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	<title>Solokarpfen</title>
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	<description>Bestimmte Artikel</description>
	<lastBuildDate>Fri, 08 Jan 2010 11:28:43 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Wann geht es eigentlich mit Solokarpfen weiter?</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Jan 2010 00:42:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Strobel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine berechtigte Frage. Wir haben das neue Jahr zum Anlass genommen, eine vorl&#228;ufige Antwort zu formulieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Je &#246;fter wir diese Frage h&#246;ren, desto mehr schmerzt die Tatsache, dass wir uns im September* des vergangenen Jahres gezwungen sahen, dieses Projekt auf Eis zu legen. Damit befanden wir uns 2009 zwar in guter <a href="http://blogbar.de/archiv/2009/12/28/was-2009-nicht-gekommen-oder-aber-gegangen-ist/">Gesellschaft</a>, aber das tr&#246;stet nicht dar&#252;ber hinweg, dass unsere urspr&#252;ngliche Idee nicht erfolgreich war (und es vielleicht auch nicht sein konnte).</p>
<p>Bezeichnend f&#252;r dieses Krisenjahr 2009 ist ein Beitrag von <a href="http://www.malte-welding.com/2009/11/26/und-ewig-sterben-die-blogs/">Malte Welding</a> f&#252;r die <a href="http://www.netzeitung.de/">Netzeitung</a> im November, der das Ende von Solokarpfen am Rande erw&#228;hnte. Nur wenige Wochen sp&#228;ter ist der Artikel nicht mehr auffindbar, weil die Netzeitung in Zukunft auf Autorenbeitr&#228;ge sowie eine menschliche Redaktion verzichtet und seit Jahresbeginn als Zombie durchs Netz taumelt. Wir erinnern uns: 2005 war die Netzeitung das meistzitierte Online-Medium.</p>
<p>Mit den Tr&#228;nen kamen aber auch die Clowns, die selbstverst&#228;ndlich und vor allem im nachhinein alles besser wussten. Und es gab aber auch jene, die Masterpl&#228;ne oder Manifeste entwarfen, nach denen Online-Journalismus oder Medien im allgemeinen heute funktionieren k&#246;nnten. Zum Beispiel <a href="http://www.internet-manifest.de">hier</a>, <a href="http://www.slow-media.net/">hier</a> oder <a href="http://blogs.journalism.co.uk/editors/2010/01/04/ten-things-every-journalist-should-know-in-2010/">hier</a>.</p>
<p>Und viele fragen sich, warum jene, die es, ach, so gut meinen, nicht mit gutem Beispiel vorangehen und als Hasardeur die Medienlandschaft aufmischen. F&#252;rchten Sie im Fall des Scheiterns die H&#228;me? Halten sie ihre Konzepte wom&#246;glich f&#252;r unbrauchbar? Oder ist ihre Zeit noch nicht gekommen? &#8211; Ein Grund ist, dass die Ratschl&#228;ge eher f&#252;r den laufenden Betrieb einer bestehenden Publikation gelten oder aber ihre crossmediale Ausdehnung in einer sich wandelnden Medienlandschaft unterst&#252;tzen.</p>
<p>Die Voraussetzungen f&#252;r die Gr&#252;ndung einer Publikation sind so dagegen so simpel wie vor dem Medienwandel. Es braucht den Dreiklang aus</p>
<ol>
<li>einer mitrei&#223;enden publizistischen Idee,</li>
<li>dem Glauben an diese Idee und</li>
<li>den Mitteln, um diese Idee zu verwirklichen.</li>
</ol>
<p>Jedes der in den vergangenen Monaten gescheiterten Medienprojekte wird seinen Misserfolg mit dem Fehlen mindestens einer dieser Faktoren begr&#252;nden k&#246;nnen. So ist Aggregation allein als Idee letztlich so uninspiriert wie der Glaube, mit Geld k&#246;nne man Inhalte um jeden Preis schmackhaft machen. Willenskraft allein hilft leider auch nicht, wenn am Ende die finanziellen Kr&#228;fte versagen.</p>
<p>Eine neue Publikation muss mehr befriedigen als den Wunsch, Herausgeber zu sein. Sie muss vor allem authentisch sein. „Kein unpolitisches Hochglanz-Wischi-Waschi“, r&#228;t Oliver Gehrs im <a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/ich-glaube--dass-zeitschriften-eine-groe-zukunft-haben_100025434.html">Meedia-Interview</a>. Sein <a href="http://www.dummy-magazin.de/">Dummy-Magazin</a> imponiert uns wie auch nach wie vor Markus Peichls <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tempo_%28Zeitschrift%29">Tempo</a> von einst, ebenso <a href="http://www.brandeins.de/">brand eins</a> oder die Art, wie die Macher von <a href="http://byte.fm/">byte.fm</a> an das schwierige Thema Radiomachen herangehen.</p>
<p>Wir planen einen Neustart, der diesen Anspr&#252;chen gerecht wird.</p>
<p><em>* Solokarpfen.de ist zur Ver&#246;ffentlichung dieser Erkl&#228;rung wieder freigeschaltet. Eine Aktualisierung der &#252;brigen Inhalte hat seit dem Zeitpunkt der Projekteinstellung im September 2009 nicht mehr stattgefunden.</em></p>




	<a rel="nofollow" id="twitter" href="http://twitter.com/home?status=Wann%20geht%20es%20eigentlich%20mit%20Solokarpfen%20weiter%3F%20-%20http%3A%2F%2Fwww.solokarpfen.de%2Fblog%2F1959-wannweiter%2F" title="Twitter"><img src="http://www.solokarpfen.de/wp-content/plugins/sociable/images/twitter.png" alt="Twitter" class="sociable-hovers" /></a>
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<br/><br/>]]></content:encoded>
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		<title>Oder bin ich von gestern?</title>
		<link>http://www.solokarpfen.de/kultur/1914-gestern/</link>
		<comments>http://www.solokarpfen.de/kultur/1914-gestern/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 16 Sep 2009 18:33:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Eber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Album]]></category>
		<category><![CDATA[CD]]></category>
		<category><![CDATA[Element of Crime]]></category>
		<category><![CDATA[iTunes LP]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Titel1]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei "Platte" denken heute die meisten an missgl&#252;ckten sozialen Wohnungsbau. Es gab aber mal eine Zeit, da verstand man darunter einen Tontr&#228;ger. Welche Zukunft hat das Musikalbum? ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der kommende Freitag wird ein guter Tag. Ich werde mir eine CD kaufen. Wo, das wei&#223; ich noch nicht. Einen Plattenladen meines Vertrauens gibt es nicht. Schon lange nicht mehr. Ich kaufe n&#228;mlich keine CDs mehr. Eigentlich. Nur bei absoluten Lieblingsbands &#252;berkommt mich das Verlangen, eine Ausnahme machen zu m&#252;ssen. Bei der Berliner Band Element of Crime zum Beispiel. Am Freitag erscheint ihre neue Platte.</p>
<p>Ich werde also ein Gesch&#228;ft mit CD-Abteilung aufsuchen, knapp 20 Euro zahlen, wieder nach Hause gehen und die CD in den Laptop schieben. Parallel zum ersten H&#246;ren werde ich die Musik auf den Rechner laden, dazu das Booklet durchbl&#228;ttern, die Texte mitlesen. Vermutlich wird die CD dann noch ein paar Tage auf dem Wohnzimmer-Tisch liegen bleiben, bevor sie in den Schrank zu den anderen CDs wandert. Dort wird sie &#252;ber Jahre unber&#252;hrt verweilen. Denn Musik h&#246;re ich nur noch &#252;ber den Computer. </p>
<p><div id="attachment_1924" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><img src="http://www.solokarpfen.de/wp-content/uploads/2009/09/marillion-misplaced1-245x250.jpg" alt="Meine erste selbstgekaufte Platte: &quot;Misplaced childhood&quot; (1985) von Marillion" title="" width="250" height="250" class="size-medium wp-image-1924" /><p class="wp-caption-text">Meine erste selbstgekaufte Platte: 'Misplaced childhood' (1985) von Marillion</p></div> Der Kauf einer CD scheint im doppelten Sinne antiquiert. Erstens ist das Speichermedium “Compact Disc” gar nicht mehr n&#246;tig. Es stammt aus einer Zeit, als die &#220;bertragung von Dateien via Internet und die Speicherung gro&#223;er Datenmengen auf Computern noch in den Kinderschuhen steckte. Diese Zeiten sind vorbei. Es ist ziemlich egal, ob die digitale Musik auf einer extra daf&#252;r angefertigten Plastikscheibe gespeichert wird oder auf der nicht weniger runden Festplatte des eigenen Computers. Der einzige Unterschied ist monet&#228;r: CDs sind teuer. Zweitens ist der Speicherplatz auf einer CD beschr&#228;nkt. Maximal 80 Minuten passen darauf. Zwar ein Fortschritt zur LP (auf der ist nur f&#252;r rund 45 Minuten Musik Platz), aber dennoch eine technische Beschr&#228;nkung, die von gestern ist. Auf heutige Festplatten passen tausende Stunden Musik.  </p>
<p>Warum also noch Musikalben auf CD? Aus Nostalgie? Aus Gewohnheit? Kaufen die Silberscheibe nur noch jene, die mit ihr gro&#223; geworden sind? Oder liegt dahinter ein tieferes, grunds&#228;tzlicheres Bed&#252;rfnis?</p>
<p>Vergangene Woche hat der Computer- und Softwarehersteller Apple auf seiner Musikplattform iTunes eine neue Funktion gestartet. Wer dort unter dem Namen &#8222;iTunes LP&#8220; Alben kauft, erh&#228;lt mehr als nur die Songs. Illustrierte Texte, Kommentare zur Entstehung, Booklets, Interviews, Videos und Bandfotos gibt es zur Musik dazu. <a href="http://www.heise.de/newsticker/iTunes-9-mit-ueberarbeitetem-Shop-und-LP-Feeling--/meldung/145108">Es ist der Versuch</a>, dem Album zum Comeback zu verhelfen. Einzig das haptische Erlebnis fehlt. </p>
<p><a href="http://www.readwriteweb.com/archives/forget_the_itunes_lp_apps_are_the_new_album.php">Die Kritik</a> lie&#223; nicht auf sich warten. Der Musikfan verlange nach einzelnen Songs, statt nach Alben und &#252;berhaupt sei das LP-Konzept nicht auf das tontr&#228;gerlose Zeitalter &#252;bertragbar. — Ich glaube das nicht. Die CD mag aussterben, das Album-Format nicht. Es ist unabh&#228;ngig vom technischen Fortschritt, so meine begr&#252;ndete Hoffnung. </p>
<p>Andere Unterhaltungsformen st&#252;tzen meine These. Spielfilme haben sich in den vergangenen 100 Jahren stetig ver&#228;ndert. Sie wurden schneller, ausgereifter, authentischer. Was weitgehend gleich blieb: die L&#228;nge. 90 Minuten haben sich als f&#252;r die Zuschauer angenehme Zeitspanne erwiesen. &#196;hnlich ist es bei Konzerten, Opern, Theaterst&#252;cken. Diese Formen der Unterhaltung m&#246;gen sich, was Inhalt und Pr&#228;sentation betrifft, ver&#228;ndert haben &#8211; die &#8222;Menge&#8220; aber blieb weitgehend gleich. </p>
<p>Denn der Mensch liebt das Erlebnis. Es beginnt mit der Vorfreude (z.B. Ank&#252;ndigung der CD-Ver&#246;ffentlichung, Kauf der Konzertkarte), es folgt die Vorbereitung (Fahrt zum Konzert, Kauf eines Buches); die Anspannung vor dem Start (Auspacken des Buches, Erl&#246;schen der Lichter im Konzertsaal); dann das Ereignis selbst, mit H&#246;hen und Tiefen, Anspannung und Entspannung; gegen Ende gern ein dramatischer H&#246;hepunkt, gefolgt vom  Ende, der Erl&#246;sung, gepaart mit Ersch&#246;pfung. </p>
<p>Wie gesagt: Wir Menschen lieben solche Erlebnisse. Sie passen in unseren Tagesablauf, in den Zeitrahmen unserer Freizeit. Wir wollen diese vier, f&#252;nf Stunden pro Tag auch mit Nachhaltigem f&#252;llen. Es soll sich etwas im Langzeitged&#228;chtnis einnisten. Was uns Erinnerung schenkt. Und: Wir wollen eintauchen k&#246;nnen, aus dem Alltag entf&#252;hrt werden. Ein einzelner Song schafft das nicht. Er ist zu kurz. Einem Album, das wir lieben, gelingt es. Es ist nicht so lang wie ein Konzert oder ein Film. Aber nicht aufgrund technischer Beschr&#228;nkungen, sondern weil beim Menschen der Seh- den H&#246;rsinn dominiert. Wo die Augen nichts zu tun haben, geht die Aufmerksamkeit schneller verloren. Deswegen sind Musikalben k&#252;rzer als Spielfilme, aber noch lange genug, dass sich Vorfreude einstellt, man den Weg zum Media-Markt auf sich nimmt und es sich zu Hause erst gem&#252;tlich macht, bevor man die Playtaste dr&#252;ckt. So, wie auch ich es am kommenden Freitag tun werde, bevor die ersten T&#246;ne von &#8222;Immer da wo du bist bin ich nie&#8220; erklingen werden. In <a href="http://www.freitag.de/kultur/0937-element-of-cime-cd">Vorbesprechungen</a> dieser Platte habe ich gelesen, die Musik solle schwer depressiv machen. Ich freu’ mich schon drauf.</p>




