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	<title>Solokarpfen &#187; Kurt Molzer</title>
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	<description>Bestimmte Artikel</description>
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		<title>Sex mit der Chefin</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Aug 2009 10:45:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kurt Molzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gerede]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsplatz]]></category>
		<category><![CDATA[Bill Clinton]]></category>
		<category><![CDATA[Büro]]></category>
		<category><![CDATA[Chefin]]></category>
		<category><![CDATA[Kantine]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>

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		<description><![CDATA[Flachlegen, ja - hochschlafen, niemals. Wenn M&#228;nner am Arbeitsplatz ein Techtelmechtel anfangen, riskieren sie leicht ihre Stellung. Acht goldene Regeln f&#252;r Sex im B&#252;ro.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bill Clinton, Expr&#228;sident der Vereinigten Staaten von Amerika, hat es der ganzen Welt vorgemacht. Er verwandelte sein B&#252;ro vom Oval Office ins Oral Office, um einer drallen Praktikantin namens Monica Lewinsky die ausgiebige Verkostung des pr&#228;sidialen Pimmels zu erm&#246;glichen. Ich gehe davon aus, dass er sie nachher penetrierte, denn wenn du als Mister President schon das Risiko eingehst, vor deiner rangniedrigsten Mitarbeiterin die Hosen runterzulassen, dann ziehst du die Nummer doch bittesch&#246;n konsequent bis zum Ende durch und nimmst das Luder auf deinem Schreibtisch, bis die Abraham-Lincoln-B&#252;ste zu Boden kracht.</p>
<p>Bill Clinton erhob Sex am Arbeitsplatz zum Kult. Ich f&#252;hlte mich durch die Lewinsky-Aff&#228;re endg&#252;ltig best&#228;tigt. Wir arbeiten immer mehr und immer l&#228;nger. Viele nehmen inzwischen Zweit- und Drittjobs an, um sich &#252;ber Wasser zu halten. Wo, wenn nicht am Arbeitsplatz, soll Sex &#252;berhaupt noch stattfinden? Sex am Arbeitsplatz ist au&#223;erdem das beste Rezept gegen Mobbing und Konkurrenzdruck. Was gibt es denn Sch&#246;neres, als dem verhassten Chef in seinem B&#252;ro gegen&#252;berzusitzen und still zu triumphieren: &#8222;Du kannst mich nicht mehr qu&#228;len, denn ich besorge es deiner Sekret&#228;rin, und zwar auf deinem Schreibtisch.&#8220;</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/bcaptured/3813407825/"><img src="http://www.solokarpfen.de/wp-content/uploads/2009/08/3813407825_d07acec8f9_o-250x166.jpg" alt="Bild: (c) Ailine Liefeld" title="Bild: (c) Ailine Liefeld" width="250" height="166" class="alignright size-medium wp-image-1406" /></a> Am Beginn des 21. Jahrhunderts gibt es keine Gr&#252;nde mehr, Sex am Arbeitsplatz abzulehnen. Als ich noch regelm&#228;&#223;ig in ein B&#252;ro ging – meine Allergien gegen Konferenzr&#228;ume, Faxger&#228;te, Vorgesetzte, Klarsichth&#252;llen und Na-wie-war-dein-Wochenende?-Dummgeschw&#228;tz im Allgemeinen sowie mein Ekel vor Darmwinden von Kollegen in d&#252;nnwandigen Gemeinschaftsschei&#223;h&#228;usern im Speziellen kamen Mitte der 90er-Jahre verst&#228;rkt zum Ausbruch und trugen mit dazu bei, dass ich bald aus dem t&#228;glichen Berufsleben ausschied –, als ich also noch regelm&#228;&#223;ig zur Arbeit ging, da war die Aussicht auf Kolleginnen-Beischlaf die einzige Motivation, mir den Weg dorthin &#252;berhaupt anzutun. Nur wenn ich genug Sex auf der eigenen Kostenstelle hatte, war ich brauchbar in meinem Job. Es ist eine Ironie des Schicksals, dass ich meine allerletzte Anstellung verlor, weil ich Sex am Arbeitsplatz ein einziges Mal verweigert hatte.</p>
