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	<title>Solokarpfen &#187; Anton Kuppi</title>
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	<description>Bestimmte Artikel</description>
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		<title>Macht &#8222;Renminbi&#8220; das Rennen?</title>
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		<pubDate>Tue, 26 May 2009 11:50:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton Kuppi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Dollar]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Tage des amerikanischen Dollars sind gez&#228;hlt. Das jedenfalls w&#252;nschen sich die Russen und glauben namhafte US-&#214;konomen. In China wollen Finanzexperten bereits einen Nachfolger entdeckt haben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Viele haben sich daran gew&#246;hnt, dass sie fast &#252;berall auf der Welt sich fast alles mit Dollar kaufen k&#246;nnen. Egal, ob wir nach S&#252;damerika, Asien oder Nordafrika reisen: Der amerikanische &#8222;Greenback&#8220;, war meist schon vor uns da. Seit nun schon fast 100 Jahren ist er die wichtigste W&#228;hrung der Welt. Doch das war nicht immer so und muss es auch nicht ewig bleiben. Zumindest wenn es nach Chinesen, Russen oder Brasilianern geht. Die w&#252;nschen sich ganz dringend, dass sich die Staaten auf eine neue Leitw&#228;hrung einigen.</p>
<p>Das klingt zun&#228;chst erstmal nach den &#252;blichen Verd&#228;chtigen – Staaten, die bei jeder Gelegenheit versuchen, die globale Vorherrschaft der Amerikaner anzuknacksen. Doch melden sich derzeit auch namhafte US-&#214;konomen zu Wort, die ihre Landsleute bereits davor warnen, dass in 10 oder 20 Jahren der Dollar nicht mehr die Lieblingsw&#228;hrung der Welt sein wird. Die Abl&#246;sung der gr&#252;n eingef&#228;rbten Banknoten als Leitw&#228;hrung k&#246;nnte sogar deutlich schneller vorangehen, als sich das so manche derzeit noch ausmalen, <a href="http://www.nytimes.com/2009/05/14/opinion/14Roubini.html">schrieb Nouriel Roubini</a> vor kurzem in der &#8222;New York Times&#8220;.</p>
<p>Der New Yorker Wirtschaftsprofessor und Betreiber der Internetdienstes &#8222;<a href="http://www.rgemonitor.com/">RGE Monitor</a>&#8220; ist nicht irgendwer. Jahre bevor die globale Finanzkrise im Sommer 2007 ausbrach, hatte er gewarnt, dass die riesige Verschuldung der Amerikaner in einem Desaster enden wird. Wurde er damals kaum ernst genommen, hofieren ihn die weltweiten Wirtschaftsmedien nun schon seit Monaten als den Propheten, der die Krise hat kommen sehen. Ganze Regierungen, wie die Kolumbiens, rei&#223;en sich um einen Gespr&#228;chstermin mit dem Professor.</p>
<p><div id="attachment_501" class="wp-caption alignright" style="width: 197px"><a href="http://www.flickr.com/photos/97632390@N00/439948781/"><img class="size-medium wp-image-501" title="Bild: (cc) KitAy @ flickr.com" src="http://www.solokarpfen.de/wp-content/uploads/2009/05/450px-chinesenationalityroomdetail-187x250.jpg" alt="Bild: (cc) KitAy @ flickr.com" width="187" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">Decke des &quot;Chinese Nationality Room&quot;, University of Pittsburgh</p></div>Als neue Weltw&#228;hrung kann sich Roubini in den n&#228;chsten Jahren den &#8222;Renminbi&#8220; vorstellen. Das ist keine unbekannte Panda-Art, die wie die Kamele vor langer Zeit in Arabien als neue Naturalienw&#228;hrung herhalten soll. &#8222;Renminbi&#8220;, so nennen die Chinesen ihre Landesw&#228;hrung. Den konkreten Geldbetr&#228;gen &#8211; also den Scheinen oder den Preisen &#8211; h&#228;ngen sie das W&#246;rtchen Yuan an.</p>
<p>Auch Jim O&#8216;Neill <a href="http://www.telegraph.co.uk/finance/comment/5356509/China-is-preparing-for-a-world-where-the-yuan-trumps-the-dollar.html">fragt die Leser</a> des britischen &#8222;Telegraph&#8220;: &#8222;Do you know what a yuan looks like? If not, you had better find out. &#8211;The reason is sometime in the next few years there&#8217;s a decent chance you might need or want to have some.&#8220; O’Neill, Chefvolkswirt bei Goldman Sachs, hat sich vor Jahren die heute gebr&#228;uchliche Abk&#252;rzung &#8222;BRIC&#8220; f&#252;r die gro&#223;en Schwellenl&#228;nder Brasilien, Russland, Indien und China ausgedacht – L&#228;nder, die die besten Chancen haben, schon bald zu den Industrienationen aufzuschlie&#223;en.</p>