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		<title>Eine ungewohnte Mischung</title>
		<link>http://www.solokarpfen.de/kultur/1893-ungewohnte-mischung/</link>
		<comments>http://www.solokarpfen.de/kultur/1893-ungewohnte-mischung/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 Sep 2009 14:06:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Strobel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Elektro]]></category>
		<category><![CDATA[KiloWatts & Vanek]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[KiloWatts &#038; Vanek ist ein ebenso szene- wie kontinent&#252;bergreifendes Projekt. W&#228;hrend der Singer/Songwriter Peter van Ewijk in Belgien an Ideen f&#252;r neue Songs feilt, t&#252;ftelt der Amerikaner Jamie Watts ein paar tausend Kilometer weiter in Philadelphia an neuen Sounds. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vertrackte Beats und elektronische Effekte treffen hier auf sanfte Gitarrenballaden. Eine interessante Mischung, die von einer Plattenfirma wie <a href="http://www.dependent.de/">Dependent</a> so nicht zu erwarten war. Sanfte Gitarrenballaden bei einer Dependent-Ver&#246;ffentlichung &#8230; Moment! Dependent? Label-Chef Stefan Herwig hatte doch vor gerade einmal zwei Jahren erst beschlossen, keine physischen Tontr&#228;ger mehr zu ver&#246;ffentlichen. 2007 war illegales Filesharing, unter anderem, f&#252;r ihn zu einem ausreichend gro&#223;en Problem geworden und er resignierte: Dependent sollte fortan keine CDs mehr ver&#246;ffentlichen.</p>
<p>Dadurch entstand eine schmerzliche L&#252;cke, war das Label doch vor allem f&#252;r ein gl&#252;ckliches H&#228;ndchen bei der Entdeckung neuer und F&#246;rderung erfolgreicher Acts aus dem Elektronikbereich bekannt. Die Speerspitze des Future-Pop, bestehend aus <a href="http://www.apoptygmaberzerk.de/">Apoptygma Berzerk</a>, <a href="http://www.covenant.se/">Covenant</a> und <a href="http://www.vnvnation.com/">VNV Nation</a>, ver&#246;ffentlichte regelm&#228;&#223;ig bei Dependent; daneben hatte das Label mit Bands wie <a href="http://www.velvetacidchrist.com/">Velvet Acid Christ</a>, <a href="http://www.babyland.info/">Babyland</a>, <a href="http://www.dismantled.org/">Dismantled</a>, <a href="http://www.ivoryfrequency.gr/">Ivory Frequency</a> oder dem Aush&#228;ngeschild <a href="http://www.suicidecommando.be/">Suicide Commando</a> auch ein beeindruckendes Repertoire f&#252;r Fans des h&#228;rteren Elektro-Sounds im Programm.</p>
<p>Zwei Jahre sp&#228;ter, 2009: Neustart. Stefan Herwig ist mit Dependent wieder zur&#252;ck am Puls der Zeit. Neben einer neuen Single der Synthpopper <a href="http://www.mesh.co.uk/">Mesh</a> und &#8222;<a href="http://www.discogs.com/Various-Septic-VIII/release/1922869">Septic VIII</a>&#8220;, der Fortsetzung der Kult-Compilation-Reihe, steht die Ver&#246;ffentlichung von &#8222;Focus And Flow&#8220; an, dem Label-Deb&#252;t von KilloWatts &#038; Vanek. Bedenkt man, dass <a href="http://www.kilowattsandvanek.org/">KiloWatts &#038; Vanek</a> ihre erste Ver&#246;ffentlichung auf dem &#8222;<a href="http://www.discogs.com/Various-Soulseek-Allstars-Volume-1/release/292375">Soulseek Allstars Volume 1</a>&#8222;-Sampler hatten, &#8211; einer Compilation der bekannten Filesharing-Plattform Soulseek &#8211; ist es umso erstaunlicher, dass Stefan Herwig das bisher nur auf der Webseite der Band in digitaler Form erh&#228;tliche Album auf seinem Label ver&#246;ffentlicht.</p>
<p>Im &#8222;<a href="http://www.hybridized.org/">Hyberdized</a>&#8222;-Forum der Gruppe Hybrids entdeckte Herwig vor einiger Zeit einen Link zu KiloWatts &#038; Vanek. Von seiner Begeisterung motiviert, begann er nach einem deutschen Vertrieb f&#252;r die beiden Ausnahmemusiker zu suchen. F&#252;ndig wurde er zun&#228;chst bei Motor Digital, dem Onlinelabel des M<a href="http://www.motormusic.de/">otor-Music</a>-Gr&#252;nders Tim Renner, doch als physischen Tontr&#228;ger wollte zun&#228;chst niemand &#8222;Focus &#038; Flow&#8220; ver&#246;ffentlichen. F&#252;r Herwig war das der entscheidende Grund, Dependent wieder zu aktivieren: Mit zwei so engagierten Plattenfirmen im R&#252;cken d&#252;rfte f&#252;r KilloWatts &#038; Vanek doch nun eigentlich nichts mehr schief gehen.</p>
<p><img src="http://www.solokarpfen.de/wp-content/uploads/2009/09/quer-mit-feuerohne-boxen-450x205.jpg" alt="KiloWatts &amp; Vanek" title="Bild: (c) KiloWatts &amp; Vanek" width="450" height="205" class="size-large wp-image-1907" /></p>
<p>Ganze vier Jahre Produktionsarbeit hat es gedauert, bis es Jamie Watts und Peter van Ewijk mit &#8222;Focus And Flow&#8220; gelang, ein Album mit einem bisher nicht dagewesenen Spagat zwischen Gitarrenpop und Breakbeat zu erschaffen. Eine Platte, die weniger f&#252;r die Tanzfl&#228;che als vielmehr f&#252;r die Chill-Out-Lounge gemacht ist. &#8222;Glitchpop&#8220; und &#8222;Folktronica&#8220; sind die Genre-Bezeichnungen, die die beiden Bandmitglieder selbst f&#252;r ihren Sound w&#228;hlen. Das passt. Und bedenkt man, dass schon im Jahr 2005 an der Entstehung von &#8222;Focus And Flow&#8220; gearbeitet wurde, ist es umso erstaunlicher, wie sehr die beiden Internet-Freunde ihrer Zeit voraus sind. Schon im Opener &#8222;Morningstar&#8220; schmiegt sich van Ewijks sanfte Stimme perfekt zu den akustisch-elektronischen T&#246;nen. Ruhige Akkordfolgen, viele Clicks und ein paar Cuts: Dieses Lied ist eine Aufforderung zum Entspannen, ein Befehl zum Tr&#228;umen. &#8222;Everything is forgotten&#8220;, heisst es da, und das trifft die Grundstimmung sehr gut.</p>
<p>Ganz anders treibt hingegen &#8222;After You&#8220; mit einer beeindruckenden Dynamik nach vorn. W&#228;hrend das Anfangsriff noch an sp&#228;tere The-Cure-Songs erinnert, wird im Mittelteil auch vor Drum &#038; Bass-Elementen nicht zur&#252;ckgeschreckt. Manche Ger&#228;usche sind einem hier v&#246;llig neu und lassen nur schwer ihre Entstehung erahnen. Steigt man wiederum erst bei Song drei (&#8222;Solar Flare&#8220;) in das Album ein, ahnt man w&#228;hrend der ersten Minute nicht, was hier alles gleich noch an elektronischer Wucht losgetreten wird. Die Gitarre am Anfang des Tracks t&#228;uscht einen ruhigen Popsong an, nur um danach fast v&#246;llig in einer Sph&#228;re elektronischer Spielereien unterzugehen. Eigentlich h&#228;tte sich dieser instrumentale Song auch wunderbar beispielsweise als Hidden Track auf dem neuen Archive-Album &#8222;Controlling Crowds&#8220; gemacht.</p>
<p>In &#8222;Blue Vapourtrails&#8220; gibt es dann ein Wiederh&#246;ren mit der bereits sehr vertrauten Stimme van Ewijks. &#8222;Run now&#8220;, &#8222;leave now and don’t come back again&#8220;, fordert er in &#8222;So Strange&#8220;. Kaum vorstellbar, dass er das wirklich ernst meint, so gro&#223; ist die Kluft zwischen den inhaltlich harten Worten einerseits und der klanglich vers&#246;hnlichen Stimme andererseits. W&#228;re da nicht diese gewisse Kantigkeit und die vielen Breaks, die die Soundatmosph&#228;re bestimmen, k&#246;nnten KiloWatts &#038; Vanek vermutlich nur noch schwer von totgeh&#246;rten Mainstream-Acts unterschieden werden. Beispielsweise in &#8222;Combray&#8220;: Dieser Song hat absolutes Hitpotenzial und ist ein hei&#223;er Anw&#228;rter f&#252;r eine Single-Auskopplung. Vor allem auch f&#252;r ein paar knallende Remixe anderer K&#252;nstler aus dem Dependent-Portfolio w&#252;rde er sich gut eignen.</p>
<p>Dr. A-Funz von Arzt+Pfusch schreibt im <a href="http://forum.dependent.de/viewtopic.php?f=1&#038;t=1680">Dependent-Forum</a>: &#8222;KiloWatts &#038; Vanek &#8211; the best music from Dependent in years&#8220;, und damit hat er dort eine rege Diskussion entfacht. In der Tat ist es das erste Mal seit <a href="http://www.sulpher.de/">Sulpher</a> der Fall, dass auf einer Dependent-Ver&#246;ffentlichung so klar Gitarrenkl&#228;nge im Vordergrund stehen. Mit <a href="http://www.seabound.de/">Seabound</a> und <a href="http://www.mindinabox.com/">Mind.In.A.Box</a> sind zwar weitere Bands abseits des Elektro-Gekn&#252;ppels im Labelprogramm, doch der Sound von KiloWatts &#038; Vanek stellt in diesem Umfeld ein absolutes Novum dar. Mal erinnert der Gesamteindruck an aktuelle Ver&#246;ffentlichungen von Depeche Mode, die Herangehensweise an fr&#252;he Sounds von Nine Inch Nails, die Atmosph&#228;re an die D&#252;sterheit bei IAMX, aber immer gibt es auch eine gewaltige N&#228;he zu Fricklern wie The Postal Service oder Apparat &#8211; die bezeichnenderweise auch auf dem neuen &#8222;Septic&#8220;-Sampler vertreten sind.</p>
<p>Bleibt zu hoffen, dass KiloWatts &#038; Vanek auch innerhalb der Szene auf offene Ohren sto&#223;en. Ihnen und auch Stefan Herwig w&#228;re es sehr zu w&#252;nschen. Eine gewisse Stagnation im Bereich Electro ist ja nun schon seit Jahren zu beobachten &#8211; die Herren Watts &#038; van Ewijk k&#246;nnten mit &#8222;Focus And Flow&#8220; die M&#246;glichkeit haben, das zu &#228;ndern. Wenn schon vielleicht nicht in den Clubs, dann doch zumindest in den heimischen Stereo-Anlagen. Und vielleicht bietet sich f&#252;r den ein oder anderen Nicht-Szene-Kenner nun auch mal die Gelegenheit, in den Backkatalog von Dependent reinzuschnuppern.</p>
<p>Interessant aber d&#252;rften auch die Live-Shows des Duos sein. Wie sich eine Band wohl auf der B&#252;hne pr&#228;sentiert, die keinen gemeinsamen Proberaum hat, sondern Musik durch E-Mail-Verkehr und Datenaustausch entstehen l&#228;sst. Immerhin war das erste Konzert der beiden Protagonisten auch ihr allererstes Treffen im echten Leben. Durch ihre eigenwillige Art der Komposition haben die beiden einmal mehr bewiesen, was die moderne Entwicklung f&#252;r Fortschritte mit sich bringt. Dank einfacher Technik ist das Produzieren &#252;ber den &#8222;gro&#223;en Teich&#8220; hinweg heute kein Problem mehr &#8211; Musik kann auch &#252;ber eine weite Distanz genau so konstruiert werden, als w&#252;rden die Musiker nebeneinander in einem Tonstudio sitzen. Durch hohe Reisekosten und andere H&#252;rden w&#228;re es vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen, dass kreative K&#246;pfe, die nicht in der gleichen Stadt oder zumindest im gleichen Land leben, musikalisch zusammenarbeiten. Und das ist nur ein Grund, warum Technik als Medium nicht verteufelt werden sollte &#8211; trotz vermeintlich negativer Entwicklungen, wie zum Beispiel dem illegalen Filesharing. Das musste sich letztendlich auch Stefan Herwig eingestehen. </p>
<p>(<em>Dieser Text ist auch im <a href="http://www.negatief.de">Negatief Magazin</a> erschienen.</em>)</p>