<p>Das kam so: Eines Tages l&#228;utete in meinem B&#252;ro das Telefon. Ein interner Anruf, der Stellvertreter der Chefredakteurin war dran. &#8222;Ich muss mit dir reden&#8220;, sagte er, &#8222;heute Mittag beim Italiener.&#8220; Das hatte nichts Gutes zu bedeuten. Bei Pasta und einer Flasche Wei&#223;wein er&#246;ffnete er mir dann, ich m&#252;sse das Haus verlassen. Ich l&#228;chelte ihn an: &#8222;Gern, sag mir warum.&#8220; Seine Antwort fing so an: &#8222;Punkt eins: Du zeigst deiner Chefredakteurin zu deutlich, dass du sie nicht bumsen willst.&#8220; Ist das nicht herrlich?</p>
<p>Die Chefredakteurin war eine kleine, fette, blondierte Wachtel. Okay, ich hab zu der Zeit fast alles genagelt, was &#252;ber die Flure kam, aber bei der Frau hatte meine Nachsicht ein Ende. Weil es nat&#252;rlich kein K&#252;ndigungsgrund ist, wenn einer partout nicht in seine Chefredakteurin eindringen will, stellte ich Bedingungen f&#252;r meinen Abgang, dass sie mit den Ohren schlackerten. Sie gingen tats&#228;chlich darauf ein, und seitdem schreibe ich meine Storys nicht mehr in Redaktionsb&#252;ros, sondern in Kaffeeh&#228;usern und Stundenhotels, auf Waldlichtungen und Motoryachten. F&#252;r mich ist Sex am Arbeitsplatz also kein Thema mehr. Aber mein Erfahrungsschatz ist reich, und ich will nun ein paar wichtige Grundregeln aufstellen.</p>
<p><strong>Regel eins</strong></p>
<p>Lass dich nie mit einer h&#228;sslichen Kollegin erwischen! Es mag durchaus vorkommen, dass man ab und an auch zu Mangelware greift. Vielleicht ist man ausgepowert, versp&#252;rt keine Lust auf den gro&#223;en Aufriss oder hat bei der kleinen B&#252;rofeier einen zu viel gekippt. Da packst du dir beim Kopierer eben die n&#228;chstbeste Kr&#228;he – Augen zu und durch. V&#246;llig in Ordnung, solange du nie dabei erwischt wirst. Ich hatte mal einen Chefredakteur, der sich in seinem B&#252;ro auf die Klatschkolumnistin geworfen hatte. Mutter Natur meinte es nicht gut mit der Dame. Das Gesicht war herb bis m&#228;nnlich, ihre flachen Br&#252;ste bildeten einen bizarren Kontrast zu dem Riesenarsch. Die beiden wurden von der Putzfrau ertappt. Bald wusste es der ganze Verlag. Wir verloren jeglichen Respekt vor diesem Chefredakteur. Wenn du alles richtig machst und dich mit der Kr&#228;he nicht erwischen l&#228;sst, besteht nat&#252;rlich immer noch die Gefahr, dass sie prahlen will mit dir und es herumposaunt. Bleib souver&#228;n, sag einfach nur: &#8222;Seht sie euch an. Hab ich das n&#246;tig? Nicht mal mit der Zange…&#8220; Keiner wird der Kr&#228;he glauben. Man wird sie wegsperren in den hintersten K&#228;fig, und du wirst deine Ruhe haben vor ihr.</p>
<p><strong>Regel zwei</strong></p>
<p>Alle sollen wissen, dass du das sch&#228;rfste Babe der Firma flachgelegt hast! In diesem Fall hat der Spruch &#8222;Der Gentleman genie&#223;t und schweigt&#8220; keine G&#252;ltigkeit. Es ist wichtig, dass vor allem der restliche Weiberhaufen von der Babe-Erst&#252;rmung erf&#228;hrt. Sie werden das Babe dann nur noch mehr verdammen. Und sie werden tun, was sie tun m&#252;ssen, um ihr ramponiertes weibliches Ego wieder aufzurichten. Sie werden sich dir hingeben, eine nach der anderen. Um am Ende zu triumphieren: &#8222;Was die kann, k&#246;nnen wir auch.&#8220; Eine Kollegin ertr&#228;gt es in der Regel nicht, wenn du dich f&#252;r eine andere Kollegin interessierst. Es bringt sie fast um, und sie ist zu jedem Opfer bereit, das zu &#228;ndern. Dutzendmal erfahren.</p>
