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Wann geht es eigentlich mit Solokarpfen weiter?

Eine berechtigte Frage. Wir haben das neue Jahr zum Anlass genommen, eine vorläufige Antwort zu formulieren.

von Christoph Strobel

veröffentlicht am 8. Januar 2010

Je öfter wir diese Frage hören, desto mehr schmerzt die Tatsache, dass wir uns im September* des vergangenen Jahres gezwungen sahen, dieses Projekt auf Eis zu legen. Damit befanden wir uns 2009 zwar in guter Gesellschaft, aber das tröstet nicht darüber hinweg, dass unsere ursprüngliche Idee nicht erfolgreich war (und es vielleicht auch nicht sein konnte).

Bezeichnend für dieses Krisenjahr 2009 ist ein Beitrag von Malte Welding für die Netzeitung im November, der das Ende von Solokarpfen am Rande erwähnte. Nur wenige Wochen später ist der Artikel nicht mehr auffindbar, weil die Netzeitung in Zukunft auf Autorenbeiträge sowie eine menschliche Redaktion verzichtet und seit Jahresbeginn als Zombie durchs Netz taumelt. Wir erinnern uns: 2005 war die Netzeitung das meistzitierte Online-Medium.

Mit den Tränen kamen aber auch die Clowns, die selbstverständlich und vor allem im nachhinein alles besser wussten. Und es gab aber auch jene, die Masterpläne oder Manifeste entwarfen, nach denen Online-Journalismus oder Medien im allgemeinen heute funktionieren könnten. Zum Beispiel hier, hier oder hier.

Und viele fragen sich, warum jene, die es, ach, so gut meinen, nicht mit gutem Beispiel vorangehen und als Hasardeur die Medienlandschaft aufmischen. Fürchten Sie im Fall des Scheiterns die Häme? Halten sie ihre Konzepte womöglich für unbrauchbar? Oder ist ihre Zeit noch nicht gekommen? – Ein Grund ist, dass die Ratschläge eher für den laufenden Betrieb einer bestehenden Publikation gelten oder aber ihre crossmediale Ausdehnung in einer sich wandelnden Medienlandschaft unterstützen.

Die Voraussetzungen für die Gründung einer Publikation sind so dagegen so simpel wie vor dem Medienwandel. Es braucht den Dreiklang aus

  1. einer mitreißenden publizistischen Idee,
  2. dem Glauben an diese Idee und
  3. den Mitteln, um diese Idee zu verwirklichen.

Jedes der in den vergangenen Monaten gescheiterten Medienprojekte wird seinen Misserfolg mit dem Fehlen mindestens einer dieser Faktoren begründen können. So ist Aggregation allein als Idee letztlich so uninspiriert wie der Glaube, mit Geld könne man Inhalte um jeden Preis schmackhaft machen. Willenskraft allein hilft leider auch nicht, wenn am Ende die finanziellen Kräfte versagen.

Eine neue Publikation muss mehr befriedigen als den Wunsch, Herausgeber zu sein. Sie muss vor allem authentisch sein. „Kein unpolitisches Hochglanz-Wischi-Waschi“, rät Oliver Gehrs im Meedia-Interview. Sein Dummy-Magazin imponiert uns wie auch nach wie vor Markus Peichls Tempo von einst, ebenso brand eins oder die Art, wie die Macher von byte.fm an das schwierige Thema Radiomachen herangehen.

Wir planen einen Neustart, der diesen Ansprüchen gerecht wird.

* Solokarpfen.de ist zur Veröffentlichung dieser Erklärung wieder freigeschaltet. Eine Aktualisierung der übrigen Inhalte hat seit dem Zeitpunkt der Projekteinstellung im September 2009 nicht mehr stattgefunden.

3 Kommentare

  1. Ich wünsche Euch Viel Glück für den Neustart und bin gespannt, auf das was kommt.

    Liebe Grüße
    Brigitte

  2. saggo schrieb am 08.01.2010

    Unbedingt weitermachen!

    lG saggo

  3. pitt venherm schrieb am 12.01.2010

    …ja weitermachen und mitmachen…dazu hab ich Lust….

Ein Trackback

  1. [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Matthias Schumacher, Johannes Eber erwähnt. Johannes Eber sagte: Wann geht es eigentlich mit #Solokarpfen weiter? http://j.mp/6unAai […]

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