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		<title>Ein albtraumhaftes Erbe</title>
		<link>http://www.solokarpfen.de/sachen/1896-albtraumhaftes-erbe/</link>
		<comments>http://www.solokarpfen.de/sachen/1896-albtraumhaftes-erbe/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 Sep 2009 13:34:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Achim Fehrenbach</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachen]]></category>
		<category><![CDATA[Batman]]></category>
		<category><![CDATA[Titel2]]></category>
		<category><![CDATA[Videospiele]]></category>

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		<description><![CDATA["Batman: Arkham Asylum" ist ein "comic book game", das Kritiker begeistert und &#252;berall H&#246;chstwertungen erh&#228;lt. Was macht den besonderen Reiz des Spiels  aus? Wir haben mit dem Film- und Games-Experten Andreas Rauscher gesprochen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;The greatest comic book game of all time&#8220;, jubelt <a href="http://uk.ps3.ign.com/articles/101/1016585p1.html">IGN UK</a>. &#8222;F&#252;r Batman-Fans und Action-Liebhaber gleicherma&#223;en ein Muss&#8220;, empfiehlt <a href="http://www.eurogamer.de/articles/batman-arkham-asylum-test">eurogamer.de</a>. Und auf <a href="http://www.metacritic.com/games/platforms/ps3/batmanarkhamasylum?q=batman%20arkham%20asylum">metacritic.com</a> erh&#228;lt &#8222;Batman: Arkham Asylum&#8220; sage und schreibe 90 von 100 Punkten &#8211; eine Top-Wertung.</p>
<p>Ein Gespr&#228;ch mit Andreas Rauscher.</p>
<p><img src="http://www.solokarpfen.de/wp-content/uploads/2009/09/batman2_600x300-450x225.jpg" alt="Screenshot &quot;Batman: Arkham Asylum&quot;" title="Screenshot &quot;Batman: Arkham Asylum&quot;" width="450" height="225" class="aligncenter size-large wp-image-1901" /></p>
<p><strong>Warum ist &#8222;Arkham Asylum&#8220; ein solcher Erfolg?</strong></p>
<p>Als Autor f&#252;r das Spiel wurde mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Dini">Paul Dini</a> einer der angesehensten Comic-Autoren engagiert. Es wirkt sich nat&#252;rlich auf die Qualit&#228;t aus, wenn das Spiel wie eine eigene <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Graphic_Novel">Graphic Novel</a> behandelt wird, statt nur ein lieblos zusammengest&#252;ckeltes Abfallprodukt umzusetzen. Einen &#228;hnlichen Qualit&#228;tssprung erleben wir, wenn sich spielebegeistere Regisseure in die Games-Produktion einmischen. Das war zum Beispiel beim <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Peter_Jackson%27s_King_Kong:_The_Official_Game_of_the_Movie">Spiel zu Peter Jacksons &#8222;King Kong&#8220;</a> der Fall.</p>
<p><strong>Was zeichnet die Handlung von &#8222;Arkham Asylum&#8220; aus?</strong></p>
<p>Der Plot erinnert stark an eine wirklich exzellente, sehr experimentelle Graphic Novel aus den sp&#228;ten Achtzigern. Die hie&#223; &#8222;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Arkham_Asylum:_A_Serious_House_on_Serious_Earth">Arkham Asylum: A Serious House on Serious Earth</a>&#8220; und stammt von den Autoren Grant Morrison und Dave McKean. Darin ergreift der Joker die Kontrolle &#252;ber die Nervenheilanstalt Arkham Asylum. In einer surrealen Odyssee, in der sich die normalen Raumstrukturen aufl&#246;sen, muss Batman den Weg aus diesen alptraumhaften Kammern finden. Unterwegs trifft er auf seine ehemaligen Gegenspieler. Das Ganze entwickelt sich zu einem ziemlich d&#252;steren Batman-Psychogramm.</p>
<p><strong>Welche filmischen und literarischen Vorlagen hat das Spiel?</strong></p>
<p>Die Bez&#252;ge zu Lewis Carrolls &#8222;Alice in Wonderland&#8220; wurden zwar nicht ins Spiel &#252;bernommen, waren in der Graphic Novel aber von zentraler Bedeutung. Dort haben Morrison/McKean sie in einer bizarren Variante adaptiert. Bei Batmans Charakter hat man sich ja immer schon denken k&#246;nnen, dass f&#252;r ihn in Arkham Asylum eine Gummizelle frei ist. Er ist selber hochgradig neurotisch, der Unterschied zwischen ihm und seinen Gegenspielern ist ziemlich gering. Dieses Thema wird dann auch in Christopher Nolans Film &#8222;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/The_Dark_Knight">Dark Knight</a>&#8220; wieder aufgegriffen. Und auch auf die &#196;sthetik des aktuellen Videospiels wirkt sich das alptraumhafte Szenario der Graphic Novel aus. So etwas gab es in den bisherigen Batman-Games nicht. Bei den Spielen haben wir jetzt die beiden gegens&#228;tzlichen Pole des Batman-Universums: Das auszeichnete &#8222;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Lego_Batman:_The_Videogame">Lego Batman</a>&#8220; von 2008 f&#228;hrt die Schiene des Pop-Art-Batman weiter: als grell &#252;berzeichneter Comic-Spa&#223;. &#8222;Arkham Asylum&#8220; dagegen f&#228;hrt die Gothic-Horror-Schiene, die bei Batman genauso wichtig ist.</p>
<p><object width="450" height="284"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/ZU4TcekucDE&#038;hl=en&#038;fs=1&#038;rel=0&#038;border=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/ZU4TcekucDE&#038;hl=en&#038;fs=1&#038;rel=0&#038;border=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="450" height="284"></embed></object></p>
<p><strong>Graphic Novels dienten schon mehrfach als Vorlage f&#252;r Videospiele. Welche ragen da heraus?</strong></p>
<p>Es gab ein paar ganz nette Marvel-Adaptionen. 2005 erschien ein <a href="http://www.youtube.com/watch?v=exDqDj-Lb9E">Spiel</a> zur Comic-Serie &#8222;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ultimate_Spider-Man">Ultimate Spiderman</a>&#8220;, an dem auch einige Autoren der Vorlage mitarbeiteten. Das Game war zwar nicht &#252;berw&#228;ltigend, aber ein ganz netter Versuch, das offene Gameplay von &#8222;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Grand_Theft_Auto">Grand Theft Auto</a>&#8220; zu &#252;bernehmen. Auf Dauer wurde das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gameplay">Gameplay</a> leider ziemlich redundant.</p>
<p><strong>Die Spielmechanik aus &#8222;Arkham Asylum&#8220; wird besonders gelobt &#8230;</strong></p>
<p>Da wurden geschickt Elemente aus Stealth-Games wie &#8222;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Splinter_Cell">Splinter Cell</a>&#8220; auf &#8222;Batman&#8220; &#252;bertragen. Fr&#252;here Batman-Spiele waren meistens einfache Jump’n&#8216;Run-Games. Lustigerweise konnte man in den Super-Nintendo-Adaptionen zu den Batman-Filmen meistens den <a href="http://photobucket.com/images/batarang">Batarang</a> so werfen, dass er den Effekt einer Schusswaffe hatte. Der Stealth-Aspekt spielte da keine wirkliche Rolle.</p>
<p><strong>Im neuen Batman-Spiel gibt es ziemlich viele Cutscenes. Ist das ein sinnvolles Stilmittel?</strong></p>
<p>Bei &#8222;Arkham Asylum&#8220; ist es ganz reizvoll. Es wurde ja nicht nur ein gefeiertert Comic-Autor engagiert, sondern auch eine ganze Reihe von Sprechern, unter anderem der fr&#252;here &#8222;Luke Skywalker&#8220; <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mark_Hamill">Mark Hamill</a>, der inzwischen Karriere als Joker in den Batman-Animationsserien macht. Das tr&#228;gt stark zur Atmosph&#228;re des Spiels bei.</p>
<p><strong>Dein Fazit?</strong></p>
<p>Statt auf die Schnelle ein &#8222;Dark Knight&#8220;-Videospiel nachzuschieben, wurde mit &#8222;Arkham Asylum&#8220; ein eigenst&#228;ndiges und sehr gelungenes Batman-Spiel produziert. Ich finde es gut, dass man versucht, die Videospiele mit einem eigenen Ansatz zu versehen, und nicht nur fl&#228;chendeckend Merchandising-Produkte raushaut, wenn ein neuer Batman-Blockbuster in die Kinos kommt.</p>
<p><em><a href="http://www.andreas-rauscher.de/">Andreas Rauscher</a> ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut f&#252;r Filmwissenschaft der Universit&#228;t Mainz und freier Journalist. Derzeit sitzt er an seiner Habilitationsschrift &#8222;Spielerische Fiktionen &#8211; Genrekonzepte in Videospielen&#8220;.</em></p>
<p>(<em>Dieses Interview ist auch auf <a href="http://www.lordsofzock.com/batman-arkham-asylum/">lordsofzock.com</a> erschienen.</em>)</p>




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		<pubDate>Mon, 14 Sep 2009 20:28:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simon Frost</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gerede]]></category>
		<category><![CDATA[Angela Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Edmund Stoiber]]></category>
		<category><![CDATA[Frank-Walter Steinmeier]]></category>
		<category><![CDATA[Kanzler-Duell]]></category>

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		<description><![CDATA["Ein Duett, kein Duell", "Sachdebatte", "Yes, we g&#228;hn" -- Die 500 Journalisten im Pressezentrum des TV-Duells haben einen richtigen Sieger nicht ausfindig machen k&#246;nnen. Den gab es an diesem Abend allerdings schon. Er lehnte entspannt im Sessel bei Anne Will. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da standen sie an ihren Pulten und belauerten sich. Angela Merkel, Bundeskanzlerin und dies auch gerne bleiben wollend, und Frank-Walter Steinmeier, der das Amt haben m&#246;chte. Eineinhalb Stunden lang gab sich das Moderatoren-Quartett alle M&#252;he, die beiden Kandidaten aus dem Takt ihrer Antworten und aus dem Trott der gro&#223;-koalition&#228;ren Gem&#252;tlichkeit zu bringen. Mit m&#228;&#223;igem Erfolg, wie jeder, der es gesehen hat, beipflichten wird.</p>
<p><div id="attachment_1883" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Msc_2004-Saturday_Afternoon-1400-1600-IMG_0009.jpg"><img class="size-medium wp-image-1883" src="http://www.solokarpfen.de/wp-content/uploads/2009/09/stoiber-250x250.jpg" alt="War er im Sanatorium an der Nordsee oder kuren in Bad Reichenhall?" width="250" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">War er im Sanatorium an der Nordsee oder kuren in Bad Reichenhall?</p></div> Nach 90 Minuten und ein paar Tausend Anrufen der Wahlforscher war dann klar: Der Sieger ist &#8211; keiner der beiden. Steinmeier macht Boden gut, aber nicht genug. Merkel b&#252;&#223;t ein wenig von ihrem Kanzlerbonus ein, aber nicht so viel, dass sie sich ernsthaft Sorgen machen muss.</p>
<p>Die gesamte Nachberichterstattung mit aufgebrachten Niebels, Bartschs und Trittins und zufriedenen M&#252;nteferings und Pofallas &#8211; geschenkt.</p>
<p>Wirklich von sich reden machte eigentlich nur einer. Einer, von dem schon lange nichts zu sehen, von dem ebenso wenig zu h&#246;ren gewesen ist. Einer, bei dem man froh war, dass das so gewesen ist. Entspannt lehnte er da im Sessel bei <a title="Duell-Abend bei Anne Will" href="http://daserste.ndr.de/annewill/aktuelle_sendung/erste316.html" target="_blank">Anne Will</a>, l&#228;chelte, wirkte f&#252;r seine uns bekannten Verh&#228;ltnisse sogar richtig locker. Und er redete, beantwortete pr&#228;zise ihm gestellte Fragen, bildete lange S&#228;tze, die einen Sinn ergaben, wirkte aufger&#228;umt und mitunter schlagfertig, sprach weder die Moderatorin noch einen der &#252;brigen G&#228;ste mit &#8222;Frau Merkel&#8220; an.</p>
<p>Edmund Stoiber. Was ist mit ihm geschehen? War er im Sanatorium an der Nordsee oder kuren in Bad Reichenhall? Hat er seit seinem Abschied aus der bayerischen Politik heimlich Stunden bei seinem einstigen Kommunikationstrainer Michael Spreng genommen?</p>
<p>Diese Fragen stellte in der allgemeinen Aufregung um die Unaufgeregtheit des TV-Duells leider niemand. Und so bleibt nur aus dem zu schlussfolgern, was &#252;ber den einstigen bayerischen Ministerpr&#228;sidenten, CSU-Vorsitzenden und Unions-Kanzlerkandidaten allgemein bekannt ist: Der Kampf gegen Euro-B&#252;rokraten und B&#252;rokratie in Br&#252;ssel muss f&#252;r einen deutschen Muster-B&#252;rokraten, als der Stoiber gilt, unglaublich entspannend sein. Beinah wie ein Bad im Jungbrunnen.</p>
<p>Und siehe da, kaum ist der Duell-Abend vorbei, <a title="Interview Welt.de" href="http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft/article4528452/Wenn-es-ernst-wird-gibt-es-ploetzlich-ueberall-Bedenkentraeger.html" target="_blank">legt Stoiber nach</a>, bleibt in den Schlagzeilen. Durch B&#252;rokratieabbau will er Staaten und Unternehmen europaweit um 40 Milliarden Euro entlasten. 40 Milliarden Euro. Daf&#252;r k&#246;nnte man Opel glatt zehn Mal retten!</p>
<p>Man stelle sich vor, einer der beiden aktuellen Bewerber um die n&#228;chste Kanzlerschaft h&#228;tte im TV-Duell so einen Vorschlag rausgehauen. Der h&#228;tte den Wettstreit vor den Kameras wom&#246;glich sogar gewonnen!</p>
<p>Also, wenn Stoiber mehr solcher Vorschl&#228;ge machte und sich an <a title="Regeln f&#252;r TV-Duellanten" href="http://www.bild.de/BILD/politik/2009/09/13/tipps-von-stoiber/fuer-tv-duellanten.html" target="_blank">die selbst aufgestellten Regeln f&#252;r eine erfolgreiche TV-Duell-Vorbereitung</a> hielte, k&#246;nnte er es nach dem Debakel 2002 ja glatt noch einmal …</p>
<p>Nein, daran wollen wir &#8211; bei aller Liebe &#8211; nicht denken. Es reicht, dass er das diesj&#228;hrige &#8222;Duell&#8220; f&#252;r sich entschieden hat.</p>