<p><strong>Regel drei</strong></p>
<p>Pack dir eine, die beim Kantinenessen richtig zulangt! Es macht keinen Sinn, eine Salatbl&#228;tter z&#228;hlende Modetussi anzubaggern. Wie sie isst, lustlos, so ist sie auch im Bett. Die hungrige L&#246;win musst du erlegen. Ein Vergleichstest sagt alles. Ich lernte beide Frauen in der Burda-Kantine kennen. Fangen wir mit Uta an: Praktikantin bei Elle. H&#252;bsch. Topfigur. Salatfetischistin. Nach einer Weihnachtsfeier im Verlag ging ich mit ihr in die Tiefgarage, um sie in meinem Wagen zu befriedigen. Sie machte w&#228;hrend der 15-min&#252;tigen Paarung die Beine nie breit genug (obwohl es eine S-Klasse war), und sie sagte zirka 20-mal Aua! Helga hingegen, eine Bildredakteurin, a&#223; wie ein M&#228;hdrescher. Wir arbeiteten einmal die halbe Nacht durch und bestellten uns Pizza. Nachdem sie den letzten Happen verdr&#252;ckt hatte, sagte sie: &#8222;Jetzt, mein s&#252;&#223;es Kurtilein, fress ich deinen Schwanz.&#8220; Wir verriegelten die T&#252;r, und sie bekam ihre Nachspeise.</p>
<p><strong>Regel vier</strong></p>
<p>Lass die neue Kollegin erst mal links liegen! Man kennt das: Eine neue, attraktive Kollegin stellt sich vor. Und was passiert? Die M&#228;nnermeute h&#228;ngt von der ersten Sekunde an hechelnd an ihrem Rockzipfel. Sie muss sich dann Spr&#252;che wie diesen anh&#246;ren: &#8222;Wenn du Lust hast, k&#246;nnen wir heute nach dem Essen ja irgendwo ne Latte trinken.&#8220; Lass sie ruhig ziehen mit den ganzen Latte-Trinkern, diesen sterbenslangweiligen, kinder-arsch-glatten K&#246;nigen der Mittagspause. Sie wird mit den Latte-Trinkern vorbeigehen an der Bar, in der du allein deinen Grappa trinkst. Sie wird dich sehen und sich denken, dass sie dich auch schon mal im B&#252;ro gesehen hat. &#8222;Wer ist dieser geheimnisvolle, d&#252;nne Sizilianer mit der gro&#223;en Nase? Warum gr&#252;&#223;t er mich kaum?&#8220;, dachte sich eine neue Kollegin, als sie mich mittags einsam an einem Tresen sah. Sp&#228;ter, als wir l&#228;ngst ein Verh&#228;ltnis hatten, erz&#228;hlte sie es mir. Pia f&#252;hlte sich verfolgt von den Latte-Trinkern. Aber sie lie&#223;en sie bald in Frieden, denn eines Tages sagte sie: &#8222;Ich trinke ab heute Grappa.&#8220;</p>
<p><strong>Regel f&#252;nf</strong></p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/bcaptured/508422860/"><img src="http://www.solokarpfen.de/wp-content/uploads/2009/08/508422860_3f35dfc82c_o-250x188.jpg" alt="Bild: (c) Ailine Liefeld" title="Bild: (c) Ailine Liefeld" width="250" height="188" class="alignleft size-medium wp-image-1408" /></a> Schlaf dich als Mann nie hoch! Nat&#252;rlich kannst du deine Vorgesetzte v&#246;geln. Sie ist und bleibt ja schlie&#223;lich eine Frau, wie die Empfangsdame oder die Putze auch. Als ich j&#252;nger war, hatte ich drei Chefinnen. Einer hab ich’s besorgt, und es machte mir viel Spa&#223;. Sie war unbeliebt in der Redaktion, alle zitterten vor ihr. Aber irgendwann lag sie b&#228;uchlings in ihrem B&#252;ro vor mir auf dem Boden und flehte um Schl&#228;ge auf ihren Hintern. Na, ich hab mir das nicht zweimal sagen lassen und die Alte richtig verdroschen. Die schlimmsten Karrierefrauen sind die dem&#252;tigsten Bettgenossinnen. Als ich sie in der Missionarsstellung unter mir hatte, hauchte sie: &#8222;Sag, dass ich eine dreckige Schlampe bin, behandle mich schlecht.&#8220; – &#8222;Sei still, bl&#246;de Kuh, du sollst nur st&#246;hnen&#8220;, sagte ich darauf zu meiner Chefin. Und schon hatte sie einen gewaltigen Orgasmus. Sp&#228;ter wollte sie mich bef&#246;rdern, zur Belohnung quasi. Aber das lie&#223; ich nicht zu. Nie und nimmer d&#252;rfen M&#228;nner sich hochschlafen. Es br&#228;chte, wie soll ich sagen, die Weltordnung durcheinander.</p>
