschen Kinos zu sehen sein.

Und dennoch scheint die Schauspielerin, die am 9. Juni 2009 ihren 28. Geburtstag feiert, noch Zeit übrig zu haben, um sich anderen Dingen zu widmen: „Wir sahen, dass wirklich ein Bedarf besteht an einer zentralen Quelle für Insider-Informationen über das Filmemachen“, sagte Portman in einem Interview mit „Vanity Fair“ im New Yorker Apple Store. Und „Makingof.com“ will diesen Mangel beheben: Das Portal, entwickelt von Portman und Christine Aylward, einer Unternehmerin und Beraterin aus Kalifornien, tritt unter dem Motto „Front Row. Behind the Scenes.“ (In der ersten Reihe. Hinter den Kulissen.) dazu an, Cineasten einen exklusiven Einblick in die Produktion von Kinofilmen zu gewähren.

Die Webseite bietet Interviews mit Akteuren aus allen Bereichen der Filmproduktion: Regisseur Marc Forster und Schauspieler Ben Stiller sprechen hier ebenso über ihre Arbeit wie Casting Directors, Stuntmen oder Special Effects-Experten. Dass Portman selbst in der Filmbranche zuhause ist und die nötigen Kontakte hat, schadet der Sache sicher nicht: Den beiden  Frauen ist es gelungen, die großen Namen der jeweiligen Zünfte für das Projekt zu gewinnen – darunter etwa Hans Zimmer, zur Zeit sicher einer der erfolgreichsten Komponisten für Filmmusik weltweit.

Diese Interviews bilden, unter dem Schlagwort „insiders“, gewissermaßen das Herz des Portals. Flankiert werden sie durch die Rubriken „filming now“ und „the vault“, die Filmausschnitte, Trailer und Interviews zu aktuellen und älteren Kinofilmen vorstellen, sowie die obligatorische „community“, die im Augenblick aber noch mit den Worten „coming soon“ auf später vertröstet.

Es ist offensichtlich, dass das Archiv noch im Aufbau begriffen ist: Die eingestellten Interviews und Clips sind spannend und informativ, aber noch nicht sehr zahlreich – lassen aber doch bereits erahnen, dass hier eine lebendige, spannende Plattform für Filminteressierte entstehen könnte.

In einer Zeit, in der sich Fans auf internationalen Weblog-Portalen wie „Livejournal“ oder dem neu gegründeten „Dreamwidth“ finden und in Communitys zusammenschließen; in der zu jedem großen Kinofilm eine aufwändige Webseite lanciert wird, die von kostenlosen Wallpaper-Downloads bis zu Charakter-Profilen alles bietet; und in der jeder, den es interessiert, über „Twitter“ nun auch mitverfolgen kann, wann Schauspieler nach einem anstrengenden Drehtag ins Bett gehen oder was sie zum Mittagessen hatten – da liegt ein Portal wie „Makingof.com“ jedenfalls voll im Trend: Die Gründung dieser Webseite zeigt einmal häufiger, dass das Kinoerlebnis heute weit über den roten Sessel und eine Tüte Popcornhinausreicht: Im Internet geht es weiter.

Foto: Flickr/mondi (CC-Lizenz)

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