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		<title>Das neue alte Album</title>
		<link>http://www.solokarpfen.de/kultur/1841-neue-alte-album/</link>
		<comments>http://www.solokarpfen.de/kultur/1841-neue-alte-album/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 13 Sep 2009 09:34:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Strobel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Elektro]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[New Wave]]></category>
		<category><![CDATA[Noblesse Oblige]]></category>

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		<description><![CDATA[Noblesse Oblige ver&#246;ffentlichen ihr erstes Album nun zum zweiten Mal. Ein paar Fragen an Songwriter Sebastian Lee Philipp.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als das deutsch-franz&#246;sische Duo <a href="http://www.nobleseoblige.co.uk">Noblesse Oblige</a> 2006 sein Deb&#252;t-Album &#8222;Privilege Entails Responsibility&#8220; beim britischen Label Horseglue Records ver&#246;ffentlichte, war es l&#228;ngst kein Geheimtipp mehr. Die Single &#8222;Bitch&#8220; lief bereits in den Clubs rauf und runter &#8211; sowohl auf Elektro-Partys, als auch auf New-Wave- und Post-Punk-orientierten Events. Leider war &#8222;Privilege Entails Responsibility&#8220; die letzte Ver&#246;ffentlichung auf Horseglue, bevor das Label schlie&#223;en musste. </p>
<p><a href="http://viewmorepics.myspace.com/index.cfm?fuseaction=viewImage&#038;friendID=33795653&#038;albumID=111544&#038;imageID=349647"><img src="http://www.solokarpfen.de/wp-content/uploads/2009/09/noblesse-o-194x250.jpg" alt="Bild: (c) Noblesse Oblige" title="Bild: (c) Noblesse Oblige" width="194" height="250" class="alignright size-medium wp-image-1865" /></a> F&#252;r die Wahlberliner war mit <a href="http://www.reporecords.de">RepoRecords</a> schnell eine neue Heimat gefunden. Mit ihrem dort immer noch aktuellen zweiten Album &#8222;In Exile&#8220; konnten sie ihre Fangemeinde und Bekanntheit noch mal deutlich vergr&#246;&#223;ern. Kein Wunder also, dass RepoRecords sich die M&#252;he gemacht hat, auch das nicht mehr erh&#228;ltliche Deb&#252;t-Album wieder aufzulegen. Nat&#252;rlich darf bei einer solchen Wiederver&#246;ffentlichung ein wenig Bonusmaterial nicht fehlen: So wurde &#8222;Privilege Entails Responsibility&#8220; &#8211; &#252;brigens die englische &#220;bersetzung des Bandnamens &#8211; um ingesamt 10 Tracks erg&#228;nzt. </p>
<p>Vor allem live sind Valerie Renay und <a href="http://www.myspace.com/sebastianleephilipp">Sebastian Lee Philipp</a> im In- und Ausland sehr umtriebig. Und als w&#228;ren die beiden mit Noblese Oblige noch nicht genug ausgelastet, sind sie solo mit den Projekten <a href="http://www.myspace.com/femmefacade">Femme Façade</a> (Valerie) und <a href="http://www.myspace.com/derraeuberundderprinz">Der R&#228;uber und der Prinz</a> (Sebastian) besch&#228;ftigt. Gemeinsam treffen sie sich dann auf DJ-Gigs irgendwo zwischen Berlin, Paris und London wieder. Die m&#228;nnliche H&#228;lfte von Noblesse Oblige war so nett, uns ein paar Fragen zum Rerelease zu beantworten.</p>
<p>Sebastian, welche sind deine Lieblingsst&#252;cke auf dem &#8222;neuen&#8220; alten Album &#8222;Privilege Entails Responsibillity&#8220;?</p>
<blockquote><p>Mir gefallen vor allem unsere Coverversionen unter den Bonustracks, da wir es &#8211; finde ich &#8211; geschafft haben, die Stimmung und Energie der Originale, vor allem die Texte, auf eine neue, andere Weise zu interpretieren. Au&#223;erdem hat sich &#252;ber die vergangenen paar Jahre einiges an Bonusmaterial angesammelt, darunter viele Remixe von befreundeten Bands und Kollegen, die wir nun auf diesem Wege auch endlich ver&#246;ffentlichen konnten. Besonders gef&#228;llt mir <a href="http://www.myspace.com/markreedermfsflesh">Mark Reeders</a> Remix unseres St&#252;cks &#8222;Duell&#8220;. Es handelt sich dabei eigentlich um ein Lied unseres zweiten Albums &#8222;In Exile&#8220;. Wir wollten es aber unbedingt jetzt ver&#246;ffentlichen und haben uns deshalb entschieden, es zusammen mit unserem eigenen Remix von &#8222;<a href="http://www.youtube.com/watch?v=ruv9Qy4SfvQ">Tanz Mephisto</a>&#8220; &#8211; die zwei einzigen Remixe des &#8222;In Exile&#8220; Albums &#8211; hier auch noch draufzupacken.</p></blockquote>
<p>Zwischen dem ersten und dem zweiten Album &#8222;In Exile&#8220; hat sich euer Sound doch sehr h&#246;rbar weiterentwickelt. Wann ist denn mit eurem n&#228;chsten Album zu rechnen? Und was wird uns dort erwarten?</p>
<blockquote><p>Wir haben schon viele neue Lieder geschrieben und werden demn&#228;chst im Studio unser drittes Album aufnehmen. In den vergangenen paar Monaten haben wir uns viel mit dem Thema Okkultismus auseinandergesetzt, der Idee des &#8222;<a href="http://www.amazon.de/Moonchild-Aleister-Crowley/dp/3933321182">Moonchild</a>&#8220; von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Aleister_Crowley">Aleister Crowley</a>, aber auch den anthropologischen Studien <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Edward_E._Evans-Pritchard">Edward Evan Evans-Pritchards</a> &#252;ber Magierituale in afrikanischen St&#228;mmen, sowie dem Voodoo. Unser Plan ist es, diese Themen in ein Konzeptalbum einzubauen. Technisch werden wir mit einem reduzierterem Set-up als zuvor arbeiten, daf&#252;r aber die einzelnen Elemente voll aussch&#246;pfen, vor allem mit Live-Percussion und einem neuen Gitarrensound.</p></blockquote>
<p>F&#252;hlt ihr euch noch wohl in Berlin? Wollt ihr hier bleiben?</p>
<blockquote><p>Bis ans Lebensende werde ich hier nicht bleiben, aber momentan gef&#228;llt mir die Stadt noch gut genug. Bei mir dauert es immer 5 Jahre, bevor ich das Bed&#252;rfnis habe, woanders hinzuziehen. Es bleiben mir also noch ein paar hier in Berlin.</p></blockquote>
<p>Dieser Text ist auch im <a href="http://www.negatief.de/">Negatief Magazin</a> erschienen.</p>




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		<title>Der Unsympath</title>
		<link>http://www.solokarpfen.de/gerede/1849-unsympath/</link>
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		<pubDate>Sun, 13 Sep 2009 09:29:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Meyer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gerede]]></category>
		<category><![CDATA[HassMartin]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Pro Sieben]]></category>
		<category><![CDATA[Schlag den Raab]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Raab]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>