<p><strong>Regel sechs</strong></p>
<p>Erpresse eine Kollegin, von der du wei&#223;t, dass sie mit einem Kollegen schl&#228;ft, obwohl sie verheiratet ist! Ich hatte eine verheiratete Kollegin – gro&#223;, dicke Br&#252;ste, aber nicht h&#252;bsch, egal –, die sich regelm&#228;&#223;ig mit einem Herrn aus dem Vertrieb in einem sehr nahe gelegenen Hotel zum Mittagsquickie verabredete. Da ich nicht ihrem Geschmack entsprach und keine Chance bei ihr hatte, beim Sommerfest jedoch pl&#246;tzlich scharf auf ihre Titten wurde, griff ich zu einer au&#223;ergew&#246;hnlichen Taktik. Auf dem Weg zur Toilette fing ich sie ab: &#8222;Ich wei&#223;, was du tust in deinen Mittagspausen&#8220;, sagte ich. Sie wurde gleich ganz nerv&#246;s: &#8222;Was meinst du?&#8220; Ich beulte mit der Zunge meine Wange aus und klopfte mit der linken Handfl&#228;che gegen meine rechte Faust. Da lief sie rot an. &#8222;Don’t panic&#8220;, beruhigte ich sie, &#8222;von mir wird es niemand erfahren.&#8220; – &#8222;Kurt, ich wusste, du bist schwer okay&#8220;, atmete sie durch. &#8222;Alles hat seinen Preis&#8220;, machte ich weiter, und hatte meine Hand schon auf ihrem Vorbau. &#8222;H&#246;r bitte auf damit&#8220;, sagte sie, &#8222;es k&#246;nnte uns jemand sehen.&#8220; – &#8222;Dann komm mit ins Geb&#252;sch.&#8220; – &#8222;Was willst du von mir?&#8220; – &#8222;Nur deine Titten, aber richtig.&#8220; Sie kam mit. &#8222;Wenn du trotzdem was erz&#228;hlst, bring ich dich um&#8220;, warnte sie mich. Es war schon dunkel, und sie machte sich oben frei. Die entbl&#246;&#223;ten Dinger leuchteten wie zwei volle Monde. &#8222;Leg dich hin&#8220;, sagte ich. &#8222;Was soll das?&#8220; – &#8222;Ich hab gesagt, dass ich deine Titten richtig will, auf die spanische Art.&#8220; – &#8222;Du darfst sie aber nur anfassen.&#8220; Ich gab mich zufrieden damit, knetete und knutschte in starker Erregung – so lang, bis sie selbst ihren Spa&#223; hatte und der Spanischstunde doch noch zustimmte.</p>
<p><strong>Regel sieben</strong></p>
<p>Kn&#252;pfe keine feste Beziehung am Arbeitsplatz! Ich machte diesen Fehler. Eine Zeit lang arbeitete ich mit meiner Freundin T&#252;r an T&#252;r. Die Folge: Ich stand st&#228;ndig unter ihrer Beobachtung, Sex am Arbeitsplatz fand – au&#223;er mit ihr nat&#252;rlich, aber Beischlaf mit der eigenen Freundin wird erfahrungsgem&#228;&#223; sehr bald fad – nicht mehr statt. Trotzdem lie&#223; ich nichts unversucht, und S. bekam meine Ann&#228;herungsversuche mit. Sie wurde depressiv an meiner Seite, und als wir einmal gemeinsam von der Arbeit nach Hause fuhren – S. am Steuer ihres schwarzen Mini –, drohte sie, das arme kleine Auto mit vollem Karacho gegen das Siegestor zu fahren. Ich versprach ihr hoch und heilig, auf den letzten Metern vor einem m&#246;glichen Aufprall, dass ich nie wieder einer Kollegin in den Ausschnitt schauen werde. Wir &#252;berlebten. S. wurde, nachdem wir uns trennten, wieder eine gl&#252;ckliche Frau.</p>
<p><strong>Regel acht</strong></p>