<p>Und besonders die Chinesen werden sich gerade ihrer gewachsenen Macht bewusst, die sie seit der Jahrtausendwende gewonnen haben. Ohne die Volksrepublik w&#228;re es den Amerikanern gar nicht m&#246;glich gewesen, sich derma&#223;en zu verschulden: Nicht die Haushalte mit ihren Konsumenten- und Hauskrediten oder die Banken mit ihren verpackten und abermals verpackten Schuldverschreibungen, f&#252;r die der Markt nun zusammengebrochen ist.</p>
<p>Dabei verfolgten die Chinesen eigentlich f&#252;r sie recht legitime Ziele: Aus den Erfahrungen mit der Asienkrise 1997 wollten sie die Wechselkurse lange Zeit stabil halten und gleichzeitig einen Reservepuffer f&#252;r m&#246;gliche neue Finanzturbulenzen ansammeln. Deshalb koppelten sie ihren &#8222;Renminbi&#8220; an den Dollar, der seit sp&#228;testens den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts das britische Pfund als Weltw&#228;hrung abl&#246;ste und noch immer im weltweiten Exportgesch&#228;ft die am meisten genutzte Valuta ist.</p>
<p>Sicher beeilten sich die Chinesen in den vergangenen Jahren nicht gerade, den Wechselkurs zum Dollar anzupassen und den &#8222;Renminbi&#8220; etwa teurer werden zu lassen. Denn eine billige W&#228;hrung verspricht sch&#246;ne Gewinne im Au&#223;enhandel, Chinas Firmen verkauften so ihre G&#252;ter noch g&#252;nstiger – als es die geringen L&#246;hne in der Volksrepublik ohnehin schon erlaubten.</p>
<p>Die riesigen Dollarerl&#246;se aus dem Handel wanderten nun nicht etwa in die weitere Entwicklung des Landes: Die Notenbanker in Peking legten sie vor allem in US-Wertpapieren an. So hielten sie den W&#228;hrungskurs stabil und bauten gleichzeitig riesige Devisenreserven auf. Gleichzeitig wurde es f&#252;r die Amerikaner extrem g&#252;nstig Schulden aufzunehmen (was neben der laxen Kreditvergabe durch die Banken erst den j&#252;ngsten Boom auf den Gipfel trieb).</p>
<p>Mehr als zwei Billionen Dollar haben die Chinesen in den vergangenen Jahren an Devisenreserven angesammelt. Die Volksrepublik ist somit zum gr&#246;&#223;ten ausl&#228;ndischen Kreditgeber des US-Staates aufgestiegen, dicht gefolgt von den Japanern. Und die Furcht, dass diese Wertpapiere an Wert verlieren, treibt nun die Chinesen und andere Schwellenl&#228;nder um. Denn noch wei&#223; keiner, wie die Rettung der US-Wirtschaft durch Regierung und Notenbank enden wird. Gut m&#246;glich, dass es zu einem gewaltigen Inflationsschub kommt oder der Dollar noch kr&#228;ftig an Wert verliert. Alles nicht sch&#246;n f&#252;r die Chinesen, deren US-Anleihen dann wom&#246;glich nichts mehr wert sind.</p>
<p>Als Perspektive <a href="http://www.reuters.com/article/marketsNews/idUSPEK31412020090520">reden die Chinesen</a> selber davon, dass der &#8222;Renminbi&#8220; vielleicht 2020 den Yen als viertwichtigster W&#228;hrung &#252;berholt. Was bis dahin passiert, ist jedoch ungewiss. Man muss nicht gleich einen Krieg zwischen den USA und China an die Wand malen wie der marxistische Historiker Eric Hobsbawm in einem <a href="http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/maerkte/:Eric-Hobsbawm-Es-Blut-Blut/700669.html">&#8222;Stern&#8220;-Interview</a>. Man kann es auch etwas gem&#228;&#223;igter ausdr&#252;cken: Joseph Stiglitz, der Wirtschaftsnobelpreistr&#228;ger, Ex-Chef&#246;konom der Weltbank und nun Globalisierungskritiker <a href="http://www.emergingmarkets.org/article.asp?PositionID=search&amp;ArticleID=2193261">warnt</a>: &#8222;The question is not whether we’re moving on from the dollar reserve system […] The question is are we going to move in a rather chaotic way or will we do it in a more organized way.&#8220;</p>
<p>L&#228;ngst schlie&#223;en die Chinesen W&#228;hrungsabkommen mit ihren asiatischen Nachbarn, mit Argentinien oder bald auch den Brasilianern ab – was nur ein Ziel hat: den Dollar als Leitw&#228;hrung zu schw&#228;chen. Interessanterweise schl&#228;gt Stiglitz, als Chef einer UN-Kommission zu den Folgen der Finanzkrise, genau wie die Chinesen eine Alternativw&#228;hrung zum Dollar vor, die auf dem k&#252;nstlichen Rechengeld des IWF basiert. Immerhin haben es diese Vorschl&#228;ge auf die Tagesordnung einer wichtigen <a href="http://www.ftd.de/politik/international/:Neue-Leitw%E4hrung-Der-Dollar-wird-altersschwach/517106.html">UNO-Konferenz</a> geschafft.</p>




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