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		<description><![CDATA[Knapp f&#252;nf Stunden duellierte sich Stefan Raab gestern Abend mit einem 24-j&#228;hrigen Praktikanten. Am Ende gewann Hans-Martin eine halbe Million Euro -- Als Sieger durfte er sich aber nicht f&#252;hlen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Stell dir vor, du bist im Fernsehen, ganz Deutschland sieht zu &#8211; und hasst dich! So ging es am Samstagabend einem 24-j&#228;hrigen Pharmazie-Praktikanten, der das gesamte &#8222;Schlag den Raab&#8220; Publikum in Windeseile gegen sich aufgebracht hat: Dem nach eigener Aussage hochintelligenten Hans-Martin (der einen IQ von 143 angab). Gro&#223;spurig, arrogant, &#252;berheblich &#8211; der junge Mann sollte besser nicht schauen, was bei Twitter so alles &#252;ber ihn geschrieben wurde&#8230;</p>
<blockquote><p>Ich dachte eigentlich, ich schlage ihn nach 12 oder 13 Spielen. Dann ist leider doch ein wenig knapp geworden. Stefan Raab ist doch besser, als ich dachte.</p>
<p>(<em>&#8211; Hans-Martin</em>)</p></blockquote>
<p>Das Unterhaltsamste an diesem Abend &#8222;Schlag den Raab&#8220; war zweifellos die Sendungsbegleitung bei Twitter. Denn nicht nur Moderator Opdenh&#246;vel, Kommentator Buschmann und das Studiopublikum haben Hans-Martin schnell in ihr Hasszentrum geschlossen, sondern auch zahlreiche Zuschauer vor den Heimrechnern. Und die kommentierten die Leistung und das Auftreten in der Sendung ohne Gnade: &#8222;was bringt einem ein iq von 140, wenn man(n) hans-martin hei&#223;t?&#8220; (von @revochan) war da noch das Harmloseste.</p>
<p>Eine kleine Auswahl der Twitter-Liebeserkl&#228;rungen an Hans-Martin:</p>
<p>&#8211; dieser hans-martin ist ne doofe luftpumpe (@Supermietzi)</p>
<p>&#8211; Hans Martin ab auf die Stille Treppe und schweig still.. (@BerlinAngel)</p>
<p>&#8211; Dieser Hans-Martin ist der gr&#246;&#223;te Unsymphat, der je Kandidat bei Schlag den Raab war. (@sprungfeldh)</p>
<p>&#8211; Man bekommt schon Aggressionen beim zuschaun.Was ein Spacko. #HassMartin (@NoraBolz)</p>
<p>&#8211; Bei Hans Martins Geburt wu&#223;te der Arzt nicht wo er draufklopfen sollte. Der ganze Kerl ein Arsch!! (@drcox1982)</p>
<p>&#8211; Wow, da schreibe Ich einen abf&#228;lligen Tweet &#252;ber #hassmartin, bin noch nicht fertig und schon macht #hassmartin eine neue Bl&#246;dheit. (@syranez)</p>
<p>&#8211; Oh je! Wenn sich deine eigenen Freunde f&#252;r dich entschuldigen, l&#228;uft was falsch. (@beangie)</p>
<p>Da wirkt das &#8222;Selten so einen Keks bei SdR gesehen!&#8220; von @martinteschner schon fast liebevoll&#8230;</p>
<p><div id="attachment_1857" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><img src="http://www.solokarpfen.de/wp-content/uploads/2009/09/sdr-250x250.jpg" alt="Hans-Martin, Kandidat." title="Bild: (c) ProSiebenSat.1 Media AG" width="250" height="250" class="size-medium wp-image-1857" /><p class="wp-caption-text">Hans-Martin, Kandidat.</p></div> Das Hashtag #HassMartin machte blitzschnell die Runde, die gesamte Twitter-Gemeinde drosch auf Hans-Martin ein, votete in einer<a href="http://twtpoll.com/a25zmu"> Twitter-Umfrage</a> gegen Hans-Martin. Noch am gleichen Abend wurde im StudiVZ unter anderem blitzschnell &#8222;Die gro&#223;e Anti-Hans-Martin Gruppe gegr&#252;ndet&#8220;, das Gegenst&#252;ck bei Facebook hei&#223;t gar &#8222;Ich k&#246;nnte Hans-Martin pausenlos die Fresse polieren!!!!!!!!!&#8220;</p>
<blockquote><p>Ich bin fast 20 Jahre j&#252;nger als Stefan Raab. Ich bin sportlicher und geistig fit. Ich habe einen IQ von 143. Ich war mir sicher, dass ich ihm auf allen Gebieten &#252;berlegen bin.</p>
<p>(&#8211; <em>Hans-Martin</em>)</p></blockquote>
<p>Das Hans-Martin-Bashing bei Twitter gewann &#252;ber den Abend eine unglaubliche Dynamik, schaukelte sich immer mehr hoch. Dieser Post von @HofnarrFlorian traf es auf den Punkt: &#8222;Hans-Martin ist bei Twitter unbeliebter als Ursula von der Leyen&#8220;. Wer mit einem Computer vor dem Fernseher sa&#223;, f&#252;r den trat das Geschehen in der Glotze in den Hintergrund. Richtig unterhaltsam war es im Netz, wo alle paar Minuten neue Attacken auf Hans-Martin auftauchten. Sogar T-Shirts mit der Aufschrift &#8222;Deine Mudder hei&#223;t Hans-Martin&#8220; oder &#8222;I survived Hans-Martin&#8220; wurden blitzschnell entworfen und zum <a href="http://atomtigerzoo.spreadshirt.net/de/DE/Shop">Verkauf</a> angeboten.</p>
<blockquote><p>Ich wollte Stefan unterbuttern, so wie er das mit den Kandidaten gerne macht.</p>
<p>(&#8211; <em>Hans-Martin</em>)</p></blockquote>
<p>Am Ende der Sendung nahm Hans-Martin zwar 500.000 Euro mit &#8211; aber auch den Unmut aus nahezu ganz Deutschland. Mit seiner &#252;berheblichen Art brachte er den Gro&#223;teil des Publikums gegen sich auf &#8211; auch im Studio. Als Moderator Matthias Opdenh&#246;vel fragte, wer denn f&#252;r ihn ist, klatschten gerade einmal sein Bruder, seine Cousine und sein &#8211; &#228;h, Nachbar. F&#252;r Stefan Raab waren hingegen fast alle Anwesenden &#8211; ein sehr seltenes Bild! Beim Sieg wurde Hans-Martin sogar ausgebuht!</p>
<blockquote><p>Buh-Rufe pushen mich nur. Das nehme ich sportlich. Ich bin auch nicht hierhin gekommen, um neue Freunde zu gewinnen, sondern das Geld.</p>
<p>(&#8211; <em>Hans-Martin</em>)</p></blockquote>
<p>Es w&#228;re interessant zu wissen, wie <span style="text-decoration: line-through;">HassMartin</span> Hans-Martin nach der Show von seinem Freundeskreis empfangen wurde &#8211; und vor allem, wie er selber von den Zuschauer-Reaktionen erfahren hat. Vielleicht werden ihn seine Freunde von der Hochbegabtenf&#246;rderung Mensa wieder aufbauen. Oder vielleicht sogar er selber &#8211; er redet ja so gerne mit sich.</p>
<blockquote><p>Ich verliere ungern, heute besonders.</p>
<p>(&#8211; <em>Stefan Raab</em>)</p></blockquote>
<p>(via <a href="http://www.scherzinfarkt.net/2009/09/wenn-dich-ganz-twitter-deutschland-hasst/#more-808">Scherzinfarkt</a>, Zitate: Pro Sieben)</p>