<p>Schluss mit Standesd&#252;nkeln – ran an die Putzfrau! Die meisten Putzfrauen kommen aus Bosnien-Herzegowina, Serbien-Montenegro und der T&#252;rkei, und viele von ihnen sehen, man muss es leider sehr deutlich sagen, in der Kopftuch-Damenbart-Kittel-Kombi zum Davonrennen aus. In der Generation der nachkommenden weiblichen Reinigungskr&#228;fte wachsen aber pr&#228;chtige Ausnahmen heran: grell geschminkte Balkanprinzessinnen in engen Jeans und mit auf hellbraunen B&#228;uchen zusammengebundenen Woolworth-Blusen. Genau so eine fing in unserer Redaktion um sieben Uhr morgens mit ihrer Arbeit an. Manchmal, wenn Redaktionsschluss war, sa&#223; ich um diese Zeit immer noch am Schreibtisch. Ich verfolgte jeden ihrer Handgriffe mit gierigen Blicken. Es blieb dabei. Ich hatte nie eine Putzfrau aus der Redaktion. Ich bereue es zutiefst.</p>
<p><em>&#8222;Kurts Geschichten &#8211; Aus dem Leben eines grandiosen Frauenhelden&#8220; von <a href="http://www.ullsteinbuchverlage.de/ullsteintb/autor.php?id=7553&#038;page=buchaz&#038;sort=autor&#038;auswahl=A&#038;pagenum=1">Kurt Molzer</a> sind im <a href="http://www.ullsteinbuchverlage.de/ullsteintb/buch.php?id=8979&#038;page=suche&#038;auswahl=a&#038;pagenum=1&#038;page=buchaz">Ullstein-Verlag</a> erschienen.</em></p>




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		<title>Die Kreuzigung des Fleisches</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Aug 2009 18:55:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kurt Molzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gerede]]></category>
		<category><![CDATA[Autos]]></category>
		<category><![CDATA[GQ]]></category>
		<category><![CDATA[Penthouse]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>
		<category><![CDATA[Urlaub]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Chefredakteur des "Penthouse" und "GQ"-Kolumnist hatte ich einst nur zwei Dinge im Kopf: Sex und schnelle Autos. Vier Wochen Enthaltsamkeit sollten mir den inneren Frieden wiederbringen. Ein Protokoll.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Erster Tag<br />
Gestern noch ergiebig und nach allen Regeln der Kunst das Liebesspiel betrieben &#8211; auf Vorrat sozusagen. Wo und auf Kosten welcher Frau, das tut ausnahmsweise nichts zur Sache. Tag eins verl&#228;uft total entspannt. Ich h&#246;re Johann Strau&#223; und lese ein Buch &#252;ber die Kurtisanen Roms im 16. Jahrhundert: &#8222;T&#246;chter der Venus&#8220;.</p>
<p>2. Tag<br />
Besichtige einen Gutshof bei Salzburg; m&#246;chte das Anwesen zur Miete bewohnen, obwohl ich bettelarm bin. Die Immobilienmaklerin erinnert mich an ungarisches Kesselgulasch: &#252;ppiges Fleisch, Haare wie Paprikagew&#252;rzpulver. Aber welcher Mann will schon in einen Kessel Gulasch steigen?</p>
<p>3. Tag<br />
Unternehme eine Bergwanderung, die mich &#252;ber den gr&#252;n glitzernden Fuschlsee f&#252;hrt. Setze mich auf einer Alm neben drei K&#252;he und denke mir: &#8222;Eigentlich seid ihr sch&#246;ner als die Weiber in der Gegend.&#8220; Bilde mir ein, frei zu sein von Gedanken an jedwede Form der Liebe. Bin gl&#252;cklich.</p>
<p>4. Tag<br />
Erwache mit der &#252;blichen Morgenlatte. Das tun die meisten M&#228;nner, es kommt von der vollen Blase und der Tr&#228;umerei und hat nichts mit dem Bed&#252;rfnis nach Sexualit&#228;t zu tun. Aber irgendwas stimmt nicht mehr: versp&#252;re neben der gewohnten Spannung ein deutliches Kribbeln im Lendenbereich.</p>
<p>5. Tag<br />
Flug LH 448 von Frankfurt nach Phoenix, Arizona. Bin in meiner Eigenschaft als Motorjournalist auf dem Weg zu Testfahrten von General Motors. An Bord befindet sich keine einzige brauchbare Stewardess. Das Kribbeln geht trotzdem nicht mehr weg.</p>
<p>6. Tag<br />