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		<title>Zur Situation in Deutschland</title>
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		<comments>http://www.solokarpfen.de/gesellschaft/1819-situation-deutschland/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 11 Sep 2009 15:12:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Tauss</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Abschrift]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[Rede]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Abschrift meiner am 8. September 2009 -- vorerst letzten -- im Deutschen Bundestag gehaltenen Rede.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Frau Pr&#228;sidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Der Tagesordnungspunkt eins des heutigen Nachmittags lautet: Zur Situation in Deutschland. Ich glaube, es w&#228;re besser gewesen, wenn der Tagesordnungspunkt gehei&#223;en h&#228;tte: Zur wirtschaftlichen Situation in Deutschland. Das ist wichtig und der Schwerpunkt. Aber zur Situation in Deutschland geh&#246;rt meines Erachtens ein bisschen mehr, beispielsweise dass wir im Moment in einem Wahlkampf sind, der erneut &#8211; ich schaue die Frau Pr&#228;sidentin an, die in Sachen Rum&#228;nien sehr engagiert ist &#8211; zulasten anderer Menschen gef&#252;hrt wird &#8211; Koch l&#228;sst gr&#252;&#223;en &#8211;, in diesem Fall der Menschen in Rum&#228;nien. Aber auch Chinesen und andere wurden in diesem Wahlkampf schon erw&#228;hnt. Frau von der Leyen f&#252;hrt einen Wahlkampf mit falschen Anschuldigungen gegen Indien, dem sie unterstellt, nicht das Notwendige gegen Kinderpornografie zu tun.</p>
<p>Frau Bundeskanzlerin, ich glaube, es w&#228;re Zeit, dass sich diese Bundesregierung f&#252;r die Falschaussagen und die Verbreitung offenkundiger Unwahrheiten &#252;ber die entsprechenden Staaten und auch Indien gegen&#252;ber dem Parlament und der deutschen &#214;ffentlichkeit entschuldigt.</p>
<p>Zur Lage geh&#246;rt auch, wenn man &#252;ber Rum&#228;nien redet, das Folgende: Ich habe vorhin die Zeit genutzt, um ein bisschen googeln. Man kann feststellen, dass wir in gro&#223;em Ma&#223;e Menschen aus Rum&#228;nien anwerden, damit diese f&#252;r Menschen in Deutschland die Pflege &#252;bernehmen. Ich zitiere aus einem entsprechenden Angebot: Eine Rum&#228;nin lebt als Haushaltshilfe in Ihrem Haus. Sie ist fast rund um die Uhr pr&#228;sent. &#8211; Es schlie&#223;t mit dem humanit&#228;ren Absatz: Bitte bachten Sie aber, dass auch diese Menschen Freizeit haben. &#8211; Ich glaube, das sagt mehr &#252;ber die Situation dieses Landes aus als manch anderes, &#252;ber das wir gelegentlich diskutieren.</p>
<p>Die Freiheitsrechte und die B&#252;rgerrechte, die eigentlich keine Randnotiz sein sollten &#8211; auf dem Rand des Zweieurost&#252;cks sind die Worte &#8222;Einigkeit und Recht und Freiheit&#8220; vermerkt &#8211;, waren in der heutigen Debatte eine Randnotiz. Frau Bundeskanzlerin, Sie haben in Ihren gesamten Ausf&#252;hrungen zum Thema B&#252;rgerrechte und zum Thema Rechtsstaat nicht ein einziges Wort verloren. Auch dies kennzeichnet deutlich Ihren Wahlkampf, der von Sicherheit gepr&#228;gt ist. Erst ganz weit hinten kommt die Freiheit.</p>
<p>Ich habe gestern einen Bescheid eines Verwaltungsgerichts mit der Aufforderung erhalten, die Gerichtsgeb&#252;hren f&#252;r eine Auseinandersetzung zu zahlen &#8211; ich werde sie nat&#252;rlich zahlen &#8211;, die ich seit einigen Jahren mit dem Bundesministerium f&#252;r Verkehr f&#252;hre. Es ging darum, dass ich beantragt habe, als deutscher Abgeordneter &#8211; auch dieses h&#228;ngt mit dem Zustand Deutschlands zusammen &#8211; Einsicht in den Vertrag der Bundesrepublik Deutschland mit dem Mautkonsortium zu nehmen, der rund 10.000 Seiten umfasst. Ich kann Ihnen sagen: Mir als Abgeordnetem wird diese Einsicht verwehrt. Von den 10.000 Seiten darf ich vier Seiten betrachten. Das sind die ersten beiden Deckbl&#228;tter und die beiden r&#252;ckw&#228;rtigen Deckbl&#228;tter. Die Begr&#252;ndung lautet, es handle sich um Gesch&#228;ftsgeheimnisse. Auch das geh&#246;rt zur Situation Deutschlands, dass ein deutscher Abgeordneter nicht in Vertr&#228;ge hineinschauen darf, die die deutsche Bundesregierung zulasten und auf Kosten des deutschen Steuerzahlers mit der Privatwirtschaft abschlie&#223;t. Ich denke, auch dieser Skandal sollte, wenn man zur Situation in Deutschland spricht, benannt werden.</p>
<p>Zur Lage in Deutschland geh&#246;rt auch, dass wir nach den gr&#246;&#223;ten Datenschutzskandalen, die wir in der Geschichte der Republik hatten, hier ein allenfalls halbherziges Datenschutzgesetz hinbekommen haben, es aber nicht geschafft haben, den Bundesbeauftragten f&#252;r den Datenschutz personell zu verst&#228;rken. Wir haben hier ein Gesetz beschlossen, das am 1. August in Kraft treten sollte. Es hat meine Partei schier zerrissen und bei mir dazu gef&#252;hrt, dass ich meine Partei verlassen habe. Fragen Sie einmal, was mit diesem Gesetz geschehen ist. Es ist nat&#252;rlich nicht in Kraft getreten, weil es wegen der schlampigen Vorbereitung durch Frau von der Leyen und Herrn zu Guttenberg &#252;berhaupt nicht tauglich ist, vom Herrn Bundespr&#228;sidenten unterschrieben zu werden. Auch das ist die Lage in Deutschland. Daf&#252;r nimmt man aber in Kauf, 134.000 Petentinnen und Petenten, die sich gegen dieses Gesetz gewandt haben, zu beschimpfen. Die Konservativen verhalten sich beim Internet wie damals bei der Einrichtung des Eisenbahnverkehrs: Man verlangt, dass man mit einer Fahne vor der Lokomotive herl&#228;uft. Meine Damen und Herren von der Union, Sie reden &#252;ber Technikfreundlichkeit. Die letzte Technik, die Sie gut fanden, war vielleicht die Kernkraft. Mit dem Internet haben Sie nichts am Hut.</p>
<p>Vielleicht noch etwas zum Zustand des Parlaments. &#8211; Dar&#252;ber rede ich gerne nachher mit den Kollegen. &#8211; Ich k&#252;mmere mich im Moment sehr um inhaftierte Blogger in Aserbaidschan. Menschen, die im Internet ihre Meinung gesagt haben, sind in diesem Land verhaftet worden. Ich bin selbstverst&#228;ndlich hingefahren, zumal einer der Betroffenen einmal Praktikant in meinem B&#252;ro war. Wissen Sie, was die Auskunft der Bundestagsverwaltung war, als ich gesagt habe, ich w&#252;rde gerne dorthin fliegen? Ich habe den Bescheid bekommen, dass ich als Abgeordneter selbstverst&#228;ndlich eine Bildungsreise unternehmen k&#246;nnte &#8211; daf&#252;r k&#246;nnte ich auch meine Bonusmeilen, die ich erflogen habe, verwenden &#8211;, aber f&#252;r eine Reise in Sachen Menschenrechte d&#252;rfte ich Bonusmeilen nicht verwenden. Das ist der Zustand Deutschlands im Jahr 2009.</p>
<p>Man k&#246;nnte mit dem fortfahren, was vom Kollegen Westerwelle zum Bundesverfassungsgericht gesagt worden ist. Ich bin froh, dass bereits richtiggestellt worden ist, dass die Anregung zur Onlinedurchsuchung aus FDP-Kreisen in Nordrhein-Westfalen gekommen ist. Lieber Kollege Westerwelle, ich traue Ihnen ebenso zu, etwas f&#252;r die B&#252;rgerrechte zu tun, wie ich mir zutraue, eine Kuh zu werfen. Sie haben immer nur ein taktikes Verh&#228;ltnis zu den Menschenrechten gehabt. Dort, wo sie regiert haben, haben Sie mit dem Thema Menschenrechte, wie Sie an den aktuellen Landesregierungen sehen, nichts zu tun gehabt.</p>