Phoenix, Sanctuary-Hotel. Auf meiner Terrasse hat es 44 Grad. Die junge indianische Zimmerkellnerin h&#228;lt mein Sandwich in der Hand und fragt, wo ich es essen m&#246;chte. &#8222;Von deinem K&#246;rper, Nschotschi&#8220;, denk ich mir. Der sechste Tag ohne Sex zeigt seine Wirkung. Ich stelle mir die H&#228;uptlingstochter im knappen Wildledermini und mit gefesselten H&#228;nden am Marterpfahl vor. Dann sage ich: &#8222;Die Hitze macht mich ganz durstig, bring dem Bleichgesicht bitte was zu trinken. Am besten einen Becher Rum, Myers oder Bacardi.&#8220; Rum sei nicht gut, wenn es so hei&#223; sei, sagt sie mit besorgter Miene. Ich bestehe darauf. Der Pirat Long John Silver habe auch immer nur Rum getrunken, sage ich ihr. Ich bestelle Nschotschi an diesem Tag unter irgendwelchen Vorw&#228;nden noch dreimal in mein Zimmer.</p>
<p>7. Tag<br />
Wann hatte ich zuletzt sechs Tage und sechs N&#228;chte ohne eine einzige sexuelle Handlung durchgemacht? Das muss in der Krabbelgruppe gewesen sein. Im Kindergarten fing ich damit an, den M&#228;dchen Schokolade oder winzige Geldbetr&#228;ge zu versprechen, wenn ich daf&#252;r meinen Kopf unter ihre Kleider stecken durfte. Lerne am Abend in der Hotelbar eine kalifornische Weinh&#228;ndlerin kennen. Sie ist Mitte 30, tr&#228;gt einen weit aufgekn&#246;pften Jeansrock und steckt mir ihre gebr&#228;unten Schenkel entgegen. &#8222;Gute Nacht, Mom, ich bin nun schon sehr m&#252;de&#8220;, verabschiede ich mich sp&#228;ter. Ich kann selbst nicht glauben, was ich da sagte. Zum ersten Mal &#252;berhaupt lasse ich eine Frau allein an der Bar zur&#252;ck. Kann nicht mehr wie sonst auf dem Bauch einschlafen; w&#252;rde sonst anstatt der Weinh&#228;ndlerin die Matratze knallen.</p>
<p>8. Tag<br />
Abendessen mit Bob Bondurant und seiner Frau. Der Ami fuhr Mitte der 60er Jahre neun Rennen in der Formel 1. Man sagt, er sei so langsam gewesen, dass die M&#252;cken an seinem Helm hinten geklebt seien. Heute betreibt er in der N&#228;he von Phoenix die School of High Performance Driving. Neben mir sitzt Miss Bondurant. Am Nachmittag hatte ich sie mit einem kolossalen Crash in einem Go-Cart-Rennen beeindruckt. Ich blutete am Arm wie K&#246;nig Argamemnon im Kampf um Troja &#8211; aber alles, wonach ich verlangte, war ein Ersatzcart, mit dem ich die Jagd auf die Spitze wieder aufnehmen wollte. &#8222;You are such a crazy guy, K&#246;rt&#8220;, sagt sie bei der Vorspeise. Das reicht, ich krieg ein hartes Glied. Miss Bondurant ist Anfang 60, es steht nicht gut um mich.</p>
<p><a href="http://www.ullsteinbuchverlage.de/ullsteintb/buch.php?id=8979&amp;page=suche&amp;auswahl=a&amp;pagenum=1&amp;page=buchaz"></a><a href="http://www.solokarpfen.de/wp-content/uploads/2009/08/molzer2.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1319" title="Bild: (c) Ullstein-Verlag" src="http://www.solokarpfen.de/wp-content/uploads/2009/08/molzer2.jpg" alt="Bild: (c) Ullstein-Verlag" width="250" height="379" /></a> 9. Tag<br />
Fliege von Phoenix nach Indianapolis zum Indy 500, wo allj&#228;hrlich die weltweit gr&#246;&#223;te Versammlung von Boxenludern stattfindet. Am Abend vor dem Rennen kommt in der Lotus-Bar eine Frau mit langen, schwarzen Haaren auf mich zu: &#8222;You are so beautiful, are you from Italy?&#8220; Solchen Frauen sage ich unter normalen Umst&#228;nden jedes Mal: &#8222;Si, bella, von wo du m&#246;chtest: Milano, Roma, Firenze, Napoli &#8230;&#8220; Jetzt sage ich nur: &#8222;Nein, ich bin Exjugoslawe.&#8220; Das m&#252;sste sie eigentlich total abt&#246;rnen, aber sie l&#228;sst nicht locker: &#8222;Are you a racer?