<p>Was die Terroristen angeht, so w&#252;rde ich Ihnen, Herr Lafontaine, sehr empfehlen, nicht in die Kerbe zu hauen, in die auch der Herr Innenminister immer haut; denn mit dem Sch&#252;ren von Terrorangst werden immer mehr B&#252;rgerrechte und Menschenrechte in diesem Land eingeschr&#228;nkt.</p>
<p>Last, but not least, Frau Pr&#228;sidentin, zur Lage in Deutschland geh&#246;rt auch &#8211; das ist angesprochen worden &#8211; der Mindestlohn. Lassen Sie mich angesichts der Tatsache, dass ich heute wohl meine vorl&#228;ufig letzte Rede halte, den Garderobenfrauen und anderem Personal im Deutschen Bundestag danken. Vielleicht k&#246;nnten wir, bevor wir salbungsvolle Reden halten, mit Blick auf unsere Fahrerinnen und Fahrer, auf die, die hier als Personal arbeiten und bei denen ich mich herzlich bedanke, anfangen, &#252;ber einen Mindestlohn zu reden. Das w&#228;re gute und w&#252;rde dieses Parlament ehren. Ich &#228;rgere mich jedes Mal &#8211; ich sch&#228;me mich fast &#8211;, wenn ich an unseren Garderobenfrauen vorbeilaufe, weil ich immer daran denken muss, welche finanzielle Leistung diese bei einer ausw&#228;rtigen Firma besch&#228;ftigten Kr&#228;fte bekommen.</p>
<p>Frau Pr&#228;sidentin, ich bedanke mich f&#252;r Ihre Geduld. &#8211; Ich w&#252;nsche Ihnen alles Gute und einen sch&#246;nen Tag. Vielleicht k&#246;nnen Sie den einen oder anderen Punkt &#252;ber die Zukunft Deutschlands, den ich angesprochen habe, hier in diesem Parlament ber&#252;cksichtigen.</p>
<p>Besten Dank.</p>
<p>(<em>Bildquelle Startseite: <a href="http://www.flickr.com/photos/opyh/3644233672/">opyh @ flickr.com</a></em>)</p>




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		<title>Gestatten, Kanzlerkandidat!</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Sep 2009 21:57:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simon Frost</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[Steinmeier]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>

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		<description><![CDATA[Frank-Walter Steinmeier hei&#223;t der Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten. Was? Sie wussten das schon? Na, dann hat die neue Wahlplakate-Strategie der SPD wohl schon gewirkt. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Haben Sie es bemerkt? Die Parteien haben endlich die hei&#223;e Phase des Wahlkampfs er&#246;ffnet. Kanzlerin Merkel verordnet Regierungspartner SPD &#246;ffentlich eine Pause vom Regieren &#8211; vier Jahre soll sie mindestens dauern, damit sich die nicht nur in Th&#252;ringen und im Saarland nach links schielenden Genossen besinnen k&#246;nnen.</p>
<p>Herausforderer und Vizekanzler Steinmeier will da nicht nachstehen und wirft ausgerechnet der etwas galascheuen Chefin Galaqualit&#228;ten vor. “Nur auf roten Teppichen flanieren &#8211; das ist auf Dauer zu wenig”, sagt er wortgleich mehreren Zeitungen.</p>
<p>Na, sind Sie schon eingeschlafen? Tja, der Wahlkampf ist jetzt Chefsache, aber deshalb nicht wirklich spannend oder wenigstens unterhaltsam geworden. Am besten w&#252;rden die Protagonisten wohl gar nichts sagen, auch wenn das eine ziemlich utopische Vorstellung ist.</p>
<p>Aber zweifellos sind sie in diesem m&#252;den Saisonfinale am unterhaltsamsten, wenn sie nichts sagen. Komische Momente setzen die Parteien und ihre Strategieabteilungen h&#246;chstens unfreiwillig &#8211; zum Beispiel bei der Gestaltung ihrer Wahlplakate.</p>
<p>In der Parteizentrale der CDU etwa nimmt man es nicht so genau mit der Parteizugeh&#246;rigkeit, wenn denn die Botschaft stimmt. Zwischen dem wie immer l&#228;chelnden Bild des Wirtschaftsminister Guttenberg und dem CDU-Logo liest man: &#8222;Wir haben die Kraft f&#252;r Wirtschaft mit Vernunft&#8220;. Schade nur, dass dieser Minister weder bei der CDU noch seine Partei CSU au&#223;erhalb von Bayern zu w&#228;hlen ist. Aber, so haben sich die Strategen wohl gedacht, wenn einer gute Arbeit macht, ist er auf jeden Fall einer von uns &#8211; und die Leute werden schon nicht merken, dass das gar nicht stimmt.</p>
<p>Eigentlich ist das auch egal, denn der Dauerl&#228;chler ist inzwischen ohnehin hinter der Kanzlerin verschwunden, deren Konterfei auch die &#252;brigen Kompetenzler der CDU &#252;berdeckt. Den Innenminister, von dem niemand wei&#223;, ob er in seinem Alter noch einmal dieses Amt &#252;bernehmen w&#252;rde. Die Familienministerin, deren Elterngeld-Coup sich, bezogen auf die Geburtenrate, als Flop herausgestellt hat. Den Verteidigungsminister, dessen Bekanntheitsgrad noch unter dem des SPD-Kanzlerkandidaten liegt.</p>
<p><div id="attachment_1836" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><img src="http://www.solokarpfen.de/wp-content/uploads/2009/09/fws-250x250.jpg" alt="Frank-Walter Steinmeier baut auf deutsche Ingenieurskunst" title="Bild: (c) Simon Frost" width="250" height="250" class="size-medium wp-image-1836" /><p class="wp-caption-text">Frank-Walter Steinmeier baut auf deutsche Ingenieurskunst</p></div>Apropos SPD-Kanzlerkandidat. Auch die SPD hat umplakatiert. Bislang verk&#252;ndeten der &#214;ffentlichkeit unbekannte Menschen die angeblichen Vorz&#252;ge sozialdemokratischer Regierungspolitik: Arbeit, Bildung, Umweltschutz. Nanu, werden sie sagen, daran hat sich doch nichts ge&#228;ndert. Richtig. Und doch falsch. Denn der unbekannte Mann, der nun die vermeintlichen SPD-Segnungen f&#252;r Arbeit, Forschung und Generationengerechtigkeit anpreist, ist kein geringerer als Kanzlerkandidat Steinmeier selbst, der mal inmitten von Senioren, mal neben einem Arbeiter und mal neben einem kleinen M&#228;dchen steht.</p>
<p>Als ich die Plakate sah, f&#252;hlte ich mich spontan an ein Motiv aus der sp&#228;ten DDR erinnert, das zwei Arbeiter auf einer Baustelle zeigt. Beide tragen vorschriftsm&#228;&#223;ig einen Helm, beide l&#228;cheln freundlich, der eine hebt den Daumen. <a title="DDR-Plaktate.de" href="http://www.ddr-plakate.de/Biographie_time_d.php" target="_blank">&#8222;Klarer Kurs &#8211; Gut arbeiten, gesichert leben!&#8220;</a> steht auf dem Plakat von 1987. Auch in der SPD-Wahlkampfzentrale scheint es Menschen zu geben, denen dieses Motiv im Ged&#228;chtnis geblieben ist. &#8222;Anst&#228;ndige L&#246;hne f&#252;r die Menschen&#8220; steht da unter einem behelmten Steinmeier, der einen Arbeiter kumpelhaft am Arm h&#228;lt.</p>
<p>Auf einem anderen steht SPD-Kandidat neben einem kleinen M&#228;dchen. &#8222;Das schaffen unsere Ingenieure: Saubere Energie ohne Atomkraft&#8220;. Das h&#246;rt sich schon sehr nach sozialistischer Plan- und Hoffnungswirtschaft an, und Steinmeier wirkt seltsam deplatziert, wie als w&#252;rde er ahnen, dass sich Honecker neben einem solchen Spruch viel besser machte.</p>
<p>Aber immer noch besser, als das, was die FDP-Strategen ihrem Parteichef Guido Westerwelle angetan haben. Der l&#228;chelt freundlich von einem h&#252;bsch gelb grundierten Plakat mit blauem Parteilogo und muss im Slogan tats&#228;chlich zugeben: &#8222;Deutschland kann es besser&#8220;. Wenn eine Partei in ihrer Selbstanalyse schon so weit ist, k&#246;nnte sie gleich dar&#252;ber nachdenken sich aufzul&#246;sen.</p>
<p>Manchmal sollte man vielleicht auch auf Plakaten einfach nur schweigen.</p>