&#8220; &#8211; &#8222;No, I’m just Slobodan, arbeitslos&#8220;, sage ich achselzuckend. Dieses Biest gibt nicht auf. Sie kommt mir so nah, dass ich ihre Br&#252;ste sp&#252;re. Ich entschuldige mich und gehe aufs Klo. Eigentlich m&#252;sste ich jetzt einen Handstand machen, um mit der Erektion vern&#252;nftig urinieren zu k&#246;nnen. Ich steh also da wie ein Idiot und warte, bis die Schwellung zur&#252;ckgeht. Dabei sage ich mir leise vor: &#8222;Du darfst sie nicht bumsen, du darfst sie nicht bumsen &#8230;&#8220; Im Gew&#252;hl schleiche ich mich dann unbemerkt an ihr vorbei, zahle am anderen Ende der Bar und verschwinde.</p>
<p>10. Tag<br />
Auf dem riesigen Parkplatz von dem Indy-Speedway parken tausende von Wohnmobilien. Vor einem ist ein Bettlaken aufgespannt, auf dem steht in gro&#223;en Lettern: &#8222;I show my tits for a Bud. Now it’s your turn&#8220;. Selbst wenn ich eine Flasche Budweiser dabei h&#228;tte &#8211; ich k&#246;nnte es nicht tun. Ich wei&#223; nicht, was ich mit der Dame in dem Wohnmobil anstellen w&#252;rde, wom&#246;glich sogar gegen ihren Willen. In den Boxen sehe ich drei Extremluder. Ich lasse mich mit ihnen fotografieren und kralle mich in ihren H&#252;ften fest. Es gelingt mir aber nicht, wirklich entspannt dabei auszusehen.</p>
<p>11. Tag<br />
Irgendwo im Norden von Indiana. Ich fahre mit einem Chevrolet SSR durch die Gegen. Komplett irres Ding, der erste Pick-up-Roadster der Welt. So was erregt Aufmerksamkeit &#8211; auch bei einem weiblichen Officer. Ich bin nat&#252;rlich zu schnell. &#8222;This is not the Autobahn, Sir!&#8220;, ermahnt sie mich, nachdem sie meinen deutschen F&#252;hrerschein gesehen hat. Ich verliebe mich auf der Stelle in den Officer. Sie erwidert aber meine Gef&#252;hle nicht, sondern hat nur Augen f&#252;r den Mann auf dem Nebensitz: meinen Kumpel Christof, PR-Manager von General Motors Europa.</p>
<p>12. Tag<br />
Fliege &#252;ber Detroit zur&#252;ck nach Europa. Nix mit easy going in der Boeing. Wache schwei&#223;gebadet aus einem Traum auf. In meinem Kopf hallt es noch: &#8222;Oh yeah, baby, come on, fuck me, fuck me harder!&#8220; Ich hab bei einer Orgie mit US-Beauties mitgemacht. Der Notstand hat sich bereits tief im Unterbewusstsein festgesetzt.</p>
<p>13. Tag<br />
Fahre nach Wien zu meinen Br&#252;dern, um auf andere Gedanken zu kommen. Fehlentscheidung: Jochen und Thomas haben nichts wie Weiber im Sch&#228;del. Sie sagen mir, dass mein Experiment der gr&#246;&#223;te Bl&#246;dsinn sei, und fragen: &#8222;Kurt, bitte, was ist geil dran, vier Wochen nicht zu v&#246;geln?&#8220; Sie stellen mich in allen m&#246;glichen Bars absichtlich den nuttigsten Frauen der Stadt vor. Ich falle auf ihre Taktik nicht herein und bleibe hart, im Wortsinn. Trinke aber heftig, um mein Elend zu vergessen.</p>
<p>14. Tag<br />
Leide wegen der Sauftour jetzt zus&#228;tzlich an den Symptomen der postalkoholischen Geilheit: Das ganze Becken f&#252;hlt sich an wie ein erigierter Riesenschwanz.</p>
<p>15. Tag<br />
Fahre mit dem Zug nach M&#252;nchen. Im Speisewagen frisst mich eine Frau mit ihren Blicken auf, obwohl ihr Typ mit am Tisch sitzt. Frauen sind so schlecht. Die Erkenntnis macht meine Lage nicht einfacher.</p>
<p>16. Tag<br />
Andrea tritt wieder in mein Leben. Wir hatten eine Aff&#228;re und ein Jahr nichts mehr voneinander geh&#246;rt. Sie schreibt mir eine E-Mail: &#8222;Hallo, Herr Kurt, w&#252;rde dich gern wieder sehen &#8211; was trinken, nett plaudern.&#8220; Ja, klar, trinken, plaudern &#8211; sie will ins Bett mit mir. Wir gehen in eine Cocktailbar. Andrea tr&#228;gt einen geschlitzten Rock. Ich sage ihr, dass sie sich anders hinsetzen solle, weil ich sonst verr&#252;ckt w&#252;rde. Dann erz&#228;hle ich ihr von meinem Experiment. Sie s&#228;uselt: &#8222;Das h&#228;ltst du nie durch. Au&#223;erdem w&#252;rde ich dich so gerne sp&#252;ren.&#8220; &#8211; &#8222;Du darfst mich nur k&#252;ssen&#8220;, lasse ich mich auf einen Kuhhandel ein. Ich begleite Andrea nach Hause. Im Treppenhaus will sie den kleinen Molzer aus seiner Isolation befreien. &#8222;H&#228;nde weg!&#8220;, befehle ich. Ich &#252;bernachte bei einem Kumpel. Es ist zum Heulen.</p>
<p>17. Tag<br />
Reise zu BMW-Testfahrten nach Sardinien. Sitze im Flieger neben Radio-Charivari-Moderator Oliver Luxenburger. Er zeigt mir auf seinem Communicator ein paar Aktfotos, die er in der Freizeit von blutjungen Sch&#246;nheiten geschossen hat. Obwohl es meinen Zustand verschlimmert, will ich sie alle sehen. BMW hat Nadja Auermann f&#252;r Fotoaufnahmen und Interviews eingeflogen. Ich finde sie umwerfend, aber die einzige Frage, die mir einfiele, w&#228;re: &#8222;Frau Auermann, w&#252;rde es Ihnen etwa ausmachen, sofort mit mir zu schlafen &#8211; und zwar heftig?&#8220;</p>
<p>18. Tag<br />
&#220;bernachte auf dem Heimweg von Sardinien im Designhotel Es in Rom. Das Geb&#228;ude besteht nur aus Glas, man kann fast jedes Zimmer einsehen. Und was muss ich sehen? Ein kopulierendes Paar. Sie presst ihre Unterschenkel gegen seinen affenartig behaarten Hintern. Ich w&#252;nsche dem Typen, dass er seine Erektion nicht halten kann und sie frustriert einschlafen muss. Aber erh&#228;lt sie verdammt lange &#8211; und ich halte das bestimmt nicht mehr l&#228;nger aus.</p>
<p>19. Tag<br />
Es ist jetzt ganz schlimm. Ich darf meine H&#228;nde nicht mehr in die Hosentaschen stecken &#8211; sonst: gigantischer Orgasmus. Andrea mailt wieder: &#8222;Hallo , Herr Kurt, hast du Lust, zu mir zu kommen? Ich k&#246;nnte uns was kochen.&#8220; Ich stelle mich tot.</p>
<p>20. Tag<br />
Zwei Testautos stehen vor meine T&#252;r: ein silberner Lotus Elise und ein hellblauer Lamborghini Murcièlago. Schnelles Autofahren ist immer noch die beste Ersatzhandlung f&#252;r Sex; die aufgestauten Hormone werden in Speed umgewandelt. Man bremst sp&#228;ter und ist fr&#252;her wieder am Gas. Zw&#228;nge mich in den winzigen Engl&#228;nder und f&#252;hle mich befreit wie schon lange nicht mehr.</p>
<p>21. Tag<br />
Heute ist der Lambo dran. In der M&#252;nchner Innenstadt stolpern die Schickeria-Miezen beim Anblick des Murcièlago &#252;ber ihre eigenen High Heels. Ich wei&#223;, was sie denken: NIMM. MICH. MIT. Ich m&#252;sste nur die rechte Fl&#252;gelt&#252;r hochklappen und k&#246;nnte am n&#228;chsten Parkplatz &#8230; Ich tu es nicht, der Leidensdruck kann noch erh&#246;ht werden.</p>
<p>22. Tag<br />
Bin mittags im Swingerclub. Setze mich an die Bar und h&#246;re mehrere Frauen st&#246;hnen. Wird wohl die h&#228;rteste Pr&#252;fung. Ich folge dem Gest&#246;hne, lande in einem Séparée. Noch sechs Tage Askese? Ich packe mir irgendwas und sto&#223;e zu wie ein Pornok&#246;nig. Ich bin doch nicht bl&#246;d.</p>
<p><em>&#8222;Kurts Geschichten &#8211; Aus dem Leben eines grandiosen Frauenhelden&#8220; von <a href="http://www.ullsteinbuchverlage.de/ullsteintb/autor.php?id=7553&amp;page=buchaz&amp;sort=autor&amp;auswahl=A&amp;pagenum=1">Kurt Molzer</a> sind im <a href="http://www.ullsteinbuchverlage.de/ullsteintb/buch.php?id=8979&amp;page=suche&amp;auswahl=a&amp;pagenum=1&amp;page=buchaz">Ullstein-Verlag</a> erschienen.</em></p>




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