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		<title>Ohne Reichtum kein Wohlstand</title>
		<link>http://www.solokarpfen.de/oekonomie/1793-reichtum-wohlstand/</link>
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		<pubDate>Wed, 09 Sep 2009 12:38:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Eber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Die Linken]]></category>
		<category><![CDATA[Konsum]]></category>
		<category><![CDATA[Sparen]]></category>
		<category><![CDATA[Sparquote]]></category>
		<category><![CDATA[Wohlstand]]></category>

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		<description><![CDATA[Wachstum ist nur m&#246;glich, wenn die Menschen darauf vertrauen, dass gegenw&#228;rtige Entbehrung in der Zukunft belohnt wird. Erst wenn dieses Vertrauen zur&#252;ckkehrt, kann die aktuelle  Wirtschaftskrise &#252;berwunden werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Opposition m&#252;sste man sein. Dann k&#246;nnte man fordern, w&#252;nschen, kritisieren. Alles w&#252;sste man besser. Auf jedes Problem h&#228;tte man einfache Antworten. Es w&#228;ren nicht immer L&#246;sungen, daf&#252;r Antworten, die viele h&#246;ren wollten. </p>
<p>Wie der aktuelle Wahlkampf zeigt, hat keine Partei einfachere Antworten als die Linken: Vom Wahlplakat l&#228;chelt milde Gregor Gysi aufs Volk, dazu der Slogan &#8222;<a href="http://www.spreeblick.com/2009/08/30/bundestagswahl-2009-alles-neu/">Reichtum f&#252;r alle</a>&#8220;; zwei Stra&#223;enlaternen weiter die gleiche Partei, ein anderer Spruch: &#8222;<a href="http://www.spreeblick.com/2009/08/30/bundestagswahl-2009-alles-neu/">Reichtum besteuern</a>&#8220;. Ganz offensichtlich glaubt bei den Linken keiner, dass ihre Forderung (&#8222;Reichtum f&#252;r alle&#8220;) jemals Realit&#228;t wird, sonst w&#252;rde man kaum gleichzeitig &#8222;versprechen&#8220;, dem Wahlvolk diesen Reichtum gleich wieder zu nehmen (&#8222;Reichtum besteuern&#8220;). Man wei&#223; halt, es sind nur Parolen &#8211; Parolen von haltlosen Versprechen, Parolen von Neid.     </p>
<p>Es spricht f&#252;r die Intelligenz der Mehrheit unserer Gesellschaft, dass es &#252;berhaupt noch Reiche gibt. Denn die Reichen sind in der Minderheit. In einer Demokratie k&#246;nnte sich die Mehrheit eine Regierung w&#228;hlen, die daf&#252;r sorgt, dass den Reichen ihr Reichtum genommen wird. Der k&#246;nnte dann auf die vielen weniger Reichen verteilt werden. F&#252;r manche ist das nur fair. F&#252;r sie herrscht erst dann Gerechtigkeit, wenn alle das Gleiche haben. Was aber w&#252;rde passieren, wenn den Reichen ihr Verm&#246;gen genommen w&#252;rde? Wenn es derart besteuert w&#252;rde, dass am Ende vom Reichtum nichts bliebe? Wie w&#252;rde dies &#8211; abgesehen davon, dass die Reichen nicht mehr reich w&#228;ren &#8211; die Gesellschaft ver&#228;ndern? </p>
<p>Die Folgen w&#228;ren gravierend. Weil dann die Menschen nicht mehr danach streben w&#252;rden, Verm&#246;gen anzuh&#228;ufen. Es w&#252;rde sich ja nicht mehr lohnen. Dies w&#228;re das Ende unseres Wohlstands. Denn der Mensch hat grunds&#228;tzlich zwei M&#246;glichkeiten, sein Einkommen zu verwenden: Er kann es unmittelbar ausgeben (konsumieren) oder aufheben (sparen). Nur letzteres aber schafft den Wohlstand der Zukunft. Denn Sparen ist die Kehrseite der Investition: Das Geld, das der Bank gegeben wird, verleiht diese an andere, die damit investieren. Einer baut sich ein Eigenheim, ein anderer erweitert seine Firma, der dritte steckt es in seine Ausbildung. Alle drei verzichten auf gegenw&#228;rtigen Konsum, um in der Zukunft ein besseres Leben f&#252;hren zu k&#246;nnen (Wohnen in den eigenen vier W&#228;nden, h&#246;here Firmengewinne, lukrativerer Job).</p>
<p>Aus der Summe vieler individueller Entscheidungen ergibt sich so die Sparquote eines Landes. Sie zeigt an, wie wichtig einer Gesellschaft der augenblickliche Konsum ist, im Vergleich zu einem guten Leben in der Zukunft. Ein Land mit niedriger Sparquote ist ein Land ohne Vertrauen — ohne Vertrauen, dass dem heutigen Verzicht die sp&#228;tere Belohnung folgt. </p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/purpleslog/2866880122/"><img src="http://www.solokarpfen.de/wp-content/uploads/2009/09/wohlstand-450x249.jpg" alt="Bild: (cc) purpleslog @ flickr.com" title="Bild: (cc) purpleslog @ flickr.com" width="450" height="224" class="alignleft size-large wp-image-1795" /></a></p>
<p>Fehlendes Vertrauen hat auch die aktuelle Wirtschaftskrise ausgel&#246;st. Genauer gesagt waren es zun&#228;chst vor allem die Banken, die sich nicht mehr &#252;ber den Weg trauten. Sie liehen sich untereinander kein Geld mehr. Nicht mal f&#252;r ein paar Stunden. Weil sie bef&#252;rchteten, es am n&#228;chsten Tag nicht mehr wiederzusehen. Obwohl der Zinssatz am so genannten Interbankenmarkt Anfang des Jahres stark angestiegen war, parkten viele europ&#228;ische Geldinstitute ihr Verm&#246;gen lieber im sicheren Hafen der Europ&#228;ischen Zentralbank. 200 bis 300 Milliarden Euro lagerten sie dort zu niedrigen Zinss&#228;tzen Nacht f&#252;r Nacht ein. Es dauerte mehrere Monate bis das Vertrauen zur&#252;ckkehrte. Im Fr&#252;hjahr dann war der Betrag auf 20 Milliarden Euro gesunken. </p>
<p>Wie den Banken, so geht es allen Beteiligten eines Wirtschaftssystems: Erst wenn das Vertrauen zur&#252;ck kommt, kann der Aufschwung einsetzen. Wer sich seines Jobs sicher ist, nimmt einen Kleinkredit auf, um das marode Ziegeldach seines Eigenheimes erneuern zu lassen. Wer eine Perspektive sieht, beginnt ein Ingenieursstudium. Wer einen wachsenden Markt erwartet, wird in seinem Unternehmen die Weichen auf Expansion stellen. Dieses Vertrauen ist eine selbsterf&#252;llende Prophezeiung. Weil der Dachdecker einen Auftrag erh&#228;lt, das Unternehmen sein Personal aufstockt und die Ausbildungsst&#228;tte neue Lehrer einstellt, f&#252;hrt die Erwartung des Aufschwungs dazu, dass er auch wirklich eintritt.</p>
<p>Ohne Vertrauen also kein Ende der Krise, Vertrauen auch darin, dass jeder einzelne, so er zu Verm&#246;gen kommt, relevante Teile davon behalten darf. Man muss das nicht als gerecht empfinden, aber man sollte es akzeptieren: Wer Wohlstand will, muss Reichtum zulassen.